Literarische Wanderungen 2026 im Schwarzwald

Die Hermann-Hesse-Statue auf der Nikolausbrücke in Calw. - Literarische Wanderungen 2026 im Schwarzwald

Schon die großen Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts kannten die inspirierende Wirkung der Natur. Auch die mystische, sagenumwobene Landschaft des Schwarzwalds hat seit jeher Schriftsteller und Dichter geprägt. Im Jahr 2026 feiert die Region den 200. Geburtstag von Joseph Victor von Scheffel, dessen Werk „Der Trompeter von Säckingen” weit über die Grenzen der „Trompeterstadt” hinaus berühmt wurde.

Wer sich heute auf die Spuren Scheffels und weiterer Schwarzwald-Autoren begibt, kann besondere Wanderungen erleben, die Literatur und Landschaft miteinander verbinden. In Bollschweil befindet sich das Marie-Luise-Kaschnitz-Haus, in Calw das Hermann-Hesse-Haus und im Wiesental das Johann-Peter-Hebel-Haus. In diesen Häusern kann man nicht nur mehr über das Leben und Wirken der Schriftsteller erfahren, sondern man findet sich auch in der Umgebung wieder, die ihnen als Inspiration diente: inmitten von Wiesen, Wäldern und Hügeln.

Literarische Wanderungen im Schwarzwald

Dorfspaziergang zu Ehren von Marie Luise Kaschnitz durch Bollschweil

Die vor 125 Jahren in Karlsruhe geborene Marie Luise Kaschnitz weilte zeitlebens immer wieder in ihrem Elternhaus, dem Schloss Bollschweil. Wer das im Markgräflerland, kurz vor den Toren Freiburgs gelegene Bollschweil heute erkundet, spaziert zugleich durch die literarische Welt der Schriftstellerin (1901–1974): Mit der Erzählung „Beschreibung eines Dorfes“ (1966) hat Kaschnitz der Gemeinde ein bleibendes Denkmal gesetzt – eine poetische Liebeserklärung an die Landschaft und ihre Menschen. Mithilfe des online verfügbaren Leitfadens und der Karte lassen sich die in der Erzählung beschriebenen Orte entdecken: stille Gassen, das Schloss Bollschweil und Plätze voller Geschichte(n). Ergänzend lohnt sich ein Besuch des Kaschnitz-Zimmers im Rathaus oder des Gedenksteins auf dem Friedhof, auf dem die Ehrenbürgerin beigesetzt wurde.

Auf den Spuren von Hermann Hesse – zwischen Calw und Hirsau

Ein Spaziergang durch die historische Altstadt Calws wird zu einer Reise in die Welt eines der berühmtesten Schriftsteller Deutschlands: Hermann Hesse (1877–1962). Der gut drei Kilometer lange Rundgang führt über den Marktplatz, auf dem sich Hesses Geburtshaus und weitere historische Fachwerkhäuser befinden, über die Nikolausbrücke und durch enge Gassen, die Schauplätze vieler seiner Erzählungen sind. Wer die Augen offen hält, erkennt die Orte, die Hesse in Werken wie „Unterm Rad” oder „Gerbersauer Geschichten” (sein poetischer Name für seine Heimatstadt) so eindrucksvoll beschrieb. Mit dem Flyer „Literarischer Streifzug” der Stadt Calw in der Hand können die Schauplätze seines Lebens und Schreibens erkundet werden. Dabei wird deutlich, warum Calw für den Nobelpreisträger „die schönste Stadt von allen“ war. Vom 2. Juli bis 9. August 2026 präsentiert der „Gerbersauer Lesesommer“ musikalisch umrahmte Lesungen.

