Mensch - Müll - Meer

Aktuelle Meldungen des Weltwirtschaftsforums bestätigen die Brisanz: Im Jahr 2050 könnte in den Meeren die Menge an Plastik die Menge der Fische übersteigen. Derzeit gelangen jährlich acht Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Das entspricht etwa einem Müllwagen pro Minute, mit einer zunehmenden Gefahr für Fauna und Flora.

Ab heute zeigt der Rostocker Zoo die eindrucksvolle, von der Küsten Union Deutschland entwickelte Wanderausstellung „Mensch ∙ Müll ∙ Meer“. Auf mehreren Aktionstagen möchte der Zoo Rostock auf die dramatische Lage aufmerksam machen. Der erste Aktionstag findet am Dienstag, dem 29. März von 10 bis 15 Uhr statt. „Wir wollen aufrütteln, Fakten vermitteln und Wege aufzeigen, selbst aktiv zu werden“, betonte Zoodirektor Udo Nagel. „Das ist ein Thema mit hoher Brisanz, das wir dauerhaft in den Fokus rücken wollen.“ Die Ausstellung, zu der auch ein großer Sandkasten für Mitmachaktionen einer symbolischen Strandreinigung gehört, ist bis Mitte Mai im Atelier Natur zu sehen.

Die Reise des Mülls zum Meer

Sowohl in Deutschland als auch in Europa starteten in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen, um dem Problem Meeresmüll entgegenzuwirken, Lösungsansätze zu erarbeiten und ein Problembewusstsein in der Bevölkerung zu entwickeln. Dieses Ziel verfolgte auch das europäische Projekt MARLISCO (Marine Litter in European Seas - Social Awareness and Co-Responsibility), das mit einer in 15 Ländern gezeigten Wanderausstellung für mehr Mitverantwortung für den Zustand der Meere plädiert. In Deutschland war der in Warnemünde ansässige Verein EUCC-D, Küsten Union Deutschland, für die Umsetzung verantwortlich. Aufbauend auf einem auf Ölfässern basierten Design-Konzept entwickelte der gemeinnützige Verein Ausstellungsstücke, die den Betrachter über die Herkunft von Meeresmüll und seine Auswirkungen auf Meer und Küste der Ostsee informieren. Dabei ermöglichen vor allem die bei Sammelaktionen gefundenen Müllteile einen Einblick, wie umfassend das Problem ist. Auch die kleinen Besucher werden in der Ausstellung bedacht: Illustrator Christoph Tillmann (Löwenzahn) hat für die Ausstellung eigens ein Kinderbanner umgesetzt - darauf nehmen Lup, Lars und der Leuchtturm Klein und Groß auf die Reise des Mülls ins Meer mit. Ergänzend dazu zeigt eine Videoinstallation die deutschen Gewinnerfilme eines europaweiten Videowettbewerbs: Kinder und Jugendliche weisen in ihren selbstgedrehten Beiträgen auf die Probleme der zunehmenden Verschmutzung der Weltmeere hin und bringen Ideen zu Lösungen ein. Schließlich geht es ja auch um die Frage, was können wir selbst tun, um diese globale Plastikkatastrophe zu stoppen?

Aus den Augen, aus dem Sinn? Aber was richtet unser Müll an? „Müll im Meer und an den Stränden verrottet nicht, sondern zerfällt nach und nach in immer kleinere Bestandteile. Die Langzeitfolgen und die Auswirkungen auf den Menschen sind allerdings noch nicht ausreichend erforscht“, betonte Nardine Stybel, Geschäftsführerin der Küsten Union Deutschland. „Vor allem die in Plastik enthaltenen Chemikalien haben negative Auswirkungen auf das marine Nahrungsnetz. Eins ist klar: Der Mülleintrag in das Ökosystem Meer muss gestoppt und der bereits im Wasser vorkommende Müll reduziert werden.“ Zusammen mit der Küsten Union sollen deshalb auch im Zoo Rostock informative Aktionstage organisiert werden.

Der erste Aktionstag beginnt am Dienstag nach Ostern um 10.00 Uhr direkt in und an der Ausstellung. Die Angebote richten sich an Kinder und Erwachsene, in den folgenden Wochen sollen weitere Projekttage für Schulklassen stattfinden. Am Aktionstag am 29. März wird die Küsten Union am eigens dafür angelegten Sandstrand vor dem Atelier Natur Müll sammeln und die Aufenthaltszeit der Müllteile im Meer bestimmen. „Danach geht's zum Upcycling - Was können wir von den gefundenen Materialien wiederverwenden und herstellen? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Was keine Verwendung findet wird beim Mülltonnenspiel fachgerecht entsorgt“, so die Fachfrau von der Küsten Union. „Und mit der Wissensrallye kann jeder seine Kenntnisse über Meeresmüll testen und sich zum Müllexperten küren lassen.“

Mit der „Grünen Ralley“ durch den Zoo

Außerdem gibt es eine „Grüne-Zoo-Rallye“, die Besucher auf viele Projekte aufmerksam macht, mit dem der Zoo seinen Beitrag zum Umweltschutz leistet. „Wir haben beispielsweise an der Seevogelvoliere neben dem Ausstellungshaus Atelier Natur eine Pflanzenkläranlage, deren Wirkungsweise auch auf einem großen Schild erklärt wird“, erläuterte der Zoodirektor. Der Zoobesucher kann Gründächer entdecken, nutzt im DARWINEUM mit Regenwasser spülende Toiletten, im Shop wurden Plastik- gegen Papiertüten ersetzt und selbst Hundehäuflein können umweltfreundlich entsorgt werden. In Sachen Energieeinsparung ist das DARWINEUM mittels eines ausgetüftelten Gebäudeleitsystems Vorbild für alle anderen Tierhäuser, da Luftfeuchte, Temperatur und Frischluftzufuhr optimal geregelt werden können. „Im Zoo fahren ausschließlich Elektromobile und bei Veranstaltungen wird auf recyclebares Geschirr geachtet. Dennoch gibt es sicher weitere Möglichkeiten für ökologisches Handeln, da wollen wir uns auch immer wieder hinterfragen und nach neuen Lösungen suchen“, kündigte der Zoodirektor an. „Das liegt all unseren Mitarbeitern sehr am Herzen.“

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter der Adresse www.zoo-rostock.de

Quelle: Zoologischer Garten Rostock gGmbH

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