Ingo Bracke verwandelt unter dem Motto STADTWANDELN fünf historische Gebäude

Von Freitag, 11. bis Sonntag, 13. März 2016, jeweils von 19.30 bis 24 Uhr (am Sonntag bis 22 Uhr) verwandelt Ingo Bracke mit Licht und Klang den Innenhof des Schlosses Johannisburg und die Muttergottespfarrkirche. Auch weitere bekannte Gebäude der Stadt wie das Pompejanum, den Frühstückstempel und das Kornhäuschen bezieht er mit ein. Sein Ziel beschreibt der Künstler so: „Durch die künstlerische Intervention mittels Licht und Klang sollen unter dem Motto ‚STADTWANDELN‘ wichtige Ereignisse der städtebaulichen Geschichte und der Bedeutungswandel von Orten offenbart werden. Ich beschäftige mich dabei vor allem mit der Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau. Die Lichtkunstnächste sollen neben einer unmittelbar sinnlichen Wirkung auch zur Reflexion anregen.“

Tageskarte für Schlosshof und Muttergottespfarrkirche für 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, gibt es ab 1. März an der Theaterkasse im Stadttheater Aschaffenburg und bei der Tourist-Information Aschaffenburg.

Nähere Informationen unter www.stadtwandeln.org

Von Luminale ausgeschlossen

Burkard Fleckenstein, Leiter des städtischen Kulturamtes und Veranstalter der Lichtkunstnächte, verweist auf den zeitlichen Zusammenhang mit der Luminale: „Dieses Jahr findet die achte Biennale der Lichtkunst im Rhein-Main-Gebiet statt. Wir beteiligten uns an dem Kulturprojekt in den Jahren 2008, 2010 und 2012. 2014 wurde Aschaffenburg als teilnehmender Ort ausgeschlossen. Dennoch haben wir in eigener Regie anlässlich des Schlossjubiläums 2014 Lichtkunstnächte im Innenhof des Schlosses Johannisburg durchgeführt, die rund 19.000 Menschen besuchten. Anknüpfend an diesen Erfolg setzen wir unser Engagement für die Lichtkunst fort – auch ohne Unterstützung der Luminale.“

Der Kulturamtsleiter freut sich, dass er, wie beim Schlossjubiläum 2014, wieder Ingo Bracke für ein Projekt in Aschaffenburg gewinnen konnte: „Ingo Bracke zeichnet mit Licht neue Möglichkeiten. Bei einem Spaziergang durch Aschaffenburgs historischer Altstadt während der Lichtkunstnächte wird man Architektur und urbanen Raum ganz neu erleben können.“

Fünf historische Gebäude einbezogen

Ingo Bracke begreift die Lichtkunstnächte als ein Slow-Light-Festival. „Dieses Format“, so Bracke, „setzt auf Entschleunigung, auf Nachhaltigkeit und auf eine profunde Auseinandersetzung mit den jeweiligen Orten. Es schafft Erlebnisse sowohl für die Sinne als auch für den Geist.“

Die Muttergottespfarrkirche verhüllt Bracke mit einer Lichthaut, durch die sich die schweren Mauern scheinbar auflösen. Im Inneren der Kirche lässt eine live dargebotene, raumfüllende 360-Grad-Projektion im Zusammenspiel mit einer Klanginstallation Zeit und Raum zerfließen. Jeden Abend gibt es hier zudem Livekonzerte zu denen simultan Bildwelten kreiert werden. Im Hof des mächtigen Renaissanceschlosses Johannisburg begeben sich Besucher auf eine Reise in das lange Vorleben der ehemals mittelalterlichen Burg. Handgemalte, leuchtende Bilder legen sich über die Fassaden und räumliche Klänge wandern durch einen stimmungsgeladenen Ort. Lichtpunkte markieren zudem das Pompejanum und den Frühstückstempel im Schlossgarten über dem Main und machen von weitem auf die Slow-Light-Lichtkunstnächte in Aschaffenburg aufmerksam. Auch das gegenüber dem Schloss liegende Kornhäuschen setzt mit pulsierendem, die Proportionen der Architektur verändernden Licht Akzente.

Hintergrund: über den Künstler Ingo Bracke

Ingo Bracke ist ein spartenübergreifend arbeitender Künstler. Nach einer Lehre zum Malergesellen studierte er Architektur in Barcelona, Innenarchitektur in Hannover, Medienkunst in Saarbrücken sowie Bühnenbild und Lichtdesign in Dresden. Er war Meisterschüler der Klangkünstlerin Christina Kubisch und des Bühnenbildners Johannes Leiacker.

Als Installationskünstler kann Ingo Bracke auf eine internationale Karriere zurückblicken. Er schuf großformatige Lichtkunstwerke u.a. in Sydney (Argyle Cut/Harbour Bridge), Singapur (Maybank Tower und Marina Bay Stadium) und Amsterdam (Brücke Hoge Sluis). Er realisierte Lichtinstallationen unter anderem für den Reichstag in Berlin oder für das 175. Jubiläum des Hambacher Festes am Hambacher Schloss. Dauerhafte Arbeiten sind neben anderen für das Bachhaus in Eisenach, das Fraunhofer-Institut und das Fußball Stadium in Kaiserslautern entstanden. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten mit Licht sind landschaftsbezogen Großprojekte wie die Gestaltung eines Alpentals zu einer begehbaren Landschaftsmalerei, die Überzeichnung von Weinbergen an der Mosel mit kalligrafischen Lichtspuren oder die Formung des Loreley Felsen zu einem Lichtgedicht. Im Jahr 2015 inszenierte er als Installationskünstler und Regisseur ein spartenübergreifendes Projekt über den Reformator Martin Luther (www.luthERleuchtet.de), das im Jahr 2017 im Rahmen des Reformationsjubiläums fortgeführt wird.

Als Bühnenbildner, Licht- und Videodesigner arbeitete Ingo Bracke zusammen mit namhaften Choreografen und Regisseuren wie Marguerite Donlon, Ismael Ivo und Jan Bosse am saarländischen Staatstheater und der Bayerischen Staatsoper.

Ingo Bracke lebt mit seiner Familie im Teutoburger Wald, dem Pfälzer Wald und in Berlin.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter der Adresse www.info-aschaffenburg.de

Quelle: Kongress- und Touristikbetriebe der Stadt Aschaffenburg

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