Außergewöhnliche Sonderausstellung in Riegel: Hesse als Maler

Die Ausstellung „Hermann Hesse – Bereit zum Aufbruch“ zeigt in einer umfassenden Werkschau rund 130 Aquarelle, Tusche- und Federzeichnungen, Typoskripte von Gedichten, illustrierte Briefe, Erstausgaben sowie Fotografien des genialen Grenzgängers. Sie lässt Hesses künstlerisches und literarisches Werk in einen Dialog treten. In Hesses farbenfrohen Aquarellen kommen seine Liebe zur Natur und zu seiner Wahlheimat Tessin, seine Sehnsucht nach Harmonie und Vervollkommnung sowie seine großen Themen – Aufbruch, Erneuerung, Suche nach der eigenen Identität und einem Leben im Einklang mit sich und der Umwelt – zum Ausdruck. Die Ausstellung ist vom 21. März bis zum 11. Oktober 2026 in der Kunsthalle Messmer in Riegel am Kaiserstuhl zu sehen.

200 Jahre Scheffel in Bad Säckingen: Bergsee und Trompetenklänge

Die gemütliche Rundtour startet in der Bad Säckinger Innenstadt und führt auf rund sechs Kilometern durch die historische Lindenallee hinauf zum idyllischen Bergsee. Hier lädt die wildromantische Stimmung zum Verweilen ein – so wie es einst Joseph Victor von Scheffel (1826–1886) tat. Er verlieh dem ehemaligen „Schwarzsee“ seinen heutigen Namen. Der markante „Scheffelfelsen“ am Rande des Sees erinnert an den Dichter des berühmten Versepos „Der Trompeter von Säckingen“ (1854).

Wer die Wanderung verlängern möchte, kann einen Abstecher in den Schlosspark der „Trompeterstadt“ einplanen. Dort befinden sich die Scheffelbüste, der beliebte Trompeter-Brunnen und die Büste des Katers Hiddigeigei – eine charmante Hommage an Scheffels berühmtestes Werk. Es wurde ab den 1870er Jahren zum Bestseller und erzählt von einer realen Liebesgeschichte, die die Standesgrenzen ignorierte. Neben Themenführungen mit Trompetenklängen gibt es drei Kater-Kinder-Stadt-Rallyes. Im Hochrheinmuseum Schloss Schönau ist zudem vom 1. April bis zum 1. November 2026 eine Ausstellung zu Scheffels 200. Geburtstag zu sehen.

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Pforzheim – Kultur - Natur - Freizeit

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Erlebnispaket Albtal – Schwarzwald

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Lustwandeln auf Mörikes Spuren in Nagold

Der rund acht Kilometer lange „Mörike-Wanderweg” führt von der historischen Stadtkirche in Nagold hinaus in die Natur und verbindet Kultur mit Natur. Auf acht Wegtafeln erfahren Wanderer Spannendes aus dem Leben des schwäbischen Biedermeier-Lyrikers und Pfarrers Eduard Mörike (1804–1875). Nach einem Anstieg öffnet sich der Weg zu weiten Wiesenflächen, bevor er durch das „Kuhloch“, eine Unterführung der Bahngleise und ein „Lost Place“, zurück in die Stadt führt. Den Abschluss bildet der Zeller-Mörike-Garten, ein Ort der Ruhe und Inspiration. 1862 kurte Mörike im Nagolder Rötenbad und besuchte auf Einladung des Apothekers Gottlieb Heinrich Zeller mehrmals dessen bezaubernden Garten. Die Erinnerung daran hält auch die Dauerausstellung des „Museums im Steinhaus“ lebendig, die im Andenken an die beiden im Gartenhaus eingerichtet wurde.

Der „Wiesensteig“ entführt in Grimmelshausens Schelmenroman

Der rund 13,5 Kilometer lange Schwarzwälder Genießerpfad „Wiesensteig“ schlängelt sich durch das Tal der wilden Rench bei Bad Peterstal-Griesbach, vorbei an blühenden Bergwiesen, klaren Bächen und eindrucksvollen Aussichtspunkten. Zahlreiche Rastplätze und Himmelsbänke laden zum Verweilen ein, während Getränkebrunnen und Einkehrmöglichkeiten für Genussmomente sorgen. Hier, in der zweiten Heimat von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622–1676), spürt man die Kraft der Natur, die den Autor des Schelmenromans „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“ (1668) einst inspirierte.

