Salzburg feiert den Kultur-Sommer 2014

Der Kultur-Sommer 2014 wird heiß in der Festspielstadt Salzburg: Ein Museums-Jahrhundertprojekt im Herzen der Altstadt wird feierlich eröffnet und ein neues Opern-Festival lockt ins Innere des Mönchsbergs, auf dessen Gipfel wiederum spektakuläre Ausstellungen im Museum der Moderne bevorstehen. Die Pfingstfestspiele zünden ein „Rossinianisches“ Feuerwerk und die Salzburger Festspiele machen den Domplatz wieder zur einzigartigen Bühne für den „Jedermann“.

Nicht umsonst ist die Barockstadt Salzburg, die gerne als „Rom des Nordens“ bezeichnet wird, Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Der Zauber ist besonders im Sommer spürbar, wenn die malerischen Gassen und Plätze ein beinahe südländisches Flair versprühen. Man genießt die warmen Sonnenstrahlen ebenso wie exquisite Kultur-Highlights, einen anregenden Einkaufsbummel in der Altstadt oder einen kühlen Drink in einem schattigen Gastgarten.

DomQuartier Salzburg: die Macht und Pracht des Barock erleben

Ein Zeugnis von der Macht und Pracht des Barock mit 2.000 Exponaten auf 15.000 Quadratmetern liefert der neue Museumsrundgang DomQuartier Salzburg, der am 17. Mai 2014 eröffnet wurde. Besucher erhalten damit die Möglichkeit, auf den Spuren der einstigen Fürsterzbischöfe das prunkvolle Zentrum kirchlicher und weltlicher Macht zu erkunden. Der in Europa einzigartige Rundgang führt von den Prunkräumen der Residenz und der Residenzgalerie in den Dom, in dessen Oratorien Sonderausstellungen und die Schätze des Dommuseums zu sehen sind. Weiter geht es über die Kunst- und Wunderkammer in die mit barocken Gemälden bestückte „Lange Galerie“ und das neue Museum der Erzabtei St. Peter. Nach einem Blick in den gotischen Chor der Franziskanerkirche endet der Rundgang im Carabinieri-Saal der Residenz. www.salzburg.info/domquartier & www.domquartier.at

Anlässlich der Eröffnung des DomQuartier Salzburg zeigt die Residenzgalerie bis 6. Februar 2015 die Sonderschau „Lebenswelten. Barockes Europa“. Vier wichtige Kunstzentren des barocken Europa stehen dabei im Mittelpunkt: Italien, Frankreich, die Niederlande und Österreich. Die Ausstellung gibt einen Einblick in Leben und Arbeit der Maler und zeigt die bedeutende Rolle von Klerus und Adel als Auftraggeber für Kunst. Meisterwerke von Künstlern wie Rembrandt, Johann Michael Rottmayr, Peter Paul Rubens werden ergänzt durch die Videoarbeit „Frankendael 2001“ des holländischen Künstlerduos Erwin Driessens & Maria Verstappen. www.residenzgalerie.at

Oper im Berg

Das „Oper im Berg“ Festival wurde 2008 in Salzburg gegründet: Mit aufstrebenden internationalen Künstlern und unter Schirmherrschaft der in Salzburg lebenden Operndiva Grace Bumbry wurde ein Veranstaltungskonzept umgesetzt, das „Oper für alle“ in einem einzigartigen Ambiente, den 400 Jahre alten Kavernen 1595 im Mönchsberg, bietet. Diesen Sommer bietet das „Oper im Berg“ Festival ein hochkarätiges Programm: Am 7. Juni 2014 feiert Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ Premiere, die insgesamt 13-mal aufgeführt werden wird. Am 19. Juli 2014 steht die italienische Operngalaals Hommage auf den großen Tenor Luciano Pavarotti am Programm, am 26. Juli und 2. August 2014 wird Verdis „Aida“ im Mönchs-berg aufgeführt.

Ein Highlight ist zudem die Operngala „Grandi Voci“ am 9. August 2014: Aus über 150 internationalen Bewerbern werden von einer Fach-Jury die besten 15 Sänger ausgewählt, die mit den schönsten Arien um die Gunst des Publikums singen. Der Publikumspreis wird per Abstimmung direkt an diesem Abend entschieden und im Anschluss gemeinsam mit den Künstlern gefeiert. Die Philosophie des „Grandi Voci“ Gesangswettbewerbs ist es, junge Sänger zu entdecken, zu fördern und ihnen während der Festspielzeit in Salzburg eine Präsentationsmöglichkeit vor einem anspruchsvollen Publikum sowie einer ausgewählten Fachpresse zu ermöglichen. www.operimbergfestival.com

Von 18. Juli bis 9. November 2014 widmet das Museum am Mönchsberg Simone Forti die umfassende Sonderausstellung: „Simone Forti. Mit dem Körper denken: Eine Retrospektive in Bewegung“. Forti gilt als Schlüsselfigur des postmodernen Tanzes und der Minimal Art. Die gebürtige Italienerin emigrierte 1939 mit ihrer jüdischen Familie nach Los Angeles, USA, wo sie heute nach vielen anderen Stationen wieder lebt. Forti ist eine Pionierin als Künstlerin, Choreografin, Tänzerin und Schriftstellerin. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen minimale Objekte aus Sperrholz und Seilen: Die berühmten Dance Constructions (1960/61), die erstmals in New York aufgeführt wurden und radikal neue Tänze hervorbrachten. Die Retrospektive zeigt zudem Arbeiten mit Hologrammen, Zeichnungsserien, Soundarbeiten sowie Videos und Dokumentationen von Performances. Die Dance Constructions und weitere Performances werden täglich im Museum am Mönchsberg und im öffentlichen Raum aufgeführt. In der ersten Woche der Ausstellungfinden öffentliche Workshops mit Studierenden der Salzburg Experimental Academy of Dance statt, die unter der Leitung von Simone Forti Performances einstudieren und aufführen.

Die zweite große Sommerausstellung „Kunst-Geschichten“ wird von 26. Juli bis 26. Oktober 2014 in beiden Häusern des Museums der Moderne präsentiert, im Rupertinum und im Haus am Mönchsberg. Die Themenausstellung widmet sich der Diskussion über die zentrale Aufgabe des Museums, Geschichte anhand von Kunstwerken zu konstruieren. Dabei richtet sich der Blick über den Bereich der Kunstgeschichte hinaus und setzt den Fokus auf Kunst, die Geschichte, zeitgeschichtliche Ereignisse und ihre eigene Einbindung darin reflektiert. Die gezeigten Werke umfassen einen Zeitrahmen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Ausstellung integriert hauseigene und lokale Sammlungen, unterschiedliche Sichtweisen und verschiedenste künstlerische Praktiken.www.museumdermoderne.at

Salzburger Festspiele im Zeichen von Frieden und Richard Strauss

Von 18. Juli bis 31. August 2014 machen die Salzburger Festspiele die Stadt Salzburg wieder zur Bühne der Welt. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnern die Festspiele an ihren Gründungsgedanken als Friedenswerk auf österreichischem Boden. Große Unterstützung erfuhren die Initiatoren der Salzburger Festspiele, Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal, in den Anfangsjahren durch den großen Komponisten Richard Strauss, dessen Geburtstag sich heuer zum 150. Mal jährt. Aus diesem Anlass bringen die Salzburger Festspiele Strauss‘ Oper „Der Rosenkavalier“ zur Aufführung, die erstmalig von Zubin Mehta dirigiert wird und mit Günter Groissböck einen jungen „Ochs von Lerchenau“ präsentiert.Ein Fest der Stimmen verspricht die Besetzung von Giuseppe Verdis „Il trovatore“ mit Anna Netrebko als Leonore, Marie-Nicole Lemieux als Azucena, Francesco Meli als Manrico und Plácido Domingo als Conte di Luna. Mit Spannung erwartet wird Marc-André Dalbavies Oper „Charlotte Salomon“, ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele ganz im Zeichen der diesjährigen Weltkriegsthematik. Dalbavie selbst dirigiert die Uraufführung, die Luc Bondy inszeniert. Die Oper behandelt das Schicksal der jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon, die im Alter von 26 Jahren im KZ Auschwitz umgekommen ist.

Auch das Schauspielprogramm steht mit dem moralischen Klassiker „Jedermann“(in der Besetzung des Vorjahrs) und Karl Krauss‘ „Die letzten Tage der Menschheit“ ganz im Zeichen des Programmschwerpunkts. Die englische Regisseurin Katie Mitchell inszeniert „The Forbidden Zone“, unter anderem nach Motiven aus Mary Bordens gleichnamigem Buch. Die Amerikanerin Borden arbeitete bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Krankenschwester für das französische Rote Kreuz und leitete später ein Feldlazarett an der Westfront.

Die Konzertreihe „Ouverture spirituelle“ läutet zum dritten Mal die Salzburger Festspiele ein. Den Mittelpunkt bilden geistliche Werke der christlichen Tradition verschiedener Epochen, die in Dialog mitder Musik des Islam stehen. Ein Sufi-Orden aus Kairo wird dabei die Kollegienkirche mit Gesängen und Klängen von orientalischen Instrumenten erfüllen. Weitere Schwerpunkte im Konzertprogramm nehmen Richard Strauss und Anton Bruckner ein, dessen neun Symphonien unter anderem von den Wiener Philharmonikern aufgeführt werden. Die Liederabende, Solisten- und Kammerkonzerte gestalten u.a. Pierre-Laurent Aimard, Piotr Beczala, Diana Damrau, Elīna Garanča, Thomas Hampson, Anne-Sophie Mutter, Maurizio Pollini, Jörg Widmannunddas Hagen Quartett.Insgesamt stehen bei den Salzburger Festspielen 2014 rund 270 Aufführungen auf dem Programm. www.salzburgerfestspiele.at

Quelle: Tourismus Salzburg GmbH

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