Freudentränen statt Niesanfälle

Das Mittelgebirgsklima im Ferienland Schwarzwald stärkt das Immunsystem und wirkt bei Klimatherapien gesundheitsfördernd. - Freudentränen statt Niesanfälle

Mehr als 30 Prozent der Menschen in Deutschland fällt die Urlaubsplanung besonders schwer – sie leiden an einer Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sechs deutsche Rettungsinseln bringen Linderung und Urlaubsspaß: Das Ostseebad Baabe (Insel Rügen), Bad Hindelang in den Allgäuer Alpen, die Nordseeinsel Borkum, das Ferienland Schwarzwald sowie die westfälischen Frischluft-Oasen Bad Salzuflen und Schmallenberger Sauerland mit der Ferienregion Eslohe sind zertifizierte „Allergikerfreundliche Kommunen“. Zum Start in das Frühjahr 2017 haben alle sechs Urlaubsregionen ihr Angebot weiter ausgebaut, um auf spezielle Bedürfnisse von reisenden Allergikern noch besser vorbereitet zu sein. Die unter dem Dach des Deutschen Heilbäderverbandes (DHV) organisierte Interessengemeinschaft (IG), zu der auch Freudenstadt im Schwarzwald gehört, garantiert Gästen ideale Voraussetzungen für möglichst beschwerdefreie Ferien. Das Siegel für Allergikerfreundlichkeit vergibt die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF), die mit dem DHV sowie den Tourist Informationen und Kurverwaltungen eng zusammenarbeitet.

„Wer als Allergiker einen unbeschwerten Urlaub verbringen will, kommt vorab um eine intensive Recherche oft nicht herum. Bei einer Reise in eine der Destinationen der IG Allergikerfreundliche Kommune ist das nicht notwendig. Alle Ferienregionen stellen sicher, dass der Jahresurlaub Freudentränen statt brennende Augen oder heftige Niesanfälle auslöst. Bei uns genießen Gäste trotz Pollenallergie, Tierhaarallergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit ihren Urlaub vom ersten bis zum letzten Tag. Dass es komplett allergenfreie Zonen nicht gibt, muss freilich betont werden“, sagt der Vorsitzende der IG, Julian Schmitz, der zugleich Geschäftsführer der Ferienland im Schwarzwald GmbH ist.

Mehrere Hundert allergikerfreundliche Betriebe profilieren sich von den Bergen bis zur Küste seit vielen Jahren als gesundheitstouristische Exzellenzanbieter. Restaurants und Bäckereien zählen ebenso dazu wie Metzgereien, Cafés und Lebensmittelgeschäfte.

Hotelküchen bereiten Speisen laktose- und glutenfrei, nussfrei oder vegetarisch zu und kochen vegane Gerichte. Der Einzelhandel in den allergikerfreundlichen Urlaubsregionen hat ebenfalls auf stetige Nachfrage nach veganen Produkten reagiert und sein Sortiment erweitert. „Hier lohnt es sich, nachzufragen – in allen Betrieben steht geschultes Personal mit Rat und Tat zur Seite“, so der IG-Vorsitzende Julian Schmitz.

Zur Verfügung stehen Zimmer in Hotels, Ferienwohnungen und Gästehäusern in allen Kategorien. Allergikerfreundliche Unterkünfte bieten Zimmer ohne Pollenpflanzen, rauch- und haustierfreie Zimmer sowie Unterkünfte mit allergikerfreundlichen Bodenbelägen und milbendichten Schutzhüllen für Matratzen, Kissen und Decken. Tierhaar- und Lebensmittelallergiker finden in den zertifizierten Ferienregionen ebenso ein passendes Urlaubsangebot wie Menschen, die auf Gräser, Hausstaubmilben, Pflanzen oder Teppiche allergisch reagieren oder an schweren allergischen Atemwegserkrankungen leiden.

In Borkum sind rund 180 Unterkünfte mit 2074 Betten sowie 21 Einzelhandelsbetriebe zertifiziert. Die sehr salz, jod- und aerosolhaltige Luft auf der 36 Quadratkilometer großen Nordseeinsel genießen Allergiker bei angenehmem Hochseeklima auf insgesamt 130 Kilometer langen Wegen, die Radfahrer, Wanderer oder Nordic-Walker für Touren nutzen. Der 26 Kilometer lange Sandstrand bietet Gästen neben Erholung und Entspannung für alle Sinne ein Freizeit- und Sportangebot der Extraklasse. Wer Geschwindigkeit liebt, lässt sich auf einem etwa zwei Meter langen Kite-Surfbrett von einem Drachen durch das Wasser ziehen – der große Auftrieb des Drachens erlaubt bei optimalen Verhältnissen wesentlich höhere Sprünge als beim Windsurfen. Strandsegler gleiten fast lautlos über den weiten Strand und erreichen bei optimalen Windbedingungen eine Geschwindigkeit von über 130 km/h. „Eine actionreiche und rasante Sportart, die optimal für alle Naturliebhaber ist“, sagt Kur- und Tourismusdirektor Christian Klamt.“ Ebenfalls für ein Gefühl der Freiheit sorgt das Kitebuggyfahren. Gemütliche Touren sind auf einer mehrere Quadratkilometer großen Fläche östlich des Nordstrands ebenso möglich wie rasante Rennen. Nach einigen Jahren Pause wird seit 2006 jährlich die Deutsche Kitebuggy-Meisterschaft auf Borkum ausgetragen.

