Zentrum Welterbe am Naumburger Dom ist eröffnet

Das Zentrum Welterbe ist in einem der historisch wertvollsten Gebäude des Naumburger Domplatzes entstanden, in der ehemaligen Curia Episcopalis. - Zentrum Welterbe am Naumburger Dom ist eröffnet

Das neue Zentrum Welterbe am Naumburger Dom ist eröffnet. Es ist ein außergewöhnlicher Ort, an dem die eindrucksvolle, über Jahrhunderte gewachsene Geschichte der ehemaligen Bischofskurie, eine behutsame und zugleich mutige denkmalgerechte Sanierung, interaktive Ausstellungen und ein moderner Besucherservice zu einem faszinierenden Gesamterlebnis verschmelzen. Mit der Eröffnung fand ein ebenso anspruchsvolles wie zukunftsweisendes Projekt seinen feierlichen Abschluss, das mit der Aufnahme des Naumburger Doms in die Liste des UNESCO-Welterbes seinen Ausgangspunkt nahm.

Es ist in einem der historisch wertvollsten Gebäude des Naumburger Domplatzes entstanden: der ehemaligen Curia Episcopalis. Deren ältester Kern, ein romanischer Wohnturm, reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Durch die Restaurierung blieb ein vielschichtiges Gebäude erhalten, in dem sich bis heute sichtbare Spuren aus Romanik, Gotik, Renaissance und Barock überlagern und ergänzen.

„Vieles von dem, was wir heute sehen, war verborgen und vergessen. Hinter fast jeder Wand, unter zahlreichen Farbschichten und in vielen konstruktiven Details kamen immer neue Spuren der langen Geschichte des Hauses zum Vorschein. Unser Ziel war es deshalb nicht, dem Gebäude ein einheitliches, glattes Erscheinungsbild zu geben. Vielmehr wollten wir seine Brüche, Veränderungen und kostbaren Altersspuren sichtbar lassen, die historische Substanz mit größter Sorgfalt sichern und zugleich Räume schaffen, die offen, einladend und selbstverständlich nutzbar sind. Heute sind Alt und Neu klar erkennbar und bilden doch eine harmonische Einheit. Ihr Zusammenspiel führt zu Raumqualitäten, die die inhaltliche Aufgabe als Vermittlungsort für das Welterbe unterstreichen und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung ermöglichen. Dies ist für mich eine der großen Qualitäten des Zentrums Welterbe“, resümiert Dombaumeisterin Regine Hartkopf.

Schreibstube Julius Pflug im neuen Zentrum Welterbe am Naumburger Dom.

Ausgangspunkt für die gesamte Welterberegion

Das Zentrum ist weit mehr als ein neues Besuchergebäude: Es ist ein Tor zum Naumburger Dom, ein Schaufenster für die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut und ein lebendiger Ort, an dem Geschichte, Bildung, Forschung und persönliche Begegnung zusammenfinden. Bereits im Erdgeschoss öffnet sich der Blick auf die außergewöhnlich reiche Kulturlandschaft an Saale, Unstrut und Elster, in der sich mittelalterlich geprägte Städte, Klöster, Burgen, Dörfer, Weinberge, historische Traditionen und lebendige Überlieferungen auf bemerkenswert engem Raum miteinander verbinden. Ein großformatiger Wandteppich erzählt die Geschichte dieser Landschaft auf anschauliche Weise und macht bereits beim Ankommen deutlich, dass der Naumburger Dom nicht für sich allein steht, sondern Mittelpunkt eines über Jahrhunderte gewachsenen kulturellen Netzes ist.

Im Obergeschoss erwartet die Besucherinnen und Besucher eine kostenfrei zugängliche, mehrsprachige Ausstellung. Sie erläutert den weltweiten UNESCO-Gedanken ebenso wie die herausragenden Welterbestätten Sachsen-Anhalts, den außergewöhnlichen universellen Wert des Naumburger Doms und die unverwechselbare Kulturlandschaft an Saale und Unstrut. Interaktive Stationen, historische Exponate, überraschende Inszenierungen und vielfältige Vermittlungsangebote führen zu den Stifterfiguren, den mittelalterlichen Glasmalereien, der Bauhütte und dem bis heute namentlich unbekannten Naumburger Meister. Dessen einzigartige Verbindung von Architektur, Skulptur und Glasmalerei ließ den Westchor des Doms zu einem Gesamtkunstwerk von Weltrang werden.

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Domstadt Naumburg – Infobroschüre

Domstadt Naumburg – Infobroschüre

Saale und Unstrut | Sachsen-Anhalt | Deutschland

Willkommen in der Domstadt Naumburg. Hier zeigt sich nicht nur das Mittelalter von seiner schönsten Seite. Die fast tausendjährige Domstadt Naumburg liegt inmitten des Burgen- und Weinlandes Saale-Unstrut, einer geschichtsträchtigen Kulturlandschaft mit über tausend Jahre alten Weinbergen, Streuobstwiesen, Flusstälern und Wäldern. In Naumburg zeugen Bauwerke der Romanik und Gotik, farbenprächtige Bürgerhäuser der Renaissance und des Barock sowie malerische Gassen vom Reichtum der Stadt durch Handel und Messen im Mittelalter. Weltbekannt wurde das Städtchen an der Saale durch den spätromanisch-frühgotischen Dom St. Peter und Paul...

Auch jenseits der Ausstellung bietet das Haus in Naumburg an der Saale zahlreiche neue Möglichkeiten. Das großzügige Dachgeschoss wird künftig für Vorträge, Seminare, Workshops, Lesungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Zugleich eröffnet es einen eindrucksvollen Blick auf den unmittelbar gegenüberliegenden Naumburger Dom. Das Lapidarium bewahrt steinerne Zeugnisse aus vergangenen Jahrhunderten. Der neu gestaltete Kuriengarten mit seinem historischen Baumbestand, seinen stillen Blickachsen und geschützten Aufenthaltsbereichen ist zu einer grünen Oase inmitten des Domplatzes geworden. So treten Gebäude, Garten und Dom in einen neuen, überraschend harmonischen Dialog.

Das Haus, das in alter Zeit dem Bischof und seinen Bediensteten und Gästen vorbehalten war, ist zu einem Treffpunkt für Menschen aus aller Welt geworden. Alle sind in Naumburg und im Dom willkommen! Während der Restaurierungsarbeiten wurde ein besonders liebenswertes Detail des Hauses wiederentdeckt: die farbenprächtige Renaissance-Malerei eines Eisvogels. Künftig soll er unter dem Namen Henri als Maskottchen des Zentrums Welterbe vor allem die jüngsten Gäste begleiten und ihnen auf spielerische Weise die Geschichte des Hauses, des Doms und der Region näherbringen.

Quelle: Stadtverwaltung Naumburg (Saale)

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