Kraft der Natur: Grüne Rückzugsorte im Süden
In Baden-Württemberg vereinen sich beeindruckende Landschaften und besondere Kraftorte zu Oasen der Ruhe und Inspiration. Alte Kultstätten, mystische Berge und meditative Wege bieten Naturerlebnisse, die Körper und Geist in Einklang bringen. Ob beim Waldbaden unter Baumriesen oder auf den Spuren der Kelten – diese grünen Paradiese lassen die Kraft der Natur auf besondere Weise spüren.
Konzert der Bäume: Klangoase im Luisenpark Mannheim
Zunächst locken einen die Klänge an, dann lassen sie einen nicht mehr los. Unweigerlich geht der Blick nach oben, um ihren Ursprung zu entdecken. Die sechs Klangquellen sind jedoch gut in den Bäumen versteckt, die sich über die Ruheinsel im Mannheimer Luisenpark beugen. Von dort aus erfüllen die unterschiedlichen Klänge des in der Stadt Mannheim heimischen Komponisten Peter Seiler den Landschaftsgarten. Zarte Geigen, ein melancholisches Klavier und verschiedene Naturgeräusche verzaubern die Ohren der Gäste, die sich auf den Liegen ihren Tagträumen hingeben.
Von Kraftort zu Kraftort: Pfade der Stille im Jagsttal
Neue Blickwinkel und wohltuende Erfahrungen versprechen die „Pfade der Stille” im Jagsttal. Sie führen zu fünf Gemeinden mit besonderen Kraftorten. Orte, die mit ihrer meditativen Stille und spürbaren Spiritualität überraschen und berühren. Dazu gehören Naturdenkmale wie eine 1.000 Jahre alte Linde, natürliche Eiskeller und ein See, der nur zeitweise auftaucht. Aber auch Klöster, Kapellen und Wallfahrtsstätten wie die Lourdesgrotte in Zaisenhausen. Pilger und Wanderer sind dazu aufgerufen, die regionalen Kleinode auf sich wirken zu lassen. Ob bei einer Zeitreise in die Vergangenheit, beim Naturerleben oder in stiller Meditation, bleibt dabei jedem selbst überlassen.
Eins mit sich und der Natur: der Wu-Wei-Wasserweg in Bad Peterstal-Griesbach
Der Alltag und seine Herausforderungen lassen uns oft den Blick für das Wesentliche verlieren. „Der Wald hat das Potenzial, den inneren Frieden wiederherzustellen“, ist Anna Karina Cassinelli Vulcano überzeugt. Die Yoga-Lehrerin lädt dazu ein, im Grün des Schwarzwalds den Wu-Wei-Wasserweg entlangzuwandern und sich am Ufer der Wilden Rench auf das aus dem Daoismus stammende Prinzip „Wu Wei“ einzulassen: nicht gegen das Negative anzukämpfen, sondern dem natürlichen Fluss der Dinge bewusst zu folgen. Achtsamkeits- und Atemübungen helfen dabei, sich selbst verstärkt wahrzunehmen und die eigene Existenz inmitten der Natur zu spüren.
Grüne Mystik: Spirituelle Touren im Nationalpark Schwarzwald
Mit seinen dunklen Tannen, unergründlichen Seen und nebelverhangenen Anhöhen erscheint der Schwarzwald vielen als mystischer Ort. Wer hier gezielt nach spirituellen Angeboten sucht, wird auch schnell fündig. Im Nationalpark etwa führen verschiedene Touren zu den Kirchen und Kapellen entlang der Schwarzwaldhochstraße. Zwei „Schöpfungswege“ bieten die Möglichkeit, „In himmlischer Ruhe“ und „Dem Himmel nahe“ zu wandern.
Man kann sich auch auf einen geistlichen Rundgang um den Mummelsee begeben. Wer lieber in der Gruppe unterwegs ist, kann sich den Outdoor-Angeboten des ökumenischen Netzwerks „Kirche im Nationalpark Schwarzwald“ anschließen.
Regeneration für Körper und Geist: Yoga-Natur-Pfad Lauterbach
Das Landschaftsschutzgebiet Sulzbachtal gilt als eines der schönsten Hochtäler des Schwarzwaldes und bietet besonders reine Luft – ein Paradies für Wanderer und Biker. Aber auch Entspannungssuchende können hier zur Ruhe kommen. Der Yoga-Natur-Pfad verfügt über acht Stationen, an denen verschiedene Yoga-Übungen erläutert werden.
Vom stabilen Stand über die „Baumhaltung“ bis hin zur „Mutigen Heldin“ folgt man dem Weg bis zur Schlussmeditation. Dabei wird die Natur um den kleinen Berg „Boschel“ besonders intensiv wahrgenommen. Bäume und Pflanzen, Luft und Düfte tragen zur Entspannung bei und bringen Körper und Geist in Einklang.
