Mit Pinsel & Farbe - Bilder der Insel Rügen

Am Sonntag, dem 19. Mai 2019, um 11. 00 Uhr öffnet die neue Sonderausstellung „Mit Pinsel & Farbe – Bilder der Insel Rügen“ im Heimatmuseum in Göhren ihre Pforten. An diesem Sonntag wird der 42. Internationale Museumstag begangen. Unter dem diesjährigen Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ bietet dieser besondere Tag internationale Aufmerksamkeit für die Museumswelt.

Endlich wird das Heimatmuseum wieder geöffnet. Noch sind nicht alle Bereiche des Hauses für den Besucherverkehr geöffnet, doch im gesamten Erdgeschoss von Alt- und Neubau wird nun eine ganz besondere Ausstellung präsentiert. Alle ausgestellten Gemälde und Zeichnungen befinden sich im Besitz der Mönchguter Museen, wurden dem Museum vor Jahrzehnten übereignet oder von der Museumsgründerin Ruth Bahls für die Sammlung angekauft. Sie sind ein Schatz, ein wertvoller Fundus, mit Arbeiten von Tom Beyer, Elisabeth Büchsel, Hans Porwoll, Wilhelm Zimmer und Erna Ottilie Bercht. All diese Künstler/Innen waren eng mit Mönchgut verbunden, kamen zum Malen auf die Halbinsel und geben uns heute mit ihren Impressionen einen lebendigen Blick in ihre Schaffenszeit.

Tom Beyer (1907-1981), der bekannte und für die norddeutsche Region bedeutende Maler, der sich der Landschaft und ihren Menschen eng verbunden fühlte, lebte in Stralsund und im „Drachenhaus“ in Göhren. Dieses Haus, das zu den Wolgaster Fertigteilehäusern zählt, ließ der „Dichter der Ostsee“, der Schriftsteller und Dramaturg Max Dreyer, 1901 bauen. Tom Beyer wohnte zwar ab 1952 in Stralsund, sein liebster Platz zum Leben und Arbeiten war aber wohl dieses Haus nahe dem Nordperd. Die Rüganer Fischer und die Stralsunder Werftarbeiter nannten Tom Beyer „ihren Maler“. Seine Motive waren das geschäftige Treiben in den Häfen, die Fischer bei der Arbeit, die Schönheit der Natur, aber auch viele Stillleben, die er mit kräftigen Farben und Pinselstrichen festhielt.

Im Sommer 1966 schenkte der Maler Tom Beyer dem Heimatmuseum das Ölgemälde mit dem Titel „Winterlicher Bauernhof in Göhren“. Ruth Bahls schrieb dazu: „Das Bild wurde bei Schneesturm im Winter 1945/46 vom damals noch offenen Balkon von Hotel Strandeck aus gemalt. Es ist eines der ersten Bilder, die der Künstler nach dem Krieg schuf und war bisher im Besitz von Tom Beyer.“

Auch die Stralsunder Malerin Elisabeth Büchsel (1867-1957), die als „Hiddensee-Malerin“ gilt, arbeitete hier und hinterließ wertvolle Zeichnungen und Aquarelle von Land und Leuten. Besonders ihre Porträts der Fischer und Fischersfrauen beeindrucken den Betrachter.

Weitere Künstler, die mit ihren Gemälden vorgestellt werden, sind:

  • der Hamburger Maler Hans Theodor Porwoll (1898-1984), der in den 1920er Jahren in Göhren lebte und arbeitete und hier 1926 die Tochter des Hegemeisters Schwartz heiratete
  • der aus Thüringen stammende Maler Wilhelm Carl August Zimmer (1853-1937), der das bekannte Gemälde „Der neue Bauplan - eine Fischerberatung auf Mönchgut“ schuf
  • die Dresdner Malerin, Holzschneiderin und Lithographin Erna Ottilie Bercht (1881-1966), die Mönchguter Porträts und Landschaften hinterließ, aber auch als Buchillustratorin tätig war.

Nur ein Gemälde der in Stralsund geborenen Malerin Sophie Antonie Biel (1830-1880) befindet sich in der Museumssammlung. Das „Fischerdorf auf Rügen“ entstand 1866. In den 1950er Jahren wurde das Ölbild auf einem Schutthaufen in Gager gefunden und später für einen Finderlohn an die Mönchguter Museen übergeben. 1976 erfolgte die Restaurierung, eine weitere Konservierung 2010.

So sehen die Museumsbesucher nicht nur Kunstwerke, die auf Mönchgut ihren Ursprung haben, sie können immer mittwochs, 11.00 Uhr, an einer Führung teilnehmen und Geschichten zur Geschichte hören.

Durch die Initiative der Ortschronistin Vera Rusch wird im Heimatmuseum auch eine kleine, feine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Bauhauses Weimar gezeigt. Zwischen 1892 und 1907 zieht es Lyonel Feininger wie viele andere Künstler auf die Insel Rügen. Auf der Halbinsel Mönchgut findet er seine Motive. Kirchen, Mühlen, die Natur faszinieren ihn. Lyonel Feininger (1871-1956) wird von Walter Gropius (1803-1969) als erster Meister an das Staatliche Bauhaus Weimar (01.04.1919) berufen und übernimmt als „Formmeister“ die Druckwerkstatt. Näheres erfahren Sie in der Ausstellung.

Besondere Unterstützung erhielt das Museum durch den Förderverein zum Schutz, zur Pflege und weiteren Entwicklung der Mönchguter Museen e. V., der die Ausstattung der Museumsräume mit Galerieschienen finanzierte. Durch das Engagement des Fördervereins und die Unterstützung durch Fördermittel des Landkreises Vorpommern-Rügen konnte das Gemälde „Ewald Schmidt und Frau bei der Arbeit in ihrer Stube in Altreddevitz“ des Malers Hans Porwoll restauriert werden. Es wird nun wieder seinen Platz in der Ausstellung finden.

Freuen können sich die Besucher außerdem auf den Wiederaufbau der DÖNS – der Mönchguter Bauern- und Fischerstube. Sie war immer ein besonderer Magnet, ein „Hingucker“ für alle, die wissen möchten, wie die Mönchguter Fischerbauern lebten.

Quelle: Mönchguter Museen

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