Buddha. Sammler öffnen ihre Schatzkammern

Ab Samstag, dem 25. Juni 2016, präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Großausstellung "Buddha". Sie zeigt 232 Meisterwerke buddhistischer Kunst aus 2.000 Jahren. Internationale Sammler öffnen ihre Schatzkammern. Die Ausstellung "Buddha" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt zahlreiche extrem seltene und besonders herausragend gearbeitete Meisterwerke. Einige Objekte sind nach Expertenansicht die besten Werke ihrer Art auf der Welt. Vier Top-Exponate stellen wir Ihnen kurz vor:

Nachdenklicher Avalokiteshvara

Der "Nachdenkliche Avalokiteshvara" aus dem China des 14. Jahrhunderts n. Chr. ist die wohl schönste Bronzefigur der Yuan-Zeit und eine Ikone der Weltkunst. AvaIokiteshvara ist im Mahāyāna-Buddhismus der Bodhisattva des universellen Mitgefühls. In China wird der Bodhisattva Avalokiteshvara "Guanyin" genannt. Der "denkende Guanyin" stützt sein anmutig gesenktes Haupt versonnen auf seinen rechten Arm. Das Bildnis verströmt eine so große Anmut und spirituelle Aura, wie sie in der chinesischen Kunst nur sehr selten zu finden ist.

Die Darstellung von Bodhisattvas in "denkender Pose", einer entspannten Haltung mit aufgestütztem Kopf, oder auch nur mit einer tatsächlichen oder angedeuteten Gesichtsberührung durch einen oder mehrere Finger, war in der buddhistischen Kunst Chinas, Koreas und Japans ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. sehr beliebt. Ein Bodhisattva ist ein "nach Befreiung strebendes Wesen". Ein Bodhisattva verzichtet auf die endgültige Befreiung, um zum Wohle aller Wesen zu wirken.

Darstellungen in der "nachdenklichen Pose" gibt es von Avalokiteshvara (chin: Guanyin) und dem Zukunftsbuddha Maitreya. Der Bodhisattva hat das rechte Bein aufgestellt und stützt seinen rechten Ellbogen auf das Knie und seinen Kopf auf die rechte Hand. Das Abstützen des Kopfes erfolgt jedoch so leicht, dass die Wange nicht eingedrückt wird. Wange und Hand berühren sich nur minimal. Daher ist die Harmonie und Schönheit des Gesichtes nicht beeinträchtigt. Avalokiteshvara hat eine hutartige Kopfbedeckung mit Wolkendekor und einer flachen Oberseite. Das Gesicht entspricht dem eines meditierenden Buddha mit halbgeschlossenen Augen und sehr verinnerlichtem Gesichtsausdruck. Die Geistesruhe, Gelassenheit und Achtsamkeit, um die es im Buddhismus geht, wird von dieser wunderschönen Statue auf unnachahmlich eindrucksvolle Weise zum Ausdruck gebracht.

Kurzschwert

Dieses überaus prächtige und extravagante Kurzschwert ist die mit Abstand wichtigste Khmer-Waffe, die überhaupt erhalten ist. Die kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Schwerts kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn obwohl das Khmer-Reich fast ständig Eroberungs-o der Verteidigungskriege führte oder Revolten im Inneren niederschlug, sind kaum Waffen aus dem alten Khmer-Imperium erhalten. Man muss vermuten, dass die gewöhnlichen Waffen, Schilde und Helme aus Materialien hergestellt wurden, die die Zeit nicht überdauert haben. So ist es z.B. möglich, dass Schwerter oft ganz aus Eisen waren. Eisen hat die feuchte Erdlagerung nur selten überdauert. Speere hatten vermutlich hölzerne Schäfte und eine eiserne Spitze.

Die herausragende künstlerische Gestaltung und die reiche Vergoldung legen nahe, dass es sich um eine königliche Prunkwaffe handelt. Nur eine sehr geringe Anzahl von Khmer-Artefakten sind vergoldet. Angesichts der hohen Materialkosten wurden solche Aufträge nur an die besten Künstler vergeben. Die originale Eisenklinge wird auf beiden Seiten von je einem blütenförmigen Element mit originalem Bergkristallbesatz gehalten. Solche Halbedelsteineinlagen sind extrem selten und kaum jemals so gut erhalten.

