Schönheitskur für den Platzhirsch

Kurhaus Binz mit Strandkörben - Schönheitskur für den Platzhirsch

Wie kein anderes Hotel steht das legendäre Kurhaus für Glanz und Gloria des Ostseebades Binz. Damit das so bleibt, hat man die mondäne Aura mit modernem Design an die Neuzeit angepasst. Und pünktlich zur Woche der Bäderarchitektur ist alles fertig

„Wir sind das meistfotografierte Haus in Mecklenburg-Vorpommern.“ Rolf Haug ist sich da absolut sicher. Täglich sieht er Heerscharen von Urlaubern vorbeiflanieren und die Kameras zücken, „selbst nachts stehen manche mit Stativen und Riesenrohren auf der Seebrücke für den ultimativen Schuss.“ Abertausende Fotos landen anschließend in Internet und sozialen Medien, „und auch unsere Gäste versorgen uns ausgesprochen reichhaltig mit Bildmaterial“, schmunzelt der Direktor des Travel Charme Kurhauses Binz.

Ein Schmuckstück aber ist es auch in der Tat – diese Ikone der Bäderarchitektur, die wie kein anderes Haus in Binz mit der Geschichte des Ostseebades verwoben ist. In den Mauern des Prachtbaus mit seinen zwei Fronttürmen, die sowohl vom Strand als auch von der Seeseite als markante Landmarken weithin sichtbar sind, geht man auf Zeitreise zurück ins Kaiserreich, spürt Glanz und Rausch der goldenen 20er Jahre, atmet Tradition und Flair in jedem Winkel des weitläufigen Ensembles.

Ende des 19. Jahrhunderts erlebt das winzige Fischerdorf Binz einen rasanten Aufschwung. Berliner Bankiers investieren in den Ausbau eines Seebades und lassen ein Kurhaus bauen, das im Juli 1890 eröffnet – Kaiserin Auguste Viktoria gehört zu den ersten Gästen. 1906 brennt der Fachwerkbau ab; ein neues Flaggschiff – diesmal aus Stein – muss her und öffnet bereits 1908 mit allem Pomp. Zugleich werden im „Sorrent des Nordens“ immer mehr Sommervillen mit reich verzierten Balkonen, Veranden, Erkern und Türmchen an der Strandpromenade hochgezogen – die Bäderarchitektur hält Einzug in großem Stil und macht Binz berühmt. In den 20er Jahren strömt Prominenz aus Adel und Wirtschaft, Kunst und Kultur in den boomenden Badeort und genießt in vollen Zügen das Leben am Meer. Man trifft sich zu rauschenden Ballnächten im Kurhaussaal, in Varieté und Casino, auf der Terrasse, „dem Balkon von Binz“ und in der sagenhaften Kakadu-Bar.

Den Zweiten Weltkrieg – die Insel Rügen wird kampflos an die Sowjetarmee übergeben und kommt mit einem blauen Auge davon – übersteht das Kurhaus unbeschädigt und dient fortan als Erholungsheim. Die Chance, die Traditionen des alten Seebades neu zu beleben, wird nach der Wende konsequent genutzt: Die Travel Charme Gruppe lässt das Haus 2001 in neuer, alter Schönheit aufleben. Nun ist die Grande Dame der Binzer Bäderarchitektur wieder der Blickfang auf der Promenade und feiert 2008 stolz und schön ihren 100. Geburtstag.

Doch wie das so ist mit den Jahren – das Alter hinterlässt Spuren. Da tut Auffrischung not, doch mit simpler Renovierung sollte es hier nicht getan sein. Eine harmonische Brücke zu schlagen zwischen den großen Traditionen des Hauses und einem neuen Designerlebnis, einen Spagat zu wagen zwischen nostalgisch und topmodern – nicht mehr und nicht weniger war das ehrgeizige Ziel für den aktuellen und größten Facelift des Kurhauses in seiner Geschichte. Und was soll man sagen: Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen.

Wer das mondäne Haus heute betritt, wird überrascht: Durch lichtdurchflutete Empfangs-, Gesellschafts- und Restauranträume, in denen die Farbe Weiß dominiert. Durch eine kunstvoll reduzierte Eleganz wie etwa bei den Kronleuchtern aus Murano-Glas, denen nichts Schweres oder Schwülstiges anhaftet. Oder durch ein einheitliches Licht- und Vorhangkonzept, womit das Kurhaus überall offen und transparent wirkt.

Veränderungen, die nicht nur die Gäste begeistern. Veranstaltungsleiterin Christine Ascher schwärmt so sehr von „ihrem“ Trauzimmer, dass sie selbst gern dort heiraten würde. Sie liebt die dezente Eleganz in Weiß und Creme, die jedes Brautpaar mit Blick auf die Ostsee auch optisch in den siebten Himmel hebt. Marketing Managerin Claudia Haase ist hin und weg von der neuen Kakadu-Lounge – der Publikumsmagnet punktet mit viel Leder und Holz, mit irren Leuchten, die an Vogelkäfige erinnern und schillernden Vorhängen aus spiegelndem Metall. Wagenmeister René Minuth, der vor 45 Jahren seine Lehre im Kurhaus begann, kann sich keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen als das neu gestylte Atrium mit den Palmen und Ohrensesseln. Und Direktor Rolf Haug etwa findet die Podeste im Restaurant ganz großartig, mit denen auch Gäste in zweiter Reihe bei Frühstück und Dinner stets den Blick auf Ostsee und Seebrücke haben.

Ein Knüller im gesamten Haus sind die großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien aus alten Zeiten. Ob in Atrium oder Zimmerfluren – Stunden könnte man hier verbringen mit Impressionen von einstigem Sommerspaß und in Gesellschaft hübscher Frauen, die kokett mit der Kamera flirten, in züchtigen Kostümen dem sittsamen Bade frönen oder kecke Choreographien am Strand hinlegen. Und wem das eine oder andere Motiv besonders gut gefällt, kann es über den Hotelservice sogar kaufen.

Im Zuge der millionenschweren Schönheitskur wurden schließlich nicht nur sämtliche Zimmer und Suiten auf- und umgemöbelt, selbst die besonders sensible Außenfassade blieb nicht verschont von behutsamer kosmetischer Pflege. Auf das auch in den nächsten 100 Jahren das Kurhaus bleibt, was es ist: Wahrzeichen und Hotel Nummer eins im Ostseebad Binz auf der Insel Rügen.

Bäderarchitektur

Bäderarchitektur ist keine Kunstgattung, sondern ein Mix aus Stilen und Epochen. Gemäß den architektonischen Wünschen und Vorlieben flossen Elemente aus Renaissance, Barock, Klassizismus, Gründerzeit und Jugendstil in die Villen der Bauherren ein. Im Ergebnis entstanden prächtige Bauten, die wie Perlenketten entlang vieler Strandpromenaden leuchten. Mit dem typischen Sammelsurium aus diversen Schmuckelementen, von denen Türmchen und Holzloggien mit filigranen Schnitz- oder Metallarbeiten am auffälligsten sind.

Woche der Bäderarchitektur

Vom 1. bis 7. Mai 2017 findet in Binz die Woche der Bäderarchitektur statt. Mit Anbaden, Konzerten, Vorträgen, Vernissagen, Foto-Spaziergängen, Führungen, Ausstellungen, Licht- und Akustikinstallationen. Besonderes Highlight: Unter dem Motto „Hereinspaziert in die Villen“ gibt es mehrmals täglich geführte Touren hinter die Fassaden verschiedener Villen, u. a. auch im Kurhaus.

Quelle: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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