Naturerlebnisse mit Zukunft - Nachhaltiger Urlaub in Franken

Haßberge, mit der Naturpark-Rangerin unterwegs - Naturerlebnisse mit Zukunft - Nachhaltiger Urlaub in Franken

Großer Urlaubsgenuss, kleiner CO2-Fußabdruck: In Franken stellt dies keinen Widerspruch dar. Vor allem die fränkischen Naturparks stehen für nachhaltigen Urlaub, doch Franken setzt auch in vielen anderen Bereichen auf dieses Thema – und das zum Teil bereits mit langer Tradition.

Landschaftlich zeichnen sich die zehn Naturparks, die fast die Hälfte Frankens ausmachen, durch eine große Vielfalt aus. Markante Felsformationen und ausgedehnte Eichenwälder prägen sie ebenso wie Weinberge und Wacholderheiden. So unterschiedlich die Landschaften der Naturparks sind, verfolgen sie doch ein gemeinsames Ziel: Sie bewahren die Natur, ohne den Menschen auszuschließen. Diese Balance funktioniert mit Outdoor-Aktivitäten auf ausgewiesenen Wander- und Radwegen, mit Umweltbildung, Führungen, Naturerlebnisaktionen sowie Besucherlenkung für Wanderer, Radler oder Kletterer. Außerdem sind in den Naturparks Ranger unterwegs, die Besuchern als Mittler zwischen Mensch und Natur für alle Fragen rund um den Naturschutz zur Verfügung stehen.

Perspektivwechsel mit Blick auf die Nachhaltigkeit

Wer sich fragt, was genau eigentlich Nachhaltigkeit bedeutet, dem ist das „Steigerwald-Zentrum – Nachhaltigkeit erleben” im Oberschwarzacher Ortsteil Handthal eine Hilfe. Es ist eine der vielen Umweltbildungsstätten in den fränkischen Naturparks, die auf interaktive Art Wissenswertes vermitteln. Zu einem Perspektivwechsel lädt außerdem der „Baumwipfelpfad Steigerwald“ in Ebrach ein, der mit dem „Steigerwald-Zentrum“ über einen kurzen Wanderweg verbunden ist. Besonders gut ist die Aussicht auch auf dem Zabelstein: Die höchste Erhebung des nördlichen Steigerwalds wird von einem neuen, über 19 Meter hohen Aussichtsturm gekrönt. Oben weitet sich seine schlanke Holz-Stahl-Konstruktion zu einer „Krone“, von der sich ein Blick bis in die Haßberge und die Rhön bietet (www.steigerwald-naturpark.de).

Tierischer Personenschutz für „Rosi“

Um die tierischen „Stars“ der fränkischen Naturparks zu entdecken, muss man allerdings etwas genauer hinsehen. Denn nicht immer sind es die großen Tiere, die besonderen Schutz brauchen. Für manche von ihnen – wie etwa die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze im Naturpark Haßberge – bietet Franken sogar den letzten Rückzugsort. Maskottchen „Rosi“ führt deshalb heute in Ebern Familien durch das Naturschutzgebiet, in dem die kleine Wanze wieder heimisch ist (www.naturpark-hassberge.de).

Grünland für Genießer

Das Schöne an den fränkischen Naturparken ist, dass Landschaftsschutz hier sehr gut schmeckt. Viele Flächen, die wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind, können nur mit tierischer Hilfe erhalten werden. Deren Fleisch wiederum bereichert die regionale Küche. Vor allem Schafe spielen eine große Rolle, was Altmühltaler Lamm, Rhönschafe, Jura-Lamm, Frankenhöhe- oder Hesselberg-Lamm zeigen. Gesellschaft bekommen sie durch Beweidungs-Projekte wie das „Grünland Spessart”. Initiativen wie diese kommen nicht nur der Natur und den Genießern zu Gute: Auch für Landwirte und Schäfer bieten sich durch die Vermarktung neue Berufsperspektiven. Welche Dynamik solche Projekte entwickeln können, zeigt sich am Beispiel des Fichtelgebirgs-Dorfs Kleinwendern bei Bad Alexandersbad – Bayerns erstem „Arche-Dorf“. Dort startete vor zehn Jahren ein Rettungsprojekt für das vom Aussterben bedrohte „Sechsämterrotvieh“. Das weckte bei der Dorfgemeinschaft die Begeisterung für viele weitere alte Nutztierrassen. Produziert werden dort nun Eier von glücklichen Hühnern, Bio-Rindfleisch, Lammfleisch und Martinsgänse. Zudem bietet ein Bauernhof Alpaka-Wanderungen und Angebote für Gruppen an (www.archedorf-kleinwendern.de).

