Neumarkt 2026: 180 Jahre Ludwigskanal, Vedova-Ausstellung und Architektur-Highlights

Treideln, Radeln und Träumen am alten Ludwigskanal - Neumarkt 2026: 180 Jahre Ludwigskanal, Vedova-Ausstellung und Architektur-Highlights

Neumarkt in der Oberpfalz verbindet im Jahr 2026 auf eindrucksvolle Weise Geschichte, Kunst und Architektur. Anlässlich des 180-jährigen Jubiläums des Ludwig-Donau-Main-Kanals laden eine Ausstellung, Führungen sowie idyllische Rad- und Wanderwege entlang der historischen Wasserstraße zu spannenden Entdeckungen ein.

Im Museum Lothar Fischer präsentiert die große Sonderausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ bedeutende Werke des international renommierten Künstlers und beleuchtet seine Berliner Schaffensphase.

Architekturinteressierte können zudem an der Vortragsreihe „Architektur + Baukultur 2026“ teilnehmen. Dort geben renommierte Architekt:innen aus Europa Einblicke in zukunftsweisende Baukonzepte und positionieren Neumarkt damit erneut als wichtigen Kulturstandort.

Treideln, Radeln und Träumen am alten Ludwigskanal

Der Ludwig-Donau-Main-Kanal wird in diesem Jahr 180 Jahre alt. Das 172 Kilometer lange Wasserbauwerk wurde am 15. Juli 1846 eröffnet. Es wurde unter König Ludwig I. in nur zehn Jahren Bauzeit vom Main bei Bamberg bis zur Donau bei Kelheim als Teil einer schiffbaren Verbindung zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer erbaut. Als wichtiger Transportweg förderte der Kanal die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns maßgeblich. In Neumarkt in der Oberpfalz, wo der Kanal mitten durch die Stadt fließt, wird dieses Jubiläum unter anderem mit der Wanderausstellung „Der Ludwig-Donau-Main-Kanal und das Treideln“ gewürdigt, die vom 27. März bis zum 28. Mai im Foyer des Neumarkter Rathauses zu sehen ist.

Das Treideln auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal, das 2025 in die Liste des immateriellen Kulturerbes Bayerns aufgenommen wurde, ist heute ein fast vergessenes Handwerk. Einst zogen Treidelpferde die Lastkähne für den Transport von Waren auf dem Kanal. Die vom Kulturbüro Berching konzipierte Wanderausstellung gibt faszinierende Einblicke in diese fast vergessene Arbeitswelt. Auf 15 informativen Tafeln erfahren die Besucher alles Wissenswerte darüber. Neben der Ausstellung werden am 15. Juli und am 6. September 2026 auch zwei Führungen mit Neumarkter Gästeführern zu einem der längsten und interessantesten Industriedenkmäler Deutschlands angeboten. Dabei erfahren die Teilnehmer unter anderem, dass Karl der Große schon vor über 1200 Jahren versucht hatte, den Main mit der Donau zu verbinden – erst König Ludwig I. gelang dieses ehrgeizige Werk. Obwohl dem Kanal durch den Siegeszug der Eisenbahn der wirtschaftliche Erfolg verwehrt blieb, wurde die historische Wasserstraße bald zum idyllischen Freizeit- und Erlebnisort – und ist es bis heute.

Für Radfahrer und Wanderer sind die ebenen, ehemaligen Treidelwege entlang der Ufer des historischen Kanals ein echter Geheimtipp. Beim gemütlichen Radeln auf den idyllischen, fast verwunschenen Uferwegen erlebt man die Romantik der Natur und kann Kunst am Kanal, historische Schleusen sowie urtümliche Pflanzen wie die gelbe Teichmummel entdecken. Mit etwas Glück begegnet man im Sommer sogar einem alten Treidelschiff: Die „Alma Viktoria“ an der Schleuse Mühlhausen wird noch heute mit kräftigen Kutschpferden gezogen und wer möchte, kann diese entschleunigte Art der Fortbewegung selbst ausprobieren.  

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Oberpfalz | Bayern | Deutschland

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Ein leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit

Ab dem 22. März 2026 lädt das Neumarkter Museum Lothar Fischer zu seiner großen Frühjahrs-Sonderausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ (bis zum 14. Juni) ein. Der venezianische Künstler arbeitete ab November 1963 für achtzehn Monate im ehemaligen Atelier des Bildhauers Arno Breker, dem heutigen Kunsthaus Dahlem, in Berlin und setzte sich kritisch mit der NS-Zeit und der jüngsten Geschichte des Landes auseinander. Dabei schuf er Werke, die sich auf diesen Kontext bezogen.

Die Schau legt den Fokus auf seine Berliner Zeit und präsentiert 30 Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 1965 – einer bedeutenden Werkphase, in der der Maler künstlerisch neue Wege beschritt. Neben Arbeiten auf Papier entstanden seine raumgreifenden „Plurimi“, bewegliche Bildtafeln, mit denen er die Malerei im Raum öffnete. Diesen Raumplastiken, ihrer Dynamik, Wandelbarkeit und Expressivität liegt eine „Theorie der Bewegung“ zugrunde, aber auch eine Auseinandersetzung mit den politischen Spannungen der „Insel-Stadt“, wie Emilio Vedova Berlin nannte.

Die Ausstellung ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, kritisches Denken und künstlerische Unabhängigkeit – Themen, die heute aktueller sind denn je. Auch die Künstlergruppe SPUR, die Lothar Fischer 1957 mitbegründete, interessierte sich für Vedovas höchst eigenständiges und international angesehenes Werk.

Architektur mit internationaler Strahlkraft

Die Frühjahrsvorträge „Architektur + Baukultur 2026” des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Niederbayern-Oberpfalz starten am 11. März 2026 im architektonisch interessanten Museum für historische Maybach-Fahrzeuge in Neumarkt. Besonders gespannt darf man auf den Werkbericht des Wiener Architekten Günter Katherl (Caramel architektinnen) mit dem Titel „geht’s noch? gestalten in zeiten des wandels“ sein.

Am 22. April folgt der Vortrag „UNDONE” des Bregenzer Architekten Christian Matt (Dorner Matt Architekten) und am 20. Mai 2026 spricht die Wiener Architektin Karolin Schmidbaur (Coop Himmelb(l)au) über „1000 Codes”. Die Verbindung aus internationaler Strahlkraft und regionaler Verankerung erweist sich bei den Vorträgen immer wieder als Publikumsmagnet.

Quelle: Amt für Touristik der Stadt Neumarkt i.d. OPf.

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