Aufruf zur Unterstützung: ERZENGEL UND SINTERSONNE

Frauen, die sogenannten Erzengel verladen für die Völklinger Hütte Erz in Loren (um 1900). - Aufruf zur Unterstützung: ERZENGEL UND SINTERSONNE

Mit der Ausstellung „ERZENGEL UND SINTERSONNE” präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte vom 1. November 2026 bis zum 8. August 2027 die erste umfassende Gesamtdarstellung seiner Hüttengeschichte von 1873 bis heute. Dabei tritt die Sammlung des Weltkulturerbes in einen kreativen Dialog mit literarischen Texten, Musikstücken, Kunstwerken und Rauminstallationen von Künstler:innen der Moderne und Gegenwart. Dieser Dialog macht das Exemplarische der Völklinger Hüttengeschichte in der Industriegesellschaft des 19. und 20. Jahrhunderts erfahrbar.

Neben einer neuen Sicht auf die Familie Röchling und das Eisenwerk aus deutscher, europäischer und globaler Perspektive sowie einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Zwangsarbeitern, die im Zweiten Weltkrieg aus mindestens 21 Ländern oder Landesteilen – von Marokko bis zur Ukraine – nach Völklingen gebracht wurden, liegt ein Schwerpunkt der Ausstellung auch in der bisher weniger erforschten Sozialgeschichte der Hütte mit ihren Generationen von Arbeiter- und Angestelltenfamilien und deren Alltag.

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Völklinger Hütte - Programm 2025

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Städte Saarland | Saarland | Deutschland

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist eine von derzeit 39 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. Es steht in seiner Bedeutung auf einer Stufe mit den ägyptischen Pyramiden, der Großen Mauer in China, dem Kölner Dom oder dem Great Barrier Reef in Australien. Ein Besuch des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist ein Abenteuer: Tief hinein geht es in die dunklen Gänge der Möllerhalle, hoch hinaus führt der Aufstieg auf die Aussichtsplattform am Hochofen.

Erzengel und Sintersonne: Eine andere Geschichte der Völklinger Hütte

Die Geschichte der Völklinger Hütte steht exemplarisch für die Geschichte Deutschlands und Europas. Das 19. und 20. Jahrhundert erzählen sich gewissermaßen von selbst über die konkreten Geschehnisse im und um das Eisenwerk. Umso erstaunlicher ist es, dass bislang keine zusammenhängende Präsentation zu diesem Thema realisiert wurde. Dies wird nun erstmals umfassend unternommen.

Der Ausstellungstitel spannt einen inhaltlichen Bogen von der Schwerstarbeit der „Erzengel“ genannten Frauen um 1900 bis zur gravierenden Umweltverschmutzung durch die Völklinger Hütte, insbesondere in der Nachkriegszeit mit dem allgegenwärtigen roten Sinterstaub und der daraus resultierenden „Sintersonne“. Die Ausstellung thematisiert programmatisch die Realität und die Konsequenzen des Hüttenwerks für Mensch, Tier und Umwelt.

Es gibt keinen stärkeren Schauplatz für diese Ausstellung als den Raum zwischen den riesigen Schwungrädern der Gebläsehalle, die die Geschichte Deutschlands und Europas in all ihren Licht- und Schattenseiten realiter angetrieben haben. Mit dieser Ausstellung findet der Ort der Wechselausstellungen im Weltkulturerbe gewissermaßen zu sich selbst zurück.

Aufruf zur Unterstützung der Großausstellung ERZENGEL UND SINTERSONNE

Konkret wird gesucht nach Lebensspuren und Zeitzeugnissen von Zwangs- und Hüttenarbeiter, aber auch von Handwerker, Sekretäre, Ingenieure, Messehostessen, Werbegrafiker und Direktoren – kurz: dem gesamten Kosmos der Menschen, die in der Völklinger Hütte aktiv waren. Der Zeitraum reicht vom Kaiserreich über die Völkerbundzeit und den Nationalsozialismus, als das Eisenwerk unter französischer Sequesterverwaltung stand, bis zu den Wirtschaftswunderjahren im zehnten Bundesland, der Krisenzeit der 1970er-Jahre und der Schließung des Eisenwerks im Jahr 1986.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ruft daher alle Menschen auf, die eine Verbindung zur Völklinger Hütte haben oder hatten – ob im Saarland, Deutschland oder darüber hinaus –, nachzusehen, ob sie auf dem Dachboden, im Keller oder im Wohnzimmer noch Fotos, Objekte, persönliche Gegenstände und Dokumente haben, die vom Leben mit, in und auf der Völklinger Hütte erzählen.

Ob Arbeitskleidung, Ausweisdokumente, Tagebücher oder Kinderzeichnungen – grundsätzlich kann jedes historische Zeugnis für das Weltkulturerbe Völklinger Hütte interessant sein. Bitte senden Sie dem Team aussagekräftige Fotos Ihrer potenziellen Exponate oder zeitgeschichtlichen Quellen bis spätestens Ende März 2026 an: communication@voelklinger-huette.org.

Damit helfen Sie, die Geschichte der Völklinger Hütte und die Spuren der Menschen im und um das Werk in der Ausstellung noch lebendiger werden zu lassen. 

Quelle: Weltkulturerbe Völklinger Hütte I Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur

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