Im Ostseebad Baabe auf der Insel Rügen sind 250 Betten in verschiedenen Unterkunftsarten als allergikerfreundlich zertifiziert. In Baabe, bekannt für sehr gute Luftqualität und herausragendes Umweltmanagement, erleben Feriengäste die großartigen Landschaften an der Ostseeküste oder über die Salzwiesen im Binnenland zu Fuß oder mit dem Rad. Wer es geschichtsträchtig und gemütlich mag, fährt mit den historischen Inselbahnen „Rasender Roland“ oder der „Uns lütt Bahn“.

Im Ferienland Schwarzwald sind mehr als 40 Betriebe als allergikerfreundlich zertifiziert – darunter Hotels und Ferienwohnungen. Neben einer sehr gesunden Luft erwartet Feriengäste eine teils unberührte Natur und somit ideale Bedingungen für einen erholsamen Aufenthalt. Wanderern steht ein 1000 Kilometer ausgebautes und beschildertes Wanderwegenetz zur Verfügung. Das Mittelgebirgsklima im Ferienland Schwarzwald stärkt das Immunsystem und wirkt bei Klimatherapien gesundheitsfördernd. Vor allem Menschen mit Atemwegs-, Haut- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen berichten über eine spürbar bessere Lebensqualität. Zu dem im Herzen des Naturparks Südschwarzwald gelegenen Tourismusverbund gehören Schönwald, Furtwangen, St. Georgen sowie die Gemeinde Schonach, in der es die weltgrößte originale Kuckucksuhr zu bestaunen gibt.

Die beste Luft in Bayern gibt es in Bad Hindelang – das belegen aktuelle Messwerte des Umweltbundesamtes. Für den Ferienort weist die Statistik im Jahresmittel 2016 einen Stickstoffdioxid-Wert von sechs Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) aus. Der Grenzwert beträgt 40 µg/m³. Die Belastungen durch Kohlenmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Stickstoffmonoxid und Feinstaub sind äußerst gering. Das Hindelanger Hochgebirgsklima (Heilklima) zeichnet sich neben hoher Luftreinheit unter anderem durch niedrige Wärmebelastung, schwache Nebelbildung und hohe UV-Strahlung aus. Über 110 Unternehmen in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel tragen in Bad Hindelang das Siegel „allergikerfreundlich“.

Die Region Schmallenberg umfasst mehrere Teilgebirge, die höchsten Erhebungen finden sich im Rothaargebirge.

Im 303 Quadratkilometer großen Schmallenberger Sauerland haben mehr als 60 Unternehmer und Selbstständige aus Tourismus und Einzelhandel ihre Qualitätskriterien angepasst und die touristische Infrastruktur in der Region allergikerfreundlich ausgebaut. Allergiker, Neurodermitiker oder Menschen mit Atemwegserkrankungen regenerieren und erholen sich im „Abela Heilstollen“ oder dem Heilstollen in Nordenau.

Die Region, in der ein mildes Reizklima herrscht, umfasst mehrere Teilgebirge, die höchsten Erhebungen finden sich im Rothaargebirge. Mit Bad Fredeburg, Nordenau, Grafschaft und Schmallenberg verfügen vier Kurorte über medizinisches und präventiv-medizinisches Know-how.

In Bad Salzuflen erzeugen die Gradierwerke mit mikrofeiner Solezerstäubung eine Luft- und Wasserqualität, die es nur an der See gibt – in der Innenstadt ist eine stark allergenreduzierte Zone entstanden. Dafür sorgt der feine Nebel, den 600.000 Liter Sole produzieren, die täglich über große Schwarzdornwände im Herzen der Stadt rieseln. Der Nebel übt eine milde Reizwirkung auf die Bronchien aus. Besonders intensiv zu spüren ist dies im begehbaren Erlebnis-Gradierwerk am Kurpark, in dem Therapeuten Atemgymnastik lehren. 27 Bad Salzufler Unterkünfte, Betriebe und Dienstleister sind als allergikerfreundlich zertifiziert.

Quelle: IG Allergikerfreundliche Kommune Deutscher Heilbäderverband e.V.

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