Wandern in der Eifel: Die schönsten Routen & Tipps
Wandern in der Eifel: Vulkankrater, Hochmoore und Wege mit Geschichte
Die Eifel ist keine Region, die sich mit viel Aufwand in Szene setzt. Sie braucht das nicht. Wer hier wandert, stößt schon nach wenigen Kilometern auf Landschaften, die in Deutschland kaum ihresgleichen haben: tiefblaue Maare, die in erloschenen Vulkankratern liegen, ausgedehnte Hochmoore mit ihrem eigentümlichen Licht und Buchenwälder, die selbst im Herbst noch Orientierung geben. Rund 3.000 Kilometer markierte Wege durchziehen das Mittelgebirge zwischen Aachen, Trier und dem Rheintal.
Zwischen Vulkaneifel und Nationalpark: Wo die Wanderungen beginnen
Der Eifelsteig ist die bekannteste Fernwanderroute der Region. Auf 313 Kilometern führt er von Aachen bis nach Trier, überquert dabei das Hochplateau der Schneifel und streift den Nationalpark Eifel mit seinen alten Buchenwäldern. Für Tageswanderer empfiehlt sich das Teilstück rund um das Holzmaar bei Gillenfeld, eines der am besten erhaltenen Vulkanmaare der Eifel. Die Runde um den Kratersee misst knapp fünf Kilometer und bietet dabei immer wieder freie Blicke aufs Wasser.
Wer es anspruchsvoller mag, wählt die Routeroute durch das Kylltal zwischen Gerolstein und Kordel. Das Tal fällt steil ab, die Wege wechseln zwischen Felsformationen und ruhigen Flussabschnitten. Gerolstein selbst ist bekannt für seine markanten Dolomitfelsen, die Munterley und die Auberg überragen die Stadt um gut 100 Höhenmeter. Vom Gipfelkreuz des Aubergs sieht man an klaren Tagen weit in die Vulkaneifel hinein.
Im Nationalparkgebiet bei Gemünd und Schleiden gelten besondere Regeln: Abseits der ausgewiesenen Wege ist das Betreten des Waldes nicht gestattet, was den Wildtieren zugute kommt. Rothirsche und Schwarzstörche sind hier keine Seltenheit. Die Wanderwege im Nationalpark sind entsprechend gut ausgeschildert, die Wegequalität ist durchgehend gepflegt.
Die beste Reisezeit und was Wanderer wissen sollten
Das Frühjahr bringt in der Eifel oft noch Überraschungen: Auf dem Hochplateau der Schneifel, das stellenweise über 690 Meter liegt, kann es bis in den April hinein Schneereste geben. Wer zwischen Mai und Oktober wandert, hat die sichersten Bedingungen. Die Hochsaison im Sommer belebt die Dörfer entlang des Eifelsteigs, doch selbst in den Ferienwochen sind viele Seitenwege ruhig.
Der Herbst gehört zu den unterschätzten Jahreszeiten in der Eifel. Die Buchenwälder im Nationalpark verfärben sich ab Mitte Oktober in tiefes Orange und Rot, während die Maare in der Morgenstunde oft von Nebel umhüllt sind. Das Gehmaar bei Bad Bertrich oder das Weinfelder Maar bieten dann Stimmungen, die kein Reisebüroprospekt besser beschreiben könnte.
Gut zu wissen: Der Eifelsteig ist mit dem Qualitätssiegel "Wanderbares Deutschland" des Deutschen Wanderverbandes ausgezeichnet. Das bedeutet unter anderem durchgehende Markierung, regelmäßig aktualisierte Wegbeschreibungen und ein Netz an zertifizierten Gastgebern entlang der Route. Wer mehrtägige Touren plant, findet in fast allen Eifelorten Gepäcktransportservices, die Rucksäcke von Unterkunft zu Unterkunft befördern. Die Hauptetappen des Eifelsteigs sind dabei so zugeschnitten, dass täglich zwischen 15 und 22 Kilometer zurückgelegt werden können, was einem moderaten Pensum entspricht.
Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke sollten im Voraus geprüft werden. In kleinen Orten wie Hillesheim oder Blankenheim sind Gaststätten nicht an jedem Wochentag geöffnet. Ein kurzer Anruf vorab spart manche Enttäuschung nach langer Etappe.
Wanderkataloge und Inspiration für den Eifelnaufenthalt
Wer die Wanderplanung gründlich angeht, findet in den kostenlosen Wanderkatalogen und Aktivurlaub-Katalogen von tambiente.de detaillierte Angebote rund um Wanderreisen in der Eifel und anderen deutschen Mittelgebirgen. Auf den Wanderseiten von Tambiente finden Sie außerdem weitere Routen und Tourenempfehlungen für Ihre nächste Wanderung.
Quelle: Torsten Commotio, Redaktion
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