Gartenkunst mit Weitblick im Lieblichen Taubertal
Unterwegs zu flirrendem Licht, stillen Wegen und dem Duft vergangener Zeiten. Wer am Rande des Marktplatzes von Weikersheim ankommt, ahnt noch nicht, wie weit sich das Schlossareal dahinter erstreckt. Hinter der rückwärtigen Fassade öffnet sich eine barocke Gartenwelt, die mehr ist als eine reine Kulisse – ein Ort zum Innehalten, Spazieren und Staunen.
Mit seinen symmetrischen Formen, kunstvollen Hecken und den Orangerien, die einen Blick ins Taubertal ermöglichen, wurde der Garten als Gesamtkunstwerk unter Graf Carl Ludwig (1674–1756) gestaltet. Seine Reisen nach Frankreich und Italien inspirierten sowohl die Architektur als auch das präzise Figurenprogramm. Wer hier jedoch nur auf barocke Achsen und Proportionen achtet, übersieht den eigentlichen Reiz: die Lebendigkeit des Gartens. Zwischen den Beeten tanzen Schmetterlinge, Bienen summen und verspielte Details zeigen sich an unerwarteten Stellen.
Eingebettet ins Taubertal liegt das Schloss Weikersheim, umgeben von einer Flusslandschaft mit sanften Hügeln, Weinbergen und alten Obstbäumen. Das Tal wirkt mal weit und offen, mal fast märchenhaft verborgen. Diese Kulisse bildet einen leisen, natürlichen Hintergrund zur barocken Ordnung des Gartens. Hier trifft gestaltete Pracht auf gewachsene Natur. Im Zentrum steht – zumindest thematisch – die Zwergengalerie: 16 Figuren aus Sandstein, die 1711/12 von Johann Jacob Sommer und seinen Söhnen gehauen wurden. Sie stellen karikierte Hofbedienstete, Jäger, einen Hofnarr oder den berüchtigten „Faulpelz“ dar und sind das einzige vollständig erhaltene Ensemble barocker Gartenzwerge in Deutschland.
Liebliches Taubertal - Reisebegleiter im Süden ganz oben
Liebliches Taubertal | Baden-Württemberg | Deutschland
Genießen hat viele Gesichter im Lieblichen Taubertal: Kulturelle Schätze vom Mittelalter über Barock und Renaissance entdecken, die romantische Traumlandschaft auf die Seele wirken lassen, in leiblichen Genüssen vom berühmten Taubertäler Wein bis zu kulinarischen Köstlichkeiten schwelgen, das Ferienland zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchqueren. Das sind Erfahrungen, die alle Sinne gleichermaßen ansprechen.
Ihre humorvolle, volkstümliche Darstellung bildet einen reizvollen Kontrast zu den antiken Klassikern im restlichen Garten. Der Zwergengarten diente nicht nur als ästhetische Zierde, sondern spiegelte auch höfische Rollenbilder wider – stets mit einem feinen Augenzwinkern. Besucher bleiben oft länger stehen, denn in Mimik, Haltung und Ausdruck der Skulpturen steckt überraschend viel Leben. Trotz ihrer geringen Größe wirken die Figuren sehr präsent und erzählen mehr über das höfische Leben als so manches monumentale Denkmal.
Apropos barocke Kunst: Im Hauptparterre befinden sich auch über hundert Sandsteinskulpturen, darunter antike Götter, Planetensymbole und personifizierte Winde. Sie sind rund um den Herkulesbrunnen angeordnet. Sie stammen aus demselben regionalen Keuper-Stein wie die Zwerge. Gemeinsam schaffen sie ein harmonisches Ensemble, das nüchterne Ordnung, Witz und symbolische Pracht gekonnt verbindet.
Ein weiterer Höhepunkt erwartet die Besucher im Kastellangarten, wo jährlich eine Fuchsienschau mit über 120 Sorten, darunter historische Züchtungen aus dem 19. Jahrhundert, stattfindet. Die Farbpalette der Blüten reicht von Weiß bis Tiefrot. Wer tiefer eintauchen möchte, nimmt an einer Führung teil, beispielsweise mit Katja Bischoff. Mit spürbarer Leidenschaft erklärt sie die historischen Anordnungen der Beete, die Sichtachsen des Gartens und seine verborgenen Feinheiten. Sie weiß, wo der Garten seine Geschichten erzählt und wann man am besten innehält. Zwischen Figuren, Spiegelungen und Blüten entsteht Raum für Gedanken, für Erinnerungen und für neue Ideen. Oder einfach für einen tiefen Atemzug im Grünen.
Mehr über Schloss und Garten in Weikersheim gibt es hier: www.schloss-weikersheim.de. Weitere Gärten in der Region finden Sie unter www.hohenloher-gartennetzwerk.de.
Quelle: TMBW Tourismus-Marketing Baden-Würrtemberg
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