Geschichte hautnah in Oberschwaben-Allgäu

Gebaut auf einen steilen Hügel nahe Ravensburg überragt Schloss Waldburg die Region. - Geschichte hautnah in Oberschwaben-Allgäu

Eintauchen in Erlebniswelten und selbst Teil der Geschichte werden

Worauf achtete der Steinzeitmensch beim Bau seiner Pfahlbauten? Wie wurde im Mittelalter ein Kloster gebaut? Wie zog sich ein Ritter zum Turnier an? Und wo brachten oberschwäbische Bauernfamilien im 19. Jahrhundert ihr Vieh unter? Die Region Oberschwaben-Allgäu gibt auf diese Fragen lebendige Antworten. Denn in den Freilichtmuseen der Region, in Schlössern und Burgen gehen die Besucher auf Zeitreise und tauchen tief in die Geschichte ein.

Federsee-Museum: Archäologie mit allen Sinnen erleben

Inmitten der oberschwäbischen Moorlandschaft wird im Federseemuseum die Steinzeit lebendig. Denn gut konserviert im feuchten Boden des Federseemoores haben sich seltene Funde aus über 15.000 Jahren erhalten. Sie geben Einblick in längst vergangene Zeiten. Vom Lagerplatz der Rentierjäger über die Hütten der Pfahlbauer bis zur Fischfanganlage aus keltischer Zeit tauchen die Besucher direkt in die Lebenswelt vergangener Zeiten ein. Mit allen Sinnen erleben sie die Herausforderungen des steinzeitlichen Alltags: beim Paddeln im Einbaum, beim Brotbacken über offenem Feuer und beim Speerschleudern. Jeden Sonntagnachmittag gibt es ein besonderes Aktivprogramm. Die ganze Woche über wartet der Familienerlebnispfad auf Familien, die an interaktiven Stationen knifflige Fragen zur Steinzeitwelt lösen.

Die aktuelle Sonderausstellung zeigt die Steinzeitgeschichte am Federsee mit hunderten Playmobil-Figuren in bunt drapierten Szenen (bis 1. November). Ein Bauprojekt der besonderen Art ist die Errichtung eines neuen Gebäudes im Freigelände vom 7. bis 12. August mit steinzeitlichen Werkzeugen und Arbeitstechniken. Interessierte können die Bauarbeiten live und direkt vor Ort miterleben.

Vor zehn Jahren öffneten die Tore zur Klosterbaustelle Campus Galli in einem Waldstück bei Meßkirch.

Bauen wie im Mittelalter: Zehn Jahre Campus Galli

Vor zehn Jahren öffneten sich in einem Waldstück bei Meßkirch die Tore zur Klosterbaustelle Campus Galli. Handwerker in mittelalterlichen Gewändern begannen mit dem Bau einer Klosteranlage - nach den Plänen und Handwerkstechniken des 9. Jahrhunderts. Seither lädt die Schau-Baustelle zu einer einzigartigen Zeitreise ein. Denn die mittelalterlich gekleideten Steinmetze, Zimmerleute, Töpfer und Korbflechter lassen sich gerne über die Schulter schauen und beantworten alle Fragen. Nach der Fertigstellung der großen Klosterscheune im vergangenen Jahr stellen sich die Handwerker 2023 mit dem ersten Steingebäude einer neuen Herausforderung. Stein für Stein