Einige Episoden des Romans, der ein plastisch-schauriges, doch zugleich auch bemerkenswert humoristisches Bild der damaligen Zeit vermitteln, spielen in dieser Region, in der sich der Protagonist schließlich als Bauer niederlässt. Der Schwarzwald spielt bei Grimmelshausen auch deshalb eine prominente Rolle, weil er, der erste große Romancier der deutschen Literatur, in der Region lebte. In Renchen lohnt sich ein Besuch im „Simplicissimus-Haus“. Zudem ist sein 350. Todestag Thema der „Heimattage Baden-Württemberg“ in Oberkirch.

Familienspaß mit Wilhelm Hauff in Bad Wildbad

Köhler, Glasmacher und dunkle Sagengestalten sind die Akteure von Wilhelm Hauffs im Jahr 1827 erschienenem Märchen „Das kalte Herz“. Die Erzählung vom mittellosen Köhler Peter Munk, der aus Liebe zur schönen, aber aus gutem Hause stammenden Lisbeth einen Weg sucht, um reich zu werden, fasziniert noch immer. Der Märchenweg „Das kalte Herz“ in Bad Wildbad führt auf rund drei Kilometern durch die Wälder des Sommerbergs und lässt Hauffs berühmte Erzählung lebendig werden. An zehn Stationen begleiten Hörspiele die Geschichte von Peter Munk, dem Glasmännlein und dem Holländer-Michel. Dazu werden spannende Informationen zu Schwarzwälder Traditionen wie Flößerei, Glasmacherei und Köhlerei vermittelt.

Start- und Endpunkt ist der Turm des Baumwipfelpfads, der mit seinem spektakulären Ausblick über den Schwarzwald lockt. Ein weiteres Highlight ist die nahe gelegene „Wildline“-Hängebrücke. Wer noch tiefer in die Welt des „Kalten Herz“ eintauchen möchte, sollte auch die Ausstellung im Schloss Neuenbürg und Hauffs Märchenmuseum in Baiersbronn besuchen.

Der Märchenweg in Bad Wildbad erzählt Das kalte Herz von Wilhelm Hauff.

Eine Wanderung durch Johann Peter Hebels Heimat

Hebel (1760–1826) gilt heute als der bedeutendste alemannische Mundartdichter. Die Erinnerungen an seinen Geburtsort Basel und seine Kinder- und Jugendjahre im Wiesental im südlichen Schwarzwald haben seine Werke geprägt. Mit seinem Gedicht „Die Wiese“ hat er der Region ein literarisches Denkmal gesetzt. Der 60 Kilometer lange „Hebel-Wanderweg“ orientiert sich daran und verläuft von der Quelle des Flüsschens Wiese am Feldberg bis zur Schifflände in Basel. Die rund 14 Kilometer lange Teiletappe von Zell bis Steinen führt durch das idyllische Wiesental. Zahlreiche Tafeln entlang des Weges geben Einblicke in Hebels Leben und sein Werk. Ein Höhepunkt ist das Hebelhaus in Hausen, das heute als Museum besichtigt werden kann und die nahezu originalgetreu erhaltene Wohnung des Schriftstellers zeigt.

Berthold Auerbachs Weltbestseller: die „Schwarzwälder Dorfgeschichten“

Der aus Nordstetten bei Horb am Neckar stammende Berthold Auerbach (1812–1882) beschrieb in seinen „Schwarzwälder Dorfgeschichten” eindringlich das einfache und traditionelle Leben. Seinen Durchbruch erlebte er 1843 mit den ersten neun der insgesamt 27 „Dorfgeschichten“, die den Nerv der Zeit trafen und ihn zu einem der meistgelesenen deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts machten. Sie wurden in riesigen Auflagen gedruckt und waren auch international höchst erfolgreich. Mark Twain bekannte später, den Schwarzwald zuerst durch Auerbachs Geschichten kennengelernt zu haben.

