Welterbe mit Fluss und Schienen: Die Völklinger Hütte
Früher wurden am Völklinger Bahnhof Eisenerze aus aller Welt angeliefert. Diese wurden im benachbarten Werk benötigt, um dort Eisen und Stahl zu erzeugen. Die Nähe zur Eisenbahn und zur Saar waren 1873 für Julius Buch der Grund, gerade hier ein Stahlwerk zu errichten. Mehr als 150 Jahre nach diesen ersten Anfängen und mehr als 30 Jahre, nachdem die stillgelegte Stätte der Roheisenproduktion zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, ist die Nähe zum Bahnhof ein guter Grund, eine Bahnreise zur Völklinger Hütte zu planen. In weniger als fünf Minuten ist man zu Fuß mitten im heutigen Weltkulturerbe.
Zu Betriebszeiten war die Bahn das Haupttransportmittel im ehemaligen Eisenwerk. Daher durchziehen zahlreiche Schienen das Denkmal. Die Völklinger Hütte war ein pulsierendes Kraftzentrum, in das jeden Tag im Schichttakt die Arbeiter:innen hinein- und hinausströmten. Ebenso kamen ständig Rohstoffe und Materialien in Völklingen an, während zugleich Eisen und Stahl in alle Himmelsrichtungen exportiert wurden. Die Ausstellung „BEWEGUNG MACHT GESCHICHTE” in der zweiten Etage des Wasserhochbehälters eröffnet genau diese Perspektiven auf die Rohstoff-, Menschen- und Produktströme, die elementar mit der Geschichte der Völklinger Hütte verbunden sind.
Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Städte Saarland | Saarland | Deutschland
Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist eine von derzeit 39 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. Es steht in seiner Bedeutung auf einer Stufe mit den ägyptischen Pyramiden, der Großen Mauer in China, dem Kölner Dom oder dem Great Barrier Reef in Australien. Ein Besuch des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ist ein Abenteuer: Tief hinein geht es in die dunklen Gänge der Möllerhalle, hoch hinaus führt der Aufstieg auf die Aussichtsplattform am Hochofen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog das Werk Eisenerz aus fünf afrikanischen Staaten, ein Umstand, der mehrere Künstler:innen der aktuellen Großausstellung „THE TRUE SIZE OF AFRICA“ zu ortspezifischen Installationen inspiriert hat. Die Ausstellung, die unlängst vom Fachmagazin ART für den „ART-Kuratorenpreis, die beste Ausstellung des Jahres 2024” nominiert wurde, erprobt noch bis zum 17. August 2025 ebenso innovativ wie auratisch Annäherungen an den Riesenkontinent, die Vorurteile und Stereotype aufbrechen – mittels Kulturgeschichte und Gegenwartskunst, durch stetige Perspektivwechsel und mit allen Sinnen.
Heute ist das ehemalige Eisenwerk auch ein Ort der Natur: An vielen Stellen auf dem weitläufigen Gelände haben Flora und Fauna ihr Terrain zurückerobert. Am augenfälligsten wird dies im „Paradies”, der grünen Wildnis auf dem ehemaligen Gelände der Kokerei. So ist das heutige UNESCO-Welterbe ein Ort, der Industrie, Kultur, Geschichte, Kunst und Natur auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
Quelle: Weltkulturerbe Völklinger Hütte I Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur c/o UNESCO Welterbestätten Deutschland e.V.
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