Naturpark Altmühltal, Schäfer mit Altmühltaler Lamm

Nachhaltiger Nilbuntbarsch

Wie groß die Bedeutung regionaler und saisonaler Zutaten für die fränkische Küche ist, zeigt ein Blick auf die Preisträger des Wettbewerbs „100 Genussorte Bayern“, von denen über die Hälfte in Franken beheimatet sind. Ausgezeichnet wurden Orte, deren Spezialitäten eine besondere Verbindung zur lokalen Geschichte, zu Handwerk oder Tradition haben. In Bischofsheim in der Rhön etwa stehen die Biorinder des „Gelben Frankenviehs“ auf der Weide und am „Fränkischen Rennsteig“ grasen Hochlandrinder. Kleintettau, ein Ortsteil von Tettau im Frankenwald, bringt sogar Exotik in die regionale Wertschöpfungskette: Das Tropenhaus „Klein-Eden“, ein nachhaltiges Umweltprojekt, steuert unter anderem Papayas oder geräucherte Nilbuntbarsche zur fränkischen Speisenvielfalt bei.

Eichelschwein im Mittelwald

Auch Iphofen im Fränkischen Weinland gehört zu den Preisträgern. Hier fressen sich Eichelschweine satt an Eicheln, Kräutern und Blättern, was wiederum Schinken, Salami oder Brotzeitspeck aus dem Fleisch der Tiere besonders aromatisch macht. Das Revier der Eichelschweine ist der Iphöfer Mittelwald, dessen Nutzung aus Tradition nachhaltig ist. Jahrhundertelang wurde dort das Unterholz als Brennholz eingeschlagen, während das Oberholz geschont wurde. Deshalb zeichnen sich diese Eichen-Hainbuchenwälder durch einen enormen Reichtum an unterschiedlichen Strukturen wie verschiedenen „Stockwerken“, Baumhöhlen oder Totholz aus, die bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Wohnung dienen. Interessante Einblicke in diese Art der Waldbewirtschaftung bieten ein -Informationspavillon, ein Schaumittelwald und ein Naturerlebnisweg. Iphofen wird aber nicht nur vom Wald geprägt, sondern vor allem auch von seinen Weinbergen. Wie Nachhaltigkeit im Weinbau gelingen kann, wird anschaulich im Geschichtsweinberg gezeigt: Er demonstriert die wichtigsten Epochen im fränkischen Weinbau vom späten Mittelalter bis in die 1960er Jahre. Damit verbunden sind viele Lebensräume für Tiere und Pflanzen wie Trockenmauern aus Muschelkalk, Lesesteinriegel, Hecken sowie Streuobstwiesen mit alten Obstsorten (www.iphofen.de).

(Unter unserem Himmel - 50 Jahre) Streuobstwiesen in Franken - Eine vergessene Landschaft

Artenvielfalt unter Birne und Quitte

Wenn es um den Erhalt solcher Obstsorten geht, zeigt sich Franken besonders engagiert. Seine Streuobstwiesen, auf denen Birne, Quitte, Zwetschge & Co. wachsen, stellen ebenfalls einen wichtigen Lebensraum dar. Gerade im Frühling, wenn die Obstbäume blühen, lohnt sich deshalb ein Ausflug ins Romantische Franken oder in die Fränkische Schweiz, wo solche Streuobstwiesen noch zahlreich sind. Ein Tipp im Fränkischen Seenland ist die Obstarche in Spielberg: Ihre Apfel- und Birnbäume tragen allesamt alte und selten gewordene Sorten. Jeder Baum ist mit einem Schild versehen, das den Namen der Sorte und ihre Eigenschaften verrät (www.fraenkisches-seenland.de).

Grüne Oasen in der Stadt

Die Obstarche gehört zu den grünen Sehenswürdigkeiten, die im Rahmen des Projekts „Parks und Gärten – Frankens Paradiese“ vorgestellt werden – zusammen mit prachtvollen Schlossgärten, Landschaftsparks oder Privatgärten (www.frankens-paradiese.de). Ein Spaziergang durch diese Anlagen ist immer ein Erlebnis für die Sinne: zum Beispiel durch den Veitshöchheimer Hofgarten im Fränkischen Weinland. Als einer von wenigen Rokokogärten fiel der Ende des 18. Jahrhunderts angelegte Park nicht der Umgestaltung zu einem Englischen Garten zum Opfer. So präsentiert er sich heute noch mit Wald-, Hecken- und Seezone, Wasserspielen, üppigem Skulpturenschmuck, duftendem Küchengarten und mit dem mit Blumenrabatten geschmückten Schlossparterre (www.tourismus-veitshoechheim.de).

