Neues Kunstmuseum Ahrenshoop öffnet am 2. September 2013 seine Pforten

Im Spätsommer ist Mecklenburg-Vorpommern um eine Attraktion reicher: Am 2. September eröffnet das Kunstmuseum Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst seine Pforten. „Um uns ist ein Schöpfungstag – von der Künstlerkolonie bis heute“, lautet der Titel der Eröffnungsausstellung. Sie präsentiert Höhepunkte aus 120 Jahren Kunstgeschichte der Küstenlandschaft vom Fischland und vom Darß bis Usedom und möchte einen Begriff von der Qualität, Vielfalt, Opulenz und Problemhaltigkeit der mit Ahrenshoop verbundenen Kunst geben. Ausgangspunkt ist die Künstlerkolonie Ahrenshoop mit Werken von deren Hauptakteuren wie Paul Müller-Kaempff, Friedrich Wachenhusen oder Elisabeth von Eicken. Die „Sommergäste“ der Klassischen Moderne sind mit bedeutenden Namen vertreten, darunter Marianne von Werefkin, Lyonel Feininger, Max Pechstein, Max Kaus und Ernst Wilhelm Nay. Aber auch weniger bekannte Protagonisten moderner Kunst aus den Jahren des Kaiserreiches, der Weimarer Republik, der Inneren Emigration im Nationalsozialismus und der Zeit nach 1945 sind mit ihren Werken im neuen Museum zu finden. Die gezeigten Werke stammen aus den Sammlungen der Stiftung Kunstmuseum, der Gemeinde und des Förderkreises Ahrenshoop, ergänzt um Leihgaben aus namhaften Museen und Privatbesitz.

Der Museumsneubau entsteht auf einem 3.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Hauptstraße von Ahrenshoop und wird aus vier Ausstellungshäusern und einem Multifunktionalhaus bestehen, die im Erdgeschoss durch ein Foyer verbunden sind. Entworfen wurde das Museum von dem Berliner Architekturbüro Volker Staab, das als Sieger aus einem international ausgeschriebenen Einladungswettbewerb hervorging. Der Schlüssel zum architektonischen Konzept des Museums liegt in der rund 120-jährigen Geschichte der Künstlerkolonie. Bei nahezu allen Werken ist eine tiefe Verbindung der Landschaft und der baulichen Tradition dieser Region zu spüren. Das architektonische Konzept des Kunstmuseums stellt den Versuch dar, diesen ländlichen Bautypus in eine zeitgemäße Museumsarchitektur zu integrieren.

Das Museum, das auch als Forschungszentrum für die universitäre Arbeit dienen soll, wird in ständigen und wechselnden Ausstellungen die bis heute andauernde, lebendige Entwicklung des Künstlerortes und der angrenzenden Küstenregion nachhaltig belegen. Der Bestand der eigenen Sammlung umfasst bereits mehr als 500 Bilder und zudem Grafikkonvolute. Das weitere Sammlungskonzept des Hauses berücksichtigt die Zeit der Gründerjahre der Künstlerkolonie und die sich anschließenden Entwicklungen kunstgeschichtlich relevanter Positionen des 20. Jahrhunderts. Auch zeitgenössische Perspektiven werden einbezogen, um den Blick für Zukunftsentwicklungen zu öffnen und eine Plattform für eine aktuelle künstlerische Auseinandersetzung zu bieten.

Mit einem Investitionsvolumen von 7,7 Millionen Eurosoll das museale Großprojekt zu einer Landmarke der Region und auch im internationalen Kontext als europäisches Kulturportal beachtet werden. Das Museum wird als Stiftermuseum mit erheblichem bürgerschaftlichem Engagement errichtet und betrieben. Die Stiftung Kunstmuseum Ahrenshoop wird derzeit von über 100 Stiftern getragen und von mehr als 350 Vereinsmitgliedern unterstützt. Dieses Engagement wird ergänzt durch eine anteilige Förderung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union sowie der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Vorpommern. Bauherr und Träger der Stiftung ist der Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseums Ahrenshoop e. V.

„Das neue Kunstmuseum stärkt den Ruf Ahrenshoops als Ort, in dem sich Kultur- und Naturgenuss zu jeder Jahreszeit ideal verbinden. Es ist bemerkenswert, wie es durch bürgerschafliches Engagement gelungen ist, ein Vorhaben von der Größe in dem 700-Seelen-Ort umzusetzen“, sagte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Guenter Roese, der Initiator und Vorsitzende des Kunstmuseums Ahrenshoop e. V., fügte hinzu: „Schon der architektonische Zuschnitt des Museums sowie die Relevanz der Kunstwerke und Sammlungen sind für diese Region einzigartig. Sie werden der herausragenden Bedeutung Ahrenshoops als Katalysator unterschiedlichster Kunstströmungen gerecht, die zudem die gesellschaftspolitischen Umbrüche der Zeit spiegeln. Dies ist auch im internationalen Kontext einmalig.“

Quelle: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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