Genusswandern im herbstlichen Schwarzwald

Kandel und Kandelfels im ZweiTälerLand - Genusswandern im herbstlichen Schwarzwald

Neun Wandertipps für Genusswanderer mit Einkehrmöglichkeit in Schwarzwälder Hütten und Gasthöfen

Sie sind die Krönung jeder Wanderung, das Ziel vieler Ausflüge oder willkommene Rastplätze im atemberaubenden Auf und Ab der Landschaft – Hütten und Berggasthöfe abseits von Ortschaften. Für Naturliebhaber gibt es kaum Schöneres als die Kombination von Schwarzwälder Landschaft, Schwarzwälder Gastlichkeit und der ganz besonderen Atmosphäre einer Wanderhütte oder Wanderwirtschaft im Grünen. Hier kommen neun Wanderungen mit Einkehr-Tipps, die bis in den Herbst hinein zur genussvollen Vesperpause einladen.

Genuss und Natur im Teinachtal

Namensgeber des zwölf Kilometer langen Schwarzwälder Genießerpfads „Der Teinacher“ ist das Flüsschen Teinach und das bekannte Mineralwasser aus Bad Teinach, von wo aus die Rundwanderung startet. Viel Natur und schöne Aussichten erwarten die Wanderer auf dieser Tour im nördlichen Schwarzwald. Trittsicherheit und Kondition sind auf den Mathildenstaffeln gefragt, die 600 Stufen lang auf die Hochfläche führen.

Schlossberghütte des Hotel Therme Bad Teinach

Auf verschlungenen Pfaden geht es durch den Wald hinab zur Wolfsschlucht und wieder aufwärts zur Schlossberghütte. Die 2015 eröffnete Einkehrmöglichkeit gehört zum stilvollen Hotel Therme Bad Teinach und zeichnet sich durch eine moderne Atmosphäre aus: Lichtdurchflutete Räume, viel helles Holz. Für den Bau im traditionsbewussten Blockhausstil wurden Weißtannenstämme aus dem heimischen Stadtwald verwendet.

Auf der Karte stehen typische schwäbische Gerichte: Neben Hütten-Vesper und vegetarischen Speisen dürfen auch G´schmelzte Maultauschen oder Linsen mit Spätzle nicht fehlen. Frisch gestärkt geht es weiter nach Zavelstein, dem ehemals kleinsten Städtchen Deutschlands. Als Belohnung wartet von der Burgruine aus ein Panoramablick auf die waldreiche Landschaft. www.hotel-therme-teinach.de

Schicke Berghütte und Hohe Tannen bei Freudenstadt

Die „Großvatertanne“ gilt als mächtigste Tanne des Schwarzwalds: Sie ist rund 47 Meter hoch, hat einen Stammumfang von 5,30 Metern und ist etwa 300 Jahre alt. In ihrer Nähe finden sich weitere Tannenriesen, die imposant in den Himmel ragen.

Wer diese entdecken möchte, begibt sich am besten auf den Premiumweg „Tannenriesen“, eine knapp neun Kilometer lange Rundtour im Nordschwarzwald, die in Freudenstadt startet. Etappenziel für das kulinarische Wohl ist die Berghütte Lauterbad, die zum Wellness-Hotel Lauterbad gehört. Getreu dem Motto „Style ist Heimat“ trifft unterm Schieferdach mit Glockentürmchen zeitgenössischer Rustikalchic im Landhausstil auf schwarzwaldtypische Stuben im Inneren. Altes Holz atmet Atmosphäre, Kerzen auf Eisenreifen als Leuchter zaubern stylische Atmosphäre in den großen Gastraum und auf die Tanzfläche.

Berghütte Lauterbad bei Freudenstadt im Schwarzwald

Zudem gibt es aussichtsreiche Außenplätze und Liegesitze auf der Sonnenterrasse. Auf der Speisekarte von Szenegastronom Steffen Schillinger stehen neben neu interpretierten klassischen Hüttengerichten auch „FritzBurger“ aus Hirsch- und Rindfleisch der Region (Opa Fritz war Jäger). Zur Erfrischung Berghütten-Eistee oder Berghütten-Bier. Abends kann die Hütte exklusiv gemietet werden. www.berghuette-lauterbad.de

Panoramafenster mit Blick auf den Schwarzwald und die Rheinebene

Am Seibelseckle, direkt an der Schwarzwaldhochstraße gelegen, startet der knapp sieben Kilometer lange Genießerpfad „Mummelsee-Hornisgrindepfad“. Die abwechslungsreiche Rundtour führt über einen verwunschenen Waldpfad auf den höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds, die Hornisgrinde (1.164 Meter). Die Hochmoor- und Grindenfläche des Hochplateaus wird auf einem Holzbohlenweg durchquert.