In seinen Werken spricht zwar teilweise der Geist der Romantik, dennoch wird die damalige Zeit nicht als heile Welt verklärt: Gesellschaftliche Missstände wie die Willkür der Obrigkeit oder der Gegensatz von Stadt und Land werden thematisiert. Auf den Spuren Auerbachs können sich Wanderer auf der knapp zwölf Kilometer langen „Talblick-Tour“ in Horb am Neckar begeben. Die Route führt unter anderem am barocken Nordstetter Schloss vorbei, in dem sich in zwei Räumen das Auerbach-Museum befindet.

Von der Turmbergterrasse in Karlsruhe-Durlach hat man einen tollen Ausblick über die Stadt. Am Turmberg führt auch der Mundartdichterweg vorbei.

Der Mundart-Dichter-Weg in Karlsruhe

Für alle Freunde der Mundart gibt es in Karlsruhe-Durlach eine besondere Rundwanderung: Auf dem circa zwei Kilometer langen Weg entlang des Turmbergs kann man mithilfe einer Audio-App an sieben Stationen der Mundart von Dichterinnen und Dichtern aus der Region lauschen. Zunächst bietet sich von der Turmbergterrasse ein wunderbarer Blick über die Fächerstadt Karlsruhe und die Rheinebene. In der Folge erzählen die Gedichte von „Unner Wegs“ (Iris Treiber) und beschreiben „Mei Dorlach“. (Sabine Marona) und stellen die Frage „Was isch Hoimat“ (Adin Hassa). Zum Ende hin müssen schließlich die 528 Stufen des „Hexestäffeles“ bezwungen werden, die vom Tal direkt auf den Turmberg führen. Diese Stufen hat Klaus Eppele in seinem gleichnamigen Poem humorvoll verewigt.

Literarisch-kulinarische Wanderung auf dem „Lebküchlerweg“

Die Todtmooser werden seit jeher im Volksmund auch „Lebküchler“ genannt. Früher waren es neben den Bäckern die Frauen im Ort, die sich mit dem Backen ein Zubrot verdienten. Sie verkauften die haltbaren Lebkuchen vor der Wallfahrtskirche an durchreisende Pilger oder zogen in der Vorweihnachtszeit als „Lebkuchenweiblein“ mit den Köstlichkeiten durch die ärmeren Gebiete des Schwarzwalds. Dieser Spitzname gab auch dem Schwarzwälder Genießerpfad „Lebküchlerweg“ seinen Namen. Er zeichnet sich durch panoramareiche Aussichtspunkte aus.

Er verläuft zwölf Kilometer weit über schmale Wiesen- und Waldpfade im Süden der Ferienregion und führt bis auf knapp 1 200 Meter Höhe. Literarischen Widerhall hat diese Tradition auch im Kinderbuch „Alle warten auf das Lebkuchenweiblein“ (2016) der Schwarzwälder Autorin Heidi Knoblich gefunden. Die Erzählung, untermalt von elf detailreichen Farbzeichnungen von Martina Mair, stellt den kleinen Jakob ins Zentrum, der sich auf die Suche nach den duftenden Lebkuchen macht, um Weihnachten zu retten.

