Entspannter Fuchs im Bauch des Berges

Der „Fuchs“ genießt den Ruhestand. Er gehört zur ersten Generation moderner Fräsmaschinen. Heute schaffen die modernen Streckenvortriebsmaschinen bis zu sechs Stollenmeter pro Tag, die sie im Bauch des Berges graben. Nach 13 Arbeitsjahren darf das Kraftpaket seinen überdimensionalen Fräsarm nun ruhen lassen – auf einem Ehrenplatz im Erlebnisbergwerk Berchtesgaden. Eine neue Schaustelle würdigt die technische Errungenschaft und erinnert zugleich an mühevolle Vortriebsmethoden vergangener Epochen. „Wir sind auf unserer Salzzeitreise wieder um eine Attraktion reicher“, freut sich Maria Schwaiger vom Erlebnisbergwerk Berchtesgaden, das direkt neben dem aktiven Teil des Bergwerks seine Pforten für Besucher öffnet.

Kaum vorstellbar, dass die Bergleute über fast 400 Jahre in reiner Handarbeit die Stollen gruben und mit Schlegel, Eisen und jeder Menge Schweiß täglich gerade mal sechs Zentimeter vorankamen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich die Methode „Bohren und Sprengen“ durch, die ebenfalls einen hohen Einsatz erforderte, aber immerhin zwei Meter brachte. „Uns kommt es darauf an, die Salzgewinnung im Wandel der Zeit erfahr- und erlebbar werden zu lassen“, betont Maria Schwaiger. „Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir historisches Material ebenso ein wie moderne Technik.“

Die Tour durch das Erlebnisbergwerk, die 2007 unter dem Titel Salzzeitreise als eine der faszinierendsten in ganz Europa neu konzipiert wurde, dauert rund 1,5 Stunden. In stilechter Schutzkleidung fahren die Besucher 650 Meter mit der Bahn zum Ferdinand-Hauptstollen. Lichteffekte füllen hier die beeindruckende Salzkathedrale mit Sole, bevor es über die 40 Meter lange Bergmannsrutsche weiter hinab geht. Im Salzlabor werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Salzgewinnung erläutert und ein Modell gibt einen Überblick über die außergewöhnliche Arbeitswelt unter Tage, während Erwachsene ebenso wie Kinder in der Schatzkammer ihre Experimentierlust entdecken und die Eigenschaften des „Überlebensmittels Salz“ erforschen.

Spektakulärer Höhepunkt der Salzzeitreise ist die märchenhafte Floßfahrt über den unterirdischen Spiegelsee. Eine hochkomplexe Lichtinstallation zaubert fantastische Effekte und lässt Millionen von Salzkristallen wachsen, während klassische Klänge erklingen, die der durch diverse Filmmusiken bekannt gewordene Komponist Peter Wolf eigens komponiert hat. „Die Salzkristalle leuchten jetzt noch intensiver und die Spiegelung auf der Wasseroberfläche zeichnet sich noch deutlicher ab“, erklärt Maria Schwaiger. Denn die alten Lampen wurden soeben durch neue ersetzt, die einerseits ein noch klareres Bild entstehen lassen und andererseits besonders energieeffizient sind. „Wir sind ständig dabei, unsere Salzzeitreise weiter zu optimieren – es gibt immer etwas Neues zu entdecken“, sagt Maria Schwaiger.

Die Salzzeitreise ist ganzjährig geöffnet. Kinder zahlen 9,50 Euro Eintritt, Erwachsene 15,50 Euro. Für Eltern mit einem Kind gibt’s das Familienticket zu 38 Euro; wer zwei oder mehr Kinder hat, ist mit 42 Euro für alle dabei.

Über das Salzbergwerk Berchtesgaden
Seit 1517 ist das Salzbergwerk Berchtesgaden ununterbrochen in Betrieb. Das „weiße Gold“, das dem südöstlichsten Zipfel Deutschlands einst Reichtum und Wohlstand bescherte, hat die Geschichte des Berchtesgadener Landes entscheidend geprägt. Heute sind im aktiven Teil des Bergwerks rund 50 Mitarbeiter mit der Solegewinnung beschäftigt, ebenso viele arbeiten im Erlebnisbergwerk. Die Sole (salzhaltiges Quellwasser) gelangt über eine unterirdische Pipeline in das 20 Kilometer entfernte Bad Reichenhall, wo sie erhitzt wird, um die Salzkristalle zu gewinnen. Direkt neben dem aktiven Teil des Bergwerks ermöglicht das Erlebnisbergwerk Besuchern auf der Salzzeitreise faszinierende Einblicke. Geöffnet ist jeweils von 1. Mai bis 31. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr, von 2. November bis 30. April von 11 bis 15 Uhr.

Einen Überblick über Sonderöffnungszeiten und Buchungsmöglichkeiten sowie Führungen für Gruppen und Schulklassen gibt’s unter www.salzzeitreise.de.

Quelle: Kunz PR

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