Ausstellung Der intime Blick. Bilder von Stille und Nähe
Was unterscheidet den Blick auf ein Stillleben oder eine Landschaft von dem Blick auf ein Portrait oder in ein Interieur? Ist es der Künstler, der dem Motiv einen vertraulichen Ton gibt oder entsteht das Vertrauliche in der Wahrnehmung des Betrachters?
Der französische Journalist und Kunstkritiker Gustave Geffroy gebrauchte den Begriff „Intimismus“ das erste Mal 1893 in Bezug auf die Interieurs des Malers Édouard Vuillard (1868–1940). 1905 griff der Schriftsteller André Gide diese Bezeichnung auf und charakterisierte damit nicht nur die Vorliebe Vuillards, den Blick über ungewöhnliche Formate und angeschnittene Kompositionen in Wohnräume zu lenken, sondern dehnte den Begriff auch auf dessen gedämpfte Farbpalette aus.
Auch die dänischen Künstler Peter Ilsted (1861–1933), Carl Vilhelm Holsøe (1863–1935) und Vilhelm Hammershøi (1864–1916) schufen in dieser Zeit Interieurs voller Stille und Melancholie. Während das Erzählerische in ihren oftmals puristischen Interieurs in den Hintergrund tritt, stehen auch bei Ihnen die malerisch-sinnliche Qualität und eine subtile Lichtführung im Vordergrund.
Ausgewählte Werke aus umfangreichen Sammlungen ermöglichen es, dem vom Maler gelenkten Blick in verschiedenen Deutungsebenen nachzugehen. Die Ausstellung beginnt mit Arbeiten der Dänen Carl Vilhelm Holsøe und Peter Ilsted und ihrer Zeitgenossen aus dem frühen 20. Jahrhundert und führt über Zeichnungen und Radierungen der Expressionisten Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner und Max Beckmann zu Werken von David Hockney, Tony Scherman und Leif Trenkler bis ins 21. Jahrhundert. Dabei wird auch dem Blick des Künstlers auf seine Modelle nachgegangen und ein Schwerpunkt auf Portraits gelegt, die von einem auffallend vertraulichen Ton geprägt sind.
Zur Ausstellung im Schloßmuseum in Murnau am Staffelsee erscheint ein Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen für € 25.-. Der Eintritt beträgt € 5,-.
Die Ausstellung "Der intime Blick. Bilder von Stille und Nähe" bietet dem Besucher noch bis zum 29. Juni 2014 im Schloßmuseum des Marktes Murnau Einblicke in die vom Maler gelenkten Blicke in verschiedenen Deutungsebenen nachzugehen.
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter der Adresse www.schlossmuseum-murnau.de
Quelle: Tourist-Information Murnau
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