Was der Westweg „über den Schwarzwald“ zu erzählen hat

In ihrem Buch „Über den Schwarzwald: Entdeckungsreise auf dem Westweg“ (2024) verweben der Autor Johannes Schweikle und der Fotograf Daniel Keyerleber gekonnt Wanderbericht, Naturbeschreibungen, Mentalitätsgeschichte, historische Entwicklungslinien, literarische Stimmen und Porträts spannender Persönlichkeiten in- und miteinander. So wie der legendäre, 1900 angelegte „Westweg“ auf seinen 285 Kilometern von Pforzheim bis Basel einmal quer durch die Ferienregion und über alle Höhen des Mittelgebirges führt, so hat sich auch der 1960 in Freudenstadt geborene Schweikle auf 256 Seiten mit den Höhen (und Tiefen) der Region auseinandergesetzt.

Fotograf Daniel Keyerleber hat passende, eigenwillige Bilder für das Ge- und Beschriebene gefunden. Besonders lesenswert sind die schön skizzierten großen Geschichtslinien, die auch den Schwarzwald und seine Wahrnehmung prägten. Die aus heutiger Sicht mitunter kitschig wirkenden Gedichte der Romantiker – etwa von dem 1840 in Pforzheim geborenen Ludwig Auerbach – waren revolutionär, weil sie das Bild vom Wald auf den Kopf stellten. Die dunklen Berge, vor denen sich die Menschen einst grausten, verwandelten sie in einen Ort der Schönheit, schreibt Schweikle. „Freiwillig ging niemand in diese Wildnis. Der Harzer, der Köhler, der Holzfäller – die mussten. Doch Auerbach wanderte ohne Not. Er pries die Fußreise als Lust, Berg und Tal verklärte er zum Sehnsuchtsort.“

Das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld ist ein Museum zu Ehren des Nobelpreisträgers

Königsfeld: Das traute Heim des „Urwalddoktors“ Albert Schweitzer

Als „Urwalddoktor“ ist Albert Schweitzer (1875–1965) den meisten Menschen ein Begriff. Doch der deutsch-französische Arzt war auch promovierter Philosoph, Professor der Theologie sowie ein renommierter Organist und Bach-Interpret. Mit Hunderten von Konzerten erspielte er Geld für sein Lebenswerk, das auf seiner Weltanschauung der „Ehrfurcht vor allem Leben“ gründete. Für sein medizinisches Engagement erhielt er 1952 den Friedensnobelpreis.

Königsfeld am Ostrand der Ferienregion Schwarzwald wurde Schweitzers zweite Heimat: In dieser heilklimatischen Schwarzwald-Gemeinde, die seit 50 Jahren auch Kneippkurort ist, baute er 1923 für seine kleine Familie – Ehefrau Helene und Tochter Rhena – ein Haus nach seinen Vorstellungen. Dort erholte er sich während seiner zahlreichen Aufenthalte im tropischen Lambaréné von seiner strapaziösen Tätigkeit. Seit 25 Jahren ist das ehemalige Wohnhaus eine Dokumentationsstätte, die die gesamte Geschichte Albert Schweitzers erzählt und alle Lebensbereiche abdeckt. Der „AusZEIT“-Spazierweg in Königsfeld führt auf den Spuren Schweitzers durch den Kurpark und in den Doniswald und widmet sich dem Thema Zeit.

Buchmesse „Blätterrauschen“: Literaturförderung aus und für den Schwarzwald

Bereits zum dritten Mal findet im Kurhaus Hinterzarten die Buchmesse „Blätterrauschen” statt. Im Hochschwarzwald findet vom 8. bis 10. Mai 2026 ein Treffen von Autoren und Verlagen statt. Sie stellen ihre Werke vor, die einen Bezug zum Schwarzwald haben. Außerdem kommen sie mit interessierten Besuchern ins Gespräch. Dabei geht es um ihre Arbeit. Zum Programm gehören auch Lesungen, Filmvorträge und Gesprächsrunden. Im Rahmen der Veranstaltung werden ausgewählte Bücher in den Kategorien Belletristik und Sachbuch mit dem Förderpreis „Wälderliebling” ausgezeichnet.