Am oberen Ende des Griffes ist ein Kala, ein grimmiger Dämon, der unter anderem die Zeit symbolisiert. So wie die Zeit alles auf der Welt verschlingt und verdaut und nichts verschont, verschlingt auch Kala alles. Die Kaladarstellung ist hier besonders eindrucksvoll: das weit aufgerissene Maul des Monsters umklammert den Unterleib des Naga und ist dabei, ihn zu verschlingen. Nagas sind Schlangenwesen mit magischen Fähigkeiten oder niedere Gottheiten, die oft eine Schutzfunktion ausüben (z.B. Beschützer von Quellen oder Flüssen) und auch mit Regen und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht werden. In der Khmerkultur werden die meisten Tempelzugänge von Naga-Balustraden "bewacht".

Bodhisattva Avalokiteshvara

Die Skupltur des Bodhisattva Avalokiteshvara aus dem Nepal des 8. Jahrhunderts n. Chr. ist eines der größten Meisterwerke der asiatischen Kunst überhaupt. Wichtige Holzkunstwerke aus dieser Zeit lassen sich buchstäblich an einer Hand abzählen. Das Überdauern einer Holzfigur dieser Größe und Qualität aus dem 8. Jahrhundert, noch dazu in einem Land wie Nepal mit starkem Monsun, kann nur als Wunder bezeichnet werden. Es ist keine europäische Holzfigur dieser Größe und Qualität aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. bekannt, obwohl Europa klimatisch wesentlich günstigere Bedingungen bietet.

In der Herrschaftszeit der aus Indien stammenden Licchavi-Könige (ca. 450 bis ca. 750) kam es im Kathmandu-Tal zu einer beispiellosen kulturellen Blüte. Daher gilt diese Periode als das "Goldene Zeitalter" Nepals. Obwohl die Licchavis Hindus waren, entstanden in ihrer Ära auch großartige buddhistische Kunstwerke. Die Licchavi-Kunst wuchs unmittelbar aus der Gupta-Kunst hervor. In der reifen Licchavi-Kunst, zu der diese einmalige Avalokiteshvara-Figur gehört, mischen sich unter den Gupta-Einfluss auch Elemente des frühen Pāla-Stils. Typische Gupta-Elemente sind die "Schwimmhäute" zwischen den Fingern der unteren Hand und der abgespreizte kleine Finger. In der ausgeprägten Tribhanga-Position (dreifach gebogene Haltung), den überlängten Augen, der wunderbaren Schlankheit und dem markanten, langen Gesicht zeigen sich Einflüsse der frühen Pāla-Kunst. Trotz des großen indischen Einflusses ist die Figur doch Zeugnis eines unverkennbaren und eigenständigen nepalesischen Stils (schmaler Mund, lange und gebogene Nase, hohe Stirn).

Liegender Buddha

Bergkristall war im Thailand des 16. Jahrhunderts n. Chr. ein äußerst kostbares Material. Daher sind Buddhas dieser Art extrem selten und waren den reichsten Klöstern sowie dem Königshaus und dem Hochadel vorbehalten. Bergkristallfiguren wurden u. a. in den Tempelanlagen von Ayutthaya und in Nordthailand ausgegraben. Die große Figur des liegenden Buddha ist aufgrund ihrer Größe besonders bemerkenswert. Dargestellt ist das physische Hinwegscheiden des Buddha und sein Eingang ins Nirvāna (parinirvāna). Die Skulptur ist die wohl größte und feinste bekannte Bergkristallfigur dieser Ikonografie und Periode. Kein anderes Material eignet sich mehr für die Darstellung dieser Thematik. Der fast durchsichtige Bergkristall wirkt fast "immateriell". Insofern drückt dieser Werkstoff das "Vergehen" oder "Hinwegscheiden" in besonders bewegender Weise aus. Es kann vermutet werden, dass die Herstellung der Bergkristallskulpturen vor allem im Norden Thailands, im Königreich Lanna, erfolgte. Die meisten bekannten Figuren stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert n. Chr.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter der Adresse www.voelklinger-huette.org

Quelle: Weltkulturerbe Völklinger Hütte - Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur

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