Mummelsee am Seibelseckle

Spektakulär ist der Ausblick des zur Nationalparkregion gehörenden Berges nach Westen, wo das Gelände bis ins Rheintal auf nur acht Kilometern über 1.000 Höhenmeter abfällt und somit ein grandioses Panorama auf die Rheinebene bis zu den Vogesen bietet. Direkt neben dem Hornisgrindeturm befindet sich die 2018 eröffnete Grinde-Hütte, geführt von Familie Zepf, Eigentümer des Wellnesshotels Forsthaus Auerhahn in Hinterlangenbach.

Weit, hell und luftig ist der Gastraum des beliebten Einkehrziels, dessen modernes Design mit heimischem Holz und Schindelfassade der Umgebung angepasst wurde. Große Panoramafenster sorgen für einen weitreichenden Ausblick auf den Schwarzwald, während die regionale Küche den Gaumen erfreut. Zu Füßen der Hütte liegt der sagenumwobene Mummelsee, an dem vorbei die Wanderung zurück zum Ausgangspunkt führt. www.grindehuette.de

Vom Nationalparkzentrum zum Wildsee und zur Darmstädter Hütte

2021 wurde das neue Nationalparkzentrum am Ruhestein offiziell für den Publikumsverkehr geöffnet. Mit seiner außergewöhnlichen Architektur und der spannenden Dauerausstellung ist das Besucherzentrum des Nationalparks Schwarzwald alleine schon einen Ausflug wert.

Wer aber noch weiter in den Nationalpark Schwarzwald eintauchen möchte, dem empfiehlt sich eine knapp neun Kilometer lange Rundwanderung auf stillen Wald- und Panoramawegen zum Wildsee, einem der schönsten Karseen des Nordschwarzwalds. Vom Ruhestein führt der Weg durch den Bannwald und lässt erahnen, wie die unberührten Waldflächen der Region einst ausgesehen haben könnten.

Die Darmstädter Hütte liegt im Naturschutzgebiet Wilder See und im Nationalpark Schwarzwald

Als Einkehrstopp empfiehlt sich die auf 1.030 Metern Höhe gelegene Darmstädter Hütte mit urgemütlicher Gaststube und Terrasse. Sie ist nur zu Fuß erreichbar, umgeben vom Naturschutzgebiet Wilder See und liegt im Nationalpark Schwarzwald. Die ganzjährig geöffnete Gastronomie bietet klassisches Hütten-Essen mit regionalen Zutaten und selbstgebackenem (Heidelbeer-)Kuchen. Mit weiten Ausblicken auf die endlosen Wälder geht der Wanderweg von der Hütte aus zurück zum Ausgangspunkt am Ruhestein. www.darmstaedter-huette.de

Wanderung auf einem Höhenrücken zum Martinsteinhiesli

Bei dieser Tour im mittleren Schwarzwald ist die Einkehr das Ziel, wie der Name „Wanderung zum Martinsteinhiesli“ schon sagt. Der 13 Kilometer lange, aussichtsreiche Weg auf dem Höhenrücken zwischen Durbach und Gengenbach startet kurz hinter Durbach auf dem Brandeck-Parkplatz.

Das Martinsteinhiesli ist Schwarzwaldidyll pur mit seinem Holzhaus auf gemauertem Kellergeschoss am Hang, im Sommer reicher Geranienschmuck wie aus dem Bilderbuch und einem großen Biergarten mit schöner Aussicht ins Mittelbachtal. In der urigen Gaststube in Schwarzwälder Holzbauweise erwartet die Wanderer ein gemütliches Ambiente, gute badische Weine, reichhaltige und herzhafte Schwarzwaldküche (auch für Vegetarier geeignet), Vesperplatte mit Speck, Wurst und Holzofenbrot aus eigener Produktion, ebenso Apfelmost und Schnäpsle, Wild- und Ziegengerichte von Tieren aus dem eigenen Wildgehege. Kinder können sich auf dem Spielplatz hungrig toben, Sonnenhungrige sich im kleinen Park ausruhen, bevor es zum Ausgangspunkt zurückgeht. www.martinsteinhiesli.de

Das Martinsteinhiesli ist Schwarzwaldidyll pur

Weiden, Schwarzwaldhöfe und kleine Hofkapellen

Der in Schramberg startende Qualitätsweg „Lauterbacher Wandersteig“ ist anspruchsvoll: Auf den 34 Kilometern summieren sich die An- und Abstiege auf gut 1.350 Höhenmeter. Belohnt wird man unterwegs jedoch von der abwechslungsreichen Landschaft des mittleren Schwarzwalds mit markanten Bundsandstein-Formationen sowie Ausblicken auf Weiden, Schwarzwaldhöfe und kleine Hofkapellen.

Höchster Punkt auf der Tour ist der Mooswaldkopf (879 Meter), auf dem im Gedächtnishaus Fohrenbühl der Gasthof „Turm“ Anlaufstelle für müde Wanderer ist. Vom Aussichtsturm bietet sich eine Rundumsicht auf Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb und bis zu den Alpen. Auf dem Turm kann man übrigens sogar heiraten. Im Inneren beeindruckt die urgemütliche Schwarzwälder Gaststube mit Kachelofen und rustikalem Holzambiente.