Deutsches Tagebucharchiv in Emmendingen

Ein Hoch aufs geschriebene Wort: Das „Deutsche Tagebuch-Archiv“ in Emmendingen sammelt deutschsprachige Tagebücher, Lebenserinnerungen und Briefwechsel von jedermann und jederfrau – einzigartig in Deutschland. Das älteste Tagebuch stammt aus dem Jahr 1760.

Aus der Sammlung von mehr als 28.000 Dokumenten sind im kleinen Museum 26 ausgewählte Dokumente in Wechselausstellungen eigenständig zu betrachten. Dazu gehören von Grafikern, Malerinnen und Schriftkünstlern gestaltete Diarien, Reisejournale aus zwei Jahrhunderten, Jugendtagebücher, Lebenswerke von Autoren, die ihr ganzes Leben lang geschrieben haben, sowie die Protokolle von Eltern, die die Entwicklungsschritte ihrer Kinder dokumentiert haben. Kuriositäten wie ein Miniaturtagebuch mit dem Titel „Die Mooroase“ runden die Ausstellung ab. Das Museum ist dienstags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen durch das Tagebuch-Archiv sind nach Absprache möglich.

Muße-Literaturmuseum in der Stadtbibliothek in Baden-Baden.

Baden-Baden in der Weltliteratur: Muße-Literaturmuseum

Baden-Baden blickt auf eine jahrhundertelange, höchst interessante Geschichte zurück, auch mit Blick auf die Literatur. Vor allem im 19. Jahrhundert war die „Sommerhauptstadt Europas“ ein beliebter Treffpunkt für Künstler, Adelige und Schriftsteller aus aller Welt, insbesondere aus Russland. Im Muße-Literaturmuseum wird dieses „literarische Baden-Baden“ in mehrfacher Hinsicht präsentiert: als Lebensort für Literatinnen und Literaten, als „erzählte Stadt“, als Lehr- und Lernort und als Raum für Muße.

Das Literaturmuseum ist wie ein „Buch“ mit interessanten Kapiteln gestaltet. Es ermöglicht, mit vielen Sinnen – Sehen, Hören, Fühlen und vor allem Lesen und (Be-)Greifen – in die Welt der Literatur einzutauchen. In 18 Räumen werden Huldigungen und Frechheiten, Begeisterung und Ablehnung, Liebe und Mord erzählt. Die Texte und Schicksale reichen vom Mittelalter bis in die Gegenwart und präsentieren mehr als 100 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, darunter Paracelsus, Mary Shelley, Nikolai Gogol, Iwan Turgenjew, Fjodor Dostojewski, Leo Tolstoi, Mark Twain, Alfred Döblin und Simone de Beauvoir.

Champagner statt Sauerstoff: „Tschechow-Salon“ in Badenweiler

Im Jahr 1904 reiste der russische Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow (1860–1904) zusammen mit seiner Ehefrau Olga Knipper in den Kurort Badenweiler. Hier ließ er sich wegen seines Lungenleidens behandeln – ohne Erfolg, denn er starb noch in Badenweiler. Kurz vor seinem Tod, so lautet die Geschichte, wollte sein Arzt in Badenweiler eine Flasche Sauerstoff für ihn besorgen. Da er befürchtete, dass diese nicht mehr rechtzeitig eintreffen würde, bat er stattdessen darum, eine Flasche Champagner für ihn und seine Frau kommen zu lassen.

Das Literarische Museum „Tschechow-Salon“ in Badenweiler ist das einzige Museum für den russischen Schriftsteller und Dramatiker der Weltliteratur in Westeuropa. Zudem werden 25 deutsche und internationale Schriftsteller und Dichter vorgestellt, die im Heilbad gekurt oder gelebt haben. Neben Tschechow sind dies unter anderem Stephen Crane, Konstantin Stanislawski, René Schickele, Annette Kolb sowie die zeitgenössischen Autoren Gabriele Wohmann und Rüdiger Safranski.

Quelle: Schwarzwald Tourismus GmbH

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