Altstadt-Ensembles

UNESCO Welterbestätten Altstadt-Ensembles in Deutschland

Ob mittelalterliches Fachwerk, Backsteingotik oder barocke Pracht – jede Menge herausragende Baudenkmäler finden sich in deutschen Altstädten. Wo sich Geschichte auf engstem Raum verdichtet, ist das Ensemble weit mehr als die Summe seiner Einzelteile: Jede Altstadt besitzt ihr eigenes Flair und bildet die Kulisse für modernes Leben. Altstadtensembles wollen erlebt werden. Sie sind keine Freiluftmuseen, sondern Herzstück pulsierender Metropolen voller Kunst, Kultur, Genuss und moderner Lebensart. Sechs deutsche Altstadtensembles haben es bislang auf die Liste der UNESCO geschafft.

Die nachfolgenden Altstadt-Ensembles sind UNESCO Welterbestätten in Deutschland:

Hansestadt Lübeck

Die Altstadt der Hansestadt Lübeck wurde 1987 zum UNESCO-Welterbe ernannt. - Hansestadt Lübeck

Mit dem mittelalterlichen Kern der Hansestadt Lübeck wurde 1987 erstmals in Nordeuropa eine ganze Altstadt von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die Königin der Hanse, wie Lübeck genannt wird, glänzt allerdings nicht nur mit Patrizierhäusern, den sieben Türmen seiner Kirchen und dem Holstentor. Thomas Mann hat seiner Geburtsstadt ein weltberühmtes literarisches Denkmal gesetzt – mit dem Buddenbrookhaus huldigt die Stadt nun ihrem großen Sohn und belebt die mittelalterliche Kulisse durch neuzeitliche Interpretationen.

Altstadt von Bamberg

Die Altstadt von Bamberg wurde 1993 zum UNESCO-Welterbe ernannt. - Altstadt von Bamberg

Die tausendjährige Bischofs- und Kaiserstadt Bamberg bildete unter Heinrich II. den Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reiches. Während die mittelalterlichen Strukturen erhalten blieben, entwickelte sich die Frankenmetropole zu einem Glanzstück des Barocks. Von Kriegen weitgehend unbehelligt, weist Bamberg heute das größte zusammenhängende Altstadtensemble Deutschlands mit herausragenden Baudenkmälern sämtlicher Epochen auf. Brücken und Wasserläufe verleihen der Stadt, die sich träumend in die Landschaft schmiegt, eine heitere Atmosphäre.

Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg

Die Stiftskirche St. Servatius, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg wurde 1994 zum UNESCO-Welterbe ernannt. - Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg

Fachwerkhäuser prägen die Kulisse in Quedlinburg. Wer sich für diese besondere Form der Architektur interessiert, findet hier nicht nur ein Museum mit vielen erhellenden Beispielen, sondern mehr als 1300 Studienobjekte aus acht Jahrhunderten. Darüber thront ein Meisterwerk der Romanik: St. Servatius dient als Grablege des ersten deutschen Königs und erinnert daran, dass Heinrich I. und seine ottonischen Nachfolger Quedlinburg zu einem Zentrum europäischer Politik, Bildung und Kultur machten.

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Altstädte von Stralsund und Wismar (2002)

Das Stralsunder Rathaus und die Nikolaikirche, die als Teil des Altstadt-Ensembles in Stralsund, 2002 gemeinsam mit der Altstadt von Wismar zum UNESCO-Welterbe ernannt wurden. - Altstädte von Stralsund und Wismar (2002)

Als ein Weltkulturerbe präsentieren sich seit 2002 die Altstädte von Stralsund und Wismar. In beiden spiegelt sich die Blütezeit der Hanse im 14. Jahrhundert. Während der Grundriss der Altstädte seit dem Mittelalter nahezu unverändert erhalten blieb, künden gotische Giebelhäuser, Kaufmannsresidenzen und sechs monumentale Backsteinkirchen vom Reichtum der Ostseestädte im Mittelalter.

Typische Backsteingotik, das sind rote Giebelhäuser mit kunstvoll verzierten Spitzbogenfenstern, mächtige Kirchen, Stadttore und Mauern. Die prächtigen Backsteinbauten der Stralsunder Altstadt stammen zumeist aus der Blütezeit der Hanse im 14. und 15. Jahrhundert, in denen die Hansestädte Stralsund und Wismar wichtige Handelszentren der Hanse im Ostseeraum waren. Nicht zuletzt den guterhaltenen Grundrissstrukturen der backsteingeprägten historischen Altstadt mit bewahrter Straßennetz-, Quartier- und Parzellenstruktur ist es zu verdanken, dass Stralsund neben der Hansestadt Wismar seit dem 27.06.2002 in der UNESCO-Welterbe-Liste vertreten ist.

Altstädte von Stralsund und Wismar

Das Altstadt von Wismar wurde 2002 gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund zum UNESCO-Welterbe ernannt. - Altstädte von Stralsund und Wismar

In Wismars historischer Altstadt lässt sich die mittelalterliche Hansestadt aus der Blütezeit des Städtebundes bis heute erkennen und begreifen. Der Stadtkern hat seinen städtebaulichen Grundriss mit Straßen- und Platzräumen, Parzellen- und Quartiersstrukturen und vor allem mit dem Alten Hafen bis in die Gegenwart nahezu unverändert bewahren können. Auch an den beeindruckenden Kirchen St. Georgen, St. Marien und St. Nikolai lässt sich der Reichtum der Hansestadt erahnen und stehen zur Besichtigung für Besucher offen. Das Zentrum der Altstadt bildet einer der größten Marktplätze Deutschlands und wird von zahlreichen Giebelhäusern aus unterschiedlichen Epochen umrahmt. Die Wasserkunst auf dem Marktplatz ist dabei das typische Wahrzeichen der Hanse- und Welterbestadt Wismar.

Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof

Die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof wurde 2006 zum UNESCO-Welterbe ernannt. - Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof

2000-jährige europäische Geschichte haben ihre Spuren in Regensburg hinterlassen. Dass die Donaumetropole zuweilen als nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird, verdankt sie ihrem einzigartigen Flair und einer ungewöhnlich hohen Dichte von Kulturdenkmälern, die den Zweiten Weltkrieg überdauert haben. Dom, Rathaus, die Innenhöfe und Hauskapellen der mittelalterlichen Bürgerhäuser lassen sich ebenso wie das Schloss der Fürsten Thurn und Taxis oder die romanischen Sakralbauten bequem zu Fuß erkunden.