Kühlen Kopf bewahren: Coolcation trifft Schwäbische Alb
Wer die Schwäbische Alb kennt, weiß, dass es hier gerne mal einen Kittel kälter ist als andernorts. In Zeiten steigender Temperaturen ist das ein echter Standortvorteil. In dem Mittelgebirge mit Höhenlagen von bis zu 1.000 Metern lässt es sich auch an heißen Sommertagen angenehm wandern und Rad fahren. In einem der lieblichen Flusstäler, in luftigen Höhen am Albtrauf, entlang rauschender Wasserfälle oder zu einer der vielen kühlenden Höhlen. Oder man stürzt sich direkt ins kühle Nass. Allein auf der Ostalb bieten zehn Badeseen allen, die sich nach Erfrischung sehnen, ideale Bedingungen.
Zum „Mehr des Lebens“: Wege der Besinnung und Einkehr auf der Ehinger Alb
Dass das Biosphärengebiet Schwäbische Alb viele Möglichkeiten für abwechslungsreiche Wandertouren bietet, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass man im Raum Ehingen aber nicht nur wandern, sondern auch das „Mehr des Lebens“ entdecken kann, ist dagegen vielleicht überraschend. Die „Wege der Besinnung und Einkehr der Ehinger Alb“ führen als Rundweg durch die Landschaft und laden dazu ein, den Alltag Schritt für Schritt zurückzulassen und neue Lebensqualität zu gewinnen. Tafeln am Wegesrand regen dazu an, Altes und Gewohntes zu überdenken, und geben mit „Besinnungsgedanken” neue Impulse. Ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“
Kultstätten der Kelten: Heidentor und Götzenaltar auf dem Heuberg
Das „Heidentor“ bei Egesheim war in der Keltenzeit eine überregional bekannte Kultstätte für Fruchtbarkeitsriten. Bis heute zieht das Naturdenkmal Frauen mit Kinderwunsch an. Der sechs Meter hohe und vier Meter breite Felsbogen ist nur zu Fuß über einen steilen Pfad erreichbar. Er ist jedoch nicht der einzige magische Ort in der Gegend. Nur wenige Kilometer weiter liegen vorgeschichtliche Grabhügel, eine spätkeltische Viereckschanze und der „Götzenaltar“, ein gespaltener Felsblock aus albtypischem Kalkgestein. Um ihn herum befinden sich bizarr geformte Felsbrocken und Gräber. Auch hier lassen Funde vermuten, dass der Ort einst als Opfer- oder Kultstätte genutzt wurde.
Friedvolle Felsen: Belchen, Kandel und Co.
Der Belchen ist mit 1 414 Metern zwar nur der vierthöchste Berg im Schwarzwald. Dafür verfügt er über eine besonders geheimnisvolle und ruhige Ausstrahlung. Die Kelten bezeichneten den markanten Berg bei Münstertal als „den Strahlenden“ und schrieben ihm mystische Kräfte zu. Von seinem glatten Buckel aus genießt man eine großartige Aussicht über den Schwarzwald und ins Rheintal. Dichter Johann Peter Hebel resümierte daher: „Der Belchen ist die erste Station zwischen Himmel und Erde.“ Weitere steinige Kraftorte im Schwarzwald sind die Giersteine bei Forbach im Murgtal, der Kandel bei Waldkirch und der Blößling westlich von Bernau.
Waldbaden unter Giganten: Wanderweg „Wäldersinn“ bei Rothaus
Zwischen den mächtigen Tannen des Südschwarzwalds steht eine, die noch mächtiger ist. Die „Danieltanne“ besitzt den größten Umfang aller Schwarzwald-Tannen und ist mit einem geschätzten Alter von über 400 Jahren die älteste Tanne der Republik. Seit Mai 2026 trägt sie daher auch den Titel „Nationalerbe-Baum“. Auf dem Rundwanderweg „Wäldersinn“ zwischen Rothaus und Grafenhausen lässt sich das Nadeldach, das das Naturdenkmal gemeinsam mit seinen Nachbarinnen bildet, auch aus der Horizontalen bewundern. Mehrere Holzliegen laden gemeinsam mit dem verlockenden Nadelduft zu einem wohltuenden Bad inmitten der Holzriesen ein.
Zwischen Himmel und Hölle: Fürstlicher Park Inzigkofen
Amalienfelsen und Eremitage, Hänge- und Teufelsbrücke, Himmelsleiter und Höllschlucht: Der Inzigkofer Park bietet viele Highlights mit klingenden Namen. Im frühen 19. Jahrhundert von Fürstin Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt, lädt der Park an der Donau auch heute noch zum Lustwandeln ein. Einen der schönsten Ausblicke über das Donautal bietet der Aussichtspunkt „Känzele“. Er liegt über den „Inzigkofer Grotten“, die über Jahrmillionen vom Wasser aus dem Kalkgestein gewaschen wurden. Die spektakuläre Anlage kann man auf verschiedenen Wander- und Spazierwegen erkunden.
Quelle: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW)
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