Der Gasthof Turm an dem Gedächtnishaus Fohrenbühl ist Anlaufstelle für müde Wanderer

Serviert wird regionale Küche der Saison, inklusive Schnitzel vom Schwarzwälder Kräuterschwein oder Rumpsteak vom Schwarzwaldrind. Wer den Steig in zwei Etappen laufen möchte, der kann in einem der acht gemütlichen Doppelzimmer ganzjährig übernachten. www.der-turm-fohrenbuehl.de

Vom Belchen ins Münstertal

Vor allem an klaren Spätsommertagen besticht der Belchengipfel im Süden der Ferienregion durch seine gigantische Fernsicht. Die Talstation des wohl schönsten Aussichtsbergs im Schwarzwald (1.414 Meter) ist Ausgangspunkt der knapp 22 Kilometer langen Wanderung, die über den Belchen hinab ins Münstertal führt. Unterwegs bestimmen einsame Schwarzwaldhöfe inmitten von Wiesen und Weiden das Bild, welches sich den Wanderern auf der Tour bietet.

Perfekte Einkehrmöglichkeit ist der idyllisch gelegene Almgasthof Kälbelescheuer mit urig-gemütlichen Gasträumen und einer großen geschützten Aussichtsterrasse. Zu den großen herzhaften Portionen von Schnitzel, Wurst- und Kartoffelsalat, gemischte Speck- und Bergkäseplatte gibt es den Blick auf den „magischen“ Belchen sowie Weitblicke über das Markgräflerland und das Oberrheintal weit in die Vogesen. www.muenstertal-staufen.de

Luftbild des Almgasthof Kälbelescheuer im Münstertal

Aussichtsreiche Tour auf dem Kandel zum „Fensterliwirt“

Der Kandel im ZweiTälerLand ist mit 1.241 Metern der höchste Berg im mittleren Schwarzwald und einer der imposantesten Gipfel der Region. Zur Umrundung des Kandelgipfels lockt die sieben Kilometer lange Kandel-Tour (Josef-Seger-Weg) mit Start an der Bergwelt Kandel. Im Frühling liegt der Kandel oft in den Wolken, im Herbst oft über den Wolken. Im Mai werden rund 100 Stück weibliches Jungvieh der GummenweideGenossenschaft auf die Hochweiden des Kandelmassivs getrieben, im Spätherbst ziehen die Kühe beim Almabtrieb wieder ins Tal. Der Herder (Hirte) Andy Beha ist mit seiner Familie auch zugleich „Fensterliwirt“.

Ziel der Tour auf dem Kandel ist der Fensterliwirt

Am Fenster der urigen Gummenhütte gibt es selbstgebackene Kuchen, Speckbrot, Käsebrot, Wurstsalat mit Kräutern von der Bergwiese, Weine und Schnäpsle aus dem Glottertal, Biere von Rothaus oder Gummendudler (Sirupschorle). Sind die Bänke draußen zu nass zum Sitzen, bleibt das Fensterli geschlossen. Von den Bänken an der Alm schweift der Blick auf den Feldberg, auf die Vogesen, im Herbst oft auch bis in die Alpen. Die Bauernstube mit Kachelofen bietet bis zu 20 Gästen Platz, für Übernachtungsgäste gibt es zwei gemütliche Zimmer (ein Doppelzimmer und eins mit drei Stockbetten für 6 Personen), Gemeinschaftsbad und kleiner Küchenecke. www.gummenhuette.de

Hoch hinauf zum „Toten Mann“

Von Oberried im Dreisamtal führt eine Straße ins Zastlertal, eines der steilsten Täler der Region. Ausgangs- und Endpunkt der knapp sieben Kilometer langen Bergwanderung hinauf zum Gipfel „Toter Mann“ (1.321 Meter) ist die Stollenbacher Hütte am Ende der Straße. Die gemütliche Wirtschaft in einem mächtigen dunklen Schwarzwaldhaus mit sonniger Außenterrasse, in fast 1100 Meter Höhe, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Wer übernachten will, der hat die Auswahl zwischen einem der zwölf Betten im Matratzenlager, einem der zwei Doppelzimmer oder einem Dreibettzimmer.

Stollenbacher Hütte im Dreisamtal

Mit nur wenig zu bewältigenden Höhenmetern führt die Wanderung auf den Gipfel des „Toten Mannes“. Durch Weiden und Wälder mit schönen Ausblicken auf das Dreisamtal und die umliegenden Berge kehrt man bereits in knapp zwei Stunden zurück zum Berggasthof. Der lädt mit Schwarzwälder Küche inkl. Steak vom Weiderind, Badisch Dreierlei, Flammkuchen und selbstgemachtem Eis zur Einkehr. Für Familien lockt alternativ eine aussichtsreiche und informative Wanderung auf dem Weidelehrpfad um die Stollenbacher und Erlenbacher Bergweiden mit Wissenswertem über die Viehhaltung in der Höhenlandwirtschaft. www.stollenbacherhuette.de

Quelle: Schwarzwald Tourismus GmbH

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