Frankens Gärten zeigen aber auch, wie mitten in der Stadt Oasen der biologischen Vielfalt bestehen können. Der Coburger Hofgarten in Coburg beispielsweise, der sich zwischen dem Schlossplatz und der Veste Coburg erstreckt, weist einen artenreichen, alten Baumbestand mit vielen exotischen Gehölzen auf. Früher durfte der Park nur von Mitgliedern des Coburger Hofes betreten werden, heute ist er jedoch für alle Coburger die grüne Lunge der Stadt (www.coburgmarketing.de).

Biodiversität im Bürgergarten

Schon immer ein Park der Bürger war dagegen der Hain in Bamberg. Er ist gleichzeitig einer der ältesten bayerischen Bürgerparkanlagen im Stil englischer Landschaftsgärten, historisches Gartendenkmal und Bambergs größtes und artenreichstes Biotop. Im Hain, der sich zwischen den Flussarmen der Regnitz im Süden der Bamberger Inselstadt erstreckt, lebt zum Beispiel der große Eichenbockkäfer, der bayernweit nur noch hier vorkommt. Informieren können sich Spaziergänger mit Informationstafeln, Broschüren und einer Dauerausstellung sowie mit der kostenlosen „Hain-App“ (www.buergerparkverein.de).

Gebettet in Nachhaltigkeit

Der Eichenbockkäfer fühlt sich also wohl in Franken – doch wo finden menschliche Gäste eine Unterkunft, die ihren nachhaltigen Ansprüchen genügt? Schon seit langem engagieren sich die fränkischen Hoteliers und Vermieter bei diesem Thema. Mit der Verwendung von regionalen Zutaten in der Küche, natürlichen Materialien für Bau und Zimmerausstattung, Ökostrom und vielem mehr halten sie ihren CO2-Fußabdruck möglichst klein. Beispiele hierfür sind das Biohotel Sturm in Mellrichstadt in der Rhön, das als besonders energiesparend eingestufte Landhaus Altmühltal in Kipfenberg, das mit dem „Umweltsiegel in Gold“ ausgezeichnete Altstadthotel Bausewein in Iphofen oder das Derag Living Hotel in Nürnberg. Letzteres trägt das „Green Globe“-Zertifikat. Damit werden Betriebe ausgezeichnet, die über ein breites Nachhaltigkeits-Angebot verfügen. Ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit findet in Erlangen: Dort hat es das Creativhotel Luise mit moderner Technik, verschiedenen Projekten und „Nachwachsenden Hotelzimmern®“ zum ersten klimapositiven Hotel in Deutschland geschafft. Überhaupt zeigt Erlangen mit seinem großen Engagement für Nachhaltigkeit, das „grüner“ Urlaub mitten in der Stadt möglich ist. 2020 wurde dieses Engagement beim Deutschen Nachhaltigkeitswettbewerb mit einem Top-Platz in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Großstädte” belohnt. Auch einer der Bestplatzierten 2021 stammt aus Franken: Oberelsbach in der Rhön überzeugte als eine von „Deutschlands nachhaltigsten Kleinstädten und Gemeinden“.

Kostenlose Urlaubskataloge aus dem Ferienland Franken alle ansehen

Romantisches Franken – Historische Städte

Historische Städte im romantischen Franken

Romantisches Franken

Romantischen Franken - Radkarte

Romantischen Franken - Radkarte

Romantisches Franken

Infopaket Aktivurlaub im Fränkischen Weinland

Infopaket Aktivurlaub im Fränkischen Weinland

Franken

Ansbach erleben – Info & Stadtplan der Hohenzollernresidenz im Romantischen Franken

Ansbach erleben – Info & Stadtplan der Hohenzollernresidenz im Romantischen Franken

Franken

Gunzenhausen am Altmühlsee - Gastgeber

Gunzenhausen am Altmühlsee

Altmühltal

Rothenburg ob der Tauber als Landschaftsgarten

Rothenburg ob der Tauber als Landschaftsgarten

Liebliches Taubertal

Urlaubspartner Bus und Bahn

Ein wichtiger Partner für einen nachhaltigen Urlaub bilden die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Deren dichtes Netz an Bus- und Bahnlinien ermöglicht eine ressourcenschonende An- und Abreise. Während des Aufenthalts steigt man in die Freizeitlinien ein. Viele von ihnen steuern bewusst Freizeitziele oder Ausgangspunkte für Wander- und Radrouten an und sind deshalb auch während des Aufenthalts ein nachhaltiger Begleiter. Ideal für die Tourenplanung ist außerdem die Plattform komoot. Hier präsentieren die fränkischen Urlaubslandschaften ebenso wie die fränkischen Städte eigene Tourenkollektionen, wobei der Schwerpunkt auf unbekannteren Rad- und Wanderwegen sowie auf naturnahen Angeboten liegt.

Quelle: Tourismusverband Franken e.V.