Wasserreiche Feste und Traditionen in Baden-Württemberg

Wasser übt seit jeher eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus und liefert Stoff für Sagen, Mythen und Rituale. Das Reinigen, Schmücken und Segnen von Brunnen und Quellen ist auch heute noch in vielen Gemeinden Baden-Württembergs verbreitet. Aber es gibt noch viele andere Bräuche, Traditionen und Feste rund ums Wasser. Sieben wasserreiche Feste und Traditionen in Baden-Württemberg stellen wir Ihnen heute vor:

Sieden und Schießen: Schwäbisch Haller Kuchen- und Brunnenfest

Die Geschichte der Haller Salzsieder reicht weit in die Vergangenheit zurück. Schon die Kelten gewannen Salz aus der Salzquelle am Kocher. Im Mittelalter brachte der Handel mit dem „weißen Gold“ Schwäbisch Hall großen Reichtum. Aus dieser Zeit ist auch das Salzsiederfest überliefert, dessen Ursprung in der Reinigung der Salzquelle vermutet wird. Eine schwere Arbeit, die mit dem Fest belohnt wurde. Ablauf, Kleidung und Tanzformation unterlagen jedoch strengen Vorschriften. Heute gilt das „Kuchen- und Brunnenfest“ zu Ehren der Sieder als eines der schönsten Heimatfeste im Süden, das traditionell mit Salutschüssen endet.

Kuchen- und Brunnenfest Schwäbisch Hall - Sieden und Schießen: Schwäbisch Haller Kuchen- und Brunnenfest

Drehen und mahlen: Deutscher Mühlentag

Jedes Jahr am Pfingstmontag drehen sich in ganz Deutschland die Wasserräder zum Deutschen Mühlentag. Damit soll an die Bedeutung des Müllerhandwerks erinnert werden. Auch in Baden-Württemberg nehmen an diesem Tag zahlreiche alte Mühlen ihren Betrieb wieder auf und öffnen ihre Tore für Besucher. Die Region Stuttgart bietet vielfältige Möglichkeiten für einen Mühlenausflug: vom Siebenmühlental am Rande des Naturparks Schönbuch über den abwechslungsreichen „Mühlenwanderweg“ im Schwäbischen Wald bis hin zum bei Radfahrern beliebten „Glemsmühlenweg“. In Oberschwaben lohnt sich ein Besuch der „Mühlenstraße“ mit über 100 Stationen.

Deutscher Mühlentag in Oberschwaben - Drehen und mahlen: Deutscher Mühlentag

Hauen und Stechen: Tübinger Stocherkahnrennen

„Die Stange bleibt am Mann“: Wer sich nicht an dieses Motto hält, folgt dem Holzstocher in den Neckar. Das gilt spätestens, seit die Tübinger Stocherkahnrennen von den Studentenverbindungen übernommen wurden. Zuvor waren vor allem Neckarfischer in den flachbodigen Booten unterwegs. Noch heute sind die meisten der über 100 Stocherkähne in Tübingen im Besitz von Studentenverbindungen, aber es gibt auch geprüfte „Stocherer“, die mit Gästen auf dem Neckar stechen. Selten kommen sich die Kähne in die Quere. Nur wenn an Fronleichnam das alljährliche Stocherkahnrennen um die Neckarinsel stattfindet, wird es eng auf dem Fluss. Bei diesem kostümierten Rennen geht es nicht gerade zimperlich zu. Kein Wunder, denn auf das Siegerteam wartet Bier, auf die Verlierer ein halber Liter Lebertran.

