Fortschrittlich - Von Darwin lernen und wie Lilienthal fliegen

Mecklenburg-Vorpommern macht schlau: Besuche in den über 200 Museen und Ausstellungen in Mecklenburg-Vorpommern bedeuten Staunen, Lernen, Experimentieren, Lachen, Forschen, Verstehen. Familien können ihren Kindern zeigen, wie das Leben entsteht, wie schwer die Arbeit früher war, was künftig auf sie zukommen mag. Dabei gibt es historische Häuser wie das Schweriner Schloss oder täuschende Ausstellungen wie das Fälschermuseum Binz mit Nachbildungen der Mona Lisa oder des Kreidefelsens. Mit dem Darwineum in Rostock, dem Phantechnikum in Wismar und dem Agroneum in Alt Schwerin haben 2012 gleich drei neue Erlebnismuseen ihre Pforten für neugierige Besucher geöffnet. Die ganzjährig attraktiven Wissenswelten vermitteln Klein und Groß anschaulich komplexe Themen und animieren zum Ausprobieren und Nacherleben.

Evolution im Zeitraffer: das Darwineum im Rostocker Zoo
Wir fahren im Auto oder im fliegen im Flugzeug, surfen im Internet, kommunizieren per Smartphone und in 6.500 Sprachen, erschaffen Kunst und Kultur und erzeugen durch sekundenschnelle Handgriffe Licht und Wärme in steinernen Häusern. Der moderne Mensch kann sich viele Errungenschaften auf die Fahne schreiben und doch ist er, genau wie die rund 1,5 Millionen Tier- und 380.00 Pflanzenarten auf der Erde, einst einem Einzeller entsprungen. Wie es dazu kam, wie wir wurden, was wir sind, damit beschäftigt sich seit Sommer 2012 das Darwineum in Rostock. Die 20.000 Quadratmeter große Naturerlebnis- und Wissenswelt ist die neueste Attraktion des hiesigen Zoos und stellt – wie die namentliche Anlehnung an den Forscher Charles Darwin schon verrät – 500 Millionen Jahre Evolutionsgeschichte in den Mittelpunkt. Dies geschieht allerdings nicht lehrbuchhaft-trocken und mit erhobenen Zeigefinger, sondern unter dem Motto „Wissenschaft zum Anfassen, Mitmachen und Mitdenken“ und in einer einzigartigen Kombination aus zoologischer Sammlung und interaktiver Ausstellung. Aus dem Hier und Jetzt herauskatapultiert wird man dabei gleich zu Beginn, denn große und kleine Gäste durchschreiten zunächst eine Art Zeitschleuse und reisen zurück bis zur Stunde Null vor 14 Milliarden Jahren. Durch eindrucksvolle an die Wände projizierte Bilder wird man hier zum Zeugen des Urknalls und ist live bei der Entstehung der Protoerde dabei. Danach heißt es: Zurück in die Zukunft! In acht Einzelräumen, den sogenannten Kojen, zeigt der sich anschließende Rundbau die entscheidenden Schritte der Evolution. „Lebende Fossilien“ wie die Wurzelmundquallen sind hier zu sehen oder aber der Schlammspringer, der zwar zu den Fischen gehört, sich aber durch seine armartigen Brustflossen auch prima auf dem Trockenen fortbewegen kann. In der Tropenhalle bekommen Nachwuchsforscher auf 4.000 Quadratmetern Gorillas, Orang-Utans, Gibbons und Zwergseidenäffchen zu Gesicht. Die menschenähnlichen Tiere leben in Gehegen, die eigentliche keine sind, denn weder Gitter noch Zaun trennen Mensch und Affe. Vielmehr übernehmen Wassergräben und in Mauern eingelassene Glasscheiben sehr zurückhaltend deren Funktion. So wandeln Besucher ganz unmittelbar durch die Welt seiner Evolutionspartner, über Hängebrücken und vorbei an Sumpfoasen, Plamen und Kletterlandschaften.

Dass Evolution nicht nur eine biologische, sondern auch eine kulturelle Seite besitzt, damit befasst sich ein zweiter Ausstellungsbereich. Wie entstand Sprache? Welche Werkzeuge benutzte der frühe Mensch? Alles Fragen, die hier beantwortet werden. Besonders spannend ist das „Forschungslabor“, in dem es um aktuelle Ansätze wie der Stammzellenforschung geht.

Das Darwineum im Zoo Rostock hat von April bis Oktober täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet, von November bis März täglich 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Eintrittskarten sind für 16 Euro erhältlich, Kinder zwischen sieben und 16 Jahren zahlen die Hälfte. Weitere Informationen unter www.darwineum-zoo-rostock.de

Technik, die begeistert: das Phantechnikum in Wismar
Das Familienreiseland Nr. 1 der Deutschen, Mecklenburg-Vorpommern, ist nicht nur ein Urlaubs-, sondern auch ein Erfinderland. Der geschlossene Taucheranzug, das Echolot, das Flugzeug, der Schleudersitz für Piloten und eines der ersten Benzinautos – alles Entwicklungen hiesiger Ingenieure und Erfinder. Wer das noch nicht wusste und mehr darüber erfahren möchte, hat seit dem 1. Dezember 2012 dazu Gelegenheit. Denn die neue, 2.500 Quadratmeter große Erlebniswelt Phantechnikum in Wismar hat sich voll und ganz den technischen Errungenschaften des Landes, dem Forschergeist und der Experimentierfreude verschrieben. Interaktiv und auf die praktische Wissensvermittlung ausgerichtet taucht man hier in die Welt von Mechanik, Antriebstechnik & Co ein. Gezeigt werden Modelle und Originale, zum Mitmachen animieren rund 25 Erlebnisstationen. Die vier Elemente Wasser, Luft und Erde (ab 2016) bilden dabei den roten Faden.

Ein Feuertunnel führt Besucher in den ersten Bereich. Hier geht es um Themen wie Gießen, Lichterzeugung und Schweißen, das große und kleine Bastler an einem Schweißtrainer sogar selbst ausprobieren können. Auch auf Fragen wie „Wie nutzten Menschen früher das Feuer?“ oder „Kann man Erde schmelzen?“ weiß man danach eine Antwort. Über eine Wassertreppe geht es zum nächsten Komplex. Mal flüssig, mal fest, dann wieder gasförmig? Hier wird unter anderem erklärt, warum Wasser in so alltäglich sichtbaren Formen daherkommt. Zudem werden der Dieselmotor der Gorch Fock und eine Schiffsdampfmaschine gezeigt, Antriebssysteme auf dem Wasser veranschaulicht und Oberflächenspannungen erläutert. Im vorläufig letzten Ausstellungspart dreht sich alles um den Traum vom Fliegen in Mecklenburg-Vorpommern. Flugzeugmodelle und Originale sind zu sehen, es gibt einen Strömungskanal, ein Propellerkarussell und einen Luftbrunnen.

Das Phantechnikum in Wismar hat von Juni bis September dienstags bis sonntags jeweils 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet, von Oktober bis Mai zwischen Dienstag und Sonntag jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Erwachsene zahlen sieben Euro Eintritt, Kinder bis 17 Jahre vier Euro. Familientageskarten sind für zwölf Euro erhältlich. Weitere Informationen unter www.phantechnikum.de

Von Sumpfschildkröten und Traktoren: Noch mehr Wissen in MV
Um einen echten Oscar-Preisträger zu sehen, muss man lediglich nach Stralsund fahren. Denn 2010 wurde das Ozeaneum, das inzwischen mehr als drei Millionen Gäste begrüßt hat, mit dem Museums-Oscar „The Egg“ als Europas Museum des Jahres geehrt. Nicht zu vergessen ist die Auszeichnung als Unternehmen des Jahres 2011 und mit dem Qualitätssiegel des Landestourismusverbandes „Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität“. Zu Recht, geht es hier doch auf eine beeindruckende Reise durch die Unterwasserwelt der gemäßigten und polaren Breiten – vom Stralsunder Hafenbecken über Boddengewässer bis hin zur Kreideküste. Besonders faszinierend sind die 40 Aquarien – darunter das 2,6 Millionen Liter fassende Schwarmfischbecken. Auch der Blick auf die lebensgroßen Modelle von Blauwal, Buckelwal und Co. ist einzigartig. Hintergrundwissen für die junge Gäste liefern spannende Ausstellungsbereiche wie zum Beispiel das „Meer für Kinder“, wo die spielerische Beschäftigung mit dem Thema Meer in den Vordergrund rückt. Ein eigenes Demonstrationsbecken, „Fische hautnah“, gibt Kindern die Möglichkeit, ihre Scheu vor „glitschigen“ und „ekligen“ Meerestieren zu überwinden. Nicht weit vom Ozeaneum entfernt ist die „Mutter“ der Stralsunder Ozean-Ausstellungen zu finden: Das über 60 Jahre alte Meeresmuseum in einem alten Dominikanerkloster. In den tropischen Aquarien sind 2.000 lebende Meerestiere zu bestaunen, die zu 300 verschiedenen Arten gehören. Im Jahr 2012 besuchten fast eine Million Gäste die vier Standorte des Deutschen Meeresmuseums. Zum Meeresmuseum gehören nicht nur das Ozeaneum, sondern auch das Natureum auf Fischland-Darß-Zingst mit seinen Tierpräparaten und das Nautineum auf der Insel Dänholm mit Exponaten aus der Meeresforschung. Das Nautineum zeigt seit 2012 ein spezielles Tauchboot. Mit dem 4,30 Meter langen SOVI (Shark Observer Vehicle) wurden Weiße Haie beobachtet und erforscht. Weitere Informationen unter www.ozeaneum.de, www.meeresmuseum.de und www.kindermeer.de

Wer wissen möchte, was unter den Wasseroberflächen der Mecklenburgischen Seenplatte so alles kreucht und fleucht, ist im Müritzeum in Waren (Müritz) genau richtig. Pro Jahr lauschen in der Unterwasserwelt rund 190.000 Besucher dem Konzert der Laubfrösche im Moor oder sehen wie Kraniche in der Müritz fischen oder Fische ihre Runden drehen. Hier steht Deutschlands größtes Aquarium für einheimische Süßwasserfische. Über zwei Etagen erstreckt sich das mit 100.000 Millionen Liter Wasser gefüllte Becken und bietet so über 500 Maränen ein nasses Zuhause. Neben zwei Außenbecken und der Nachgestaltung einer typischen regionalen Flusslandschaft gehören auch 23 große und kleine Schaubecken zum Bestand, in denen unter anderem Krebse, Sumpfschildkröten und 45 Fischarten beheimatet sind. Daneben vermitteln multimediale Themensäle zu Bereichen wie Moore, Volgelarten und Wald viele Informationen zur Natur der Region. Weitere Informationen unter www.mueritzeum.de

Wissenswertes über Holzpflüge, Großtraktoren oder Trogmühlen gibt es im Agroneum Alt Schwerin nördlich des Plauer Sees zu erfahren. Bereits 1963 wurde das kleine Örtchen Alt Schwerin ein agrarhistorisches Freilichtmuseum, welches im Juli 2012 nach einer Weiterenwicklung wiedereröffnet wurde. Heute können Besucher hier in die Agrargeschichte Mecklenburgs von 1848 bis in die Gegenwart eintauchen. Einzigartig ist die Katenzelle, die das Wohnen auf dem Land im Wandel der Zeit zeigt. Auf dem Freigelände mit Traktorensammlung und Flugzeughalle stehen sich alte und neue Technik gegenüber. Weitere Informationen unter www.agroneum-alt-schwerin.de

Alles rund um das Thema „Fotografie“ bietet das 2011 eröffnete Max Hünten Haus im Ostseeheilbad Zingst. Das Zentrum für Fotografie birgt ein Medien- und Informationszentrum mit Ausstellungsräumen, Auditorium und Multimediashows. Seminarräume und ein Druck-Center, die mit neuester Technik ausgerüstet sind, bieten darüber hinaus ganzjährig den Rahmen für Workshops. Der Neubau bietet Platz für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen, aber auch für Vorträge und Feste. Gäste können in einer Bibliothek stöbern, deren derzeitiger Bestand von 14.000 Medien um Bildbände und Fachliteratur zur Fotografie – von der Geschichte bis hin zu Theorie und Praxis – ergänzt wird. Regelmäßige Fotoschauen und Festivals runden das Programm ab. Im Mittelpunkt der Fotoschauen, Workshops und Multivisionsshows steht die Beziehung des Menschen zu Landschaft, Flora und Fauna. Weitere Informationen zum Max Hünten Haus sind zu finden unter www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de.

Auge in Auge mit südamerikanischen Alpakas, tropische Schmetterlingen und einheimischen Greifvögeln sind Besucher im Vogelpark Marlow, idyllisch gelegen zwischen den Hansestädten Rostock und Stralsund. In Rundführungen und spektakulären Flug-Shows wie „Greifvögel und Eulen“ erleben Groß und Klein zum Beispiel die heimische Eule bei ihren majestätischen Segelflügen und erfahren Erstaunliches zu Flugverhalten und Lebensgewohnheiten. Entgegen üblicher Zoos können Tiere im Vogelpark Marlow ganz nah erlebt werden: Ein Großteil der Anlagen ist für Besucher begehbar und bietet einmalige Möglichkeiten die Schönheit und Andersartigkeit der Tierwelt zu erleben. Ein besonderes Erlebnis ist die Mondscheintour, die an den Abenden des 26. Juni, 20. Juli und 21. September 2013 angeboten wird. Abenteuerlustige Familien können seit diesem Frühjahr im „Baumbett Deluxe“ bei tierischen Geräuschen schlummern und am nächsten Morgen, noch vor der Eröffnung, als Erste durch den Park spazieren. Weitere Informationen: www.vogelpark-marlow.de

Weitere Erlebnis- und Wissenswelten sind zu finden auf www.auf-nach-mv.de/familie.

Quelle: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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