Tübinger Stocherkahnrennen - Hauen und Stechen: Tübinger Stocherkahnrennen

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Baden und Balancieren: Ulmer Schwörwoche

Am vorletzten Montag im Juli herrscht in Ulm Ausnahmezustand. Hintergrund ist ein Schwur aus dem 14. Jahrhundert, mit dem der Bürgermeister an jedem „Schwörmontag“ feierlich gelobt, für Arm und Reich gleichermaßen einzustehen. Es folgt das „Nabada“, bei dem sich Bürgerinnen und Bürger mit Schlauchbooten, Flößen und den als „Ulmer Schachteln“ bekannten Flachbooten auf der Donau treiben lassen. Alle vier Jahre findet in der Schwörwoche auch das historisch belegte Fischerstechen statt. Dabei zielen die Stecher, die auf dem Heck des Bootes stehen, mit ihren ledergepolsterten Speerspitzen auf die Brust des Gegners. Wer stehen bleibt, gewinnt. Wer ins Wasser fällt oder ins Boot tritt, gilt als „nass“ und scheidet aus. Seit 1967 ist auch die „Lichterserenade“ fester Bestandteil der Festwoche. Dabei werden rund 12.000 schwimmende Kerzen aus den „Ulmer Schachteln“ zu Wasser gelassen und verwandeln die Donau in ein Lichtermeer.

Nabada am Schwörmontag Ulm - Baden und Balancieren: Ulmer Schwörwoche

Possen reißen und posieren: Schramberger Da-Bach-na-Fahrt

„Kanal voll“, „Batsch nass“ und „Furz trocken“ - das sind die Schlachtrufe, die man am Rosenmontag in Schramberg unbedingt beherrschen sollte. Sonst macht das Zuschauen bei der „Bach-na-Fahrt“ nur halb so viel Spaß. Nach dem Umzug der Mannschaften mit ihren geschmückten Holzzubern durch die Innenstadt folgt das eigentliche Spektakel auf der Schiltach. Die rund 500 Meter lange Wasserstrecke hält mit teilweise begrenzter Breite und Höhe sowie tückischen Stromschnellen einige Herausforderungen für Mensch und Material bereit. Drei Wochen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vorfeld Zeit, ihren zugelosten Kübel für die abenteuerliche Flussfahrt fahrtüchtig zu machen und zu gestalten. Spätestens am Ziel zeigt sich, wer sein Handwerk beherrscht oder wer für zwei linke Hände bestraft wird.

 

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Treideln und Staken: Flößerei im Schwarzwald

Die Flößerei hat eine jahrhundertealte Tradition und gehört seit Dezember 2022 zum „Immateriellen Kulturerbe der Menschheit“. Auch im Schwarzwald wurden bis ins 19. Jahrhundert Tausende von Tannenbäumen auf Bächen und Flüssen transportiert und gelangten über den Rhein bis nach Holland. Im Kinzigtal und Nagoldtal wird die Tradition gepflegt und ist in Museen, auf Themenwegen und bei Festen erlebbar. Das Internationale Flößerfest an der Monhardter Wasserstube in Altensteig gibt Einblicke in historische Waldberufe und Handwerkskünste wie das Wiedendrehen. Die Mitglieder der Flößerzunft Oberes Nagoldtal zeigen ihr Können bei einer Fahrt durch die "Wassergasse" der Wasserstube.

Floß zum Festplatz Schiltach - Treideln und Staken: Flößerei im Schwarzwald

Rudern und Beten: Allensbacher Seeprozession

Den heiligen Nikolaus kennt jedes Kind. Dass der Heilige aber auch der Schutzpatron der Seefahrer ist, wissen heute nur noch wenige. In Allensbach am Bodensee wurde dem Märtyrer um 1300 eine kleine Kirche geweiht. Da die Gemeinde zum Kloster Reichenau gehörte, mussten die Gläubigen zum Gottesdienst und an hohen Feiertagen mit dem Schiff über den Gnadensee zur Inselkirche St. Peter und Paul nach Niederzell übersetzen. Heute führt die Seeprozession am ersten Sonntag im Juli zum Reichenauer Münster St. Maria und Markus in Mittelzell, erinnert aber immer noch an die Zusammengehörigkeit von Allensbach und Reichenau. Eine theologische Aufwertung erfuhr das Fest durch die Verbindung mit dem religiösen Brauch der Verehrung der Heilig-Blut-Reliquie. Seit den 1970er Jahren wird sie am „Monatssonntag“ im Münster ausgestellt.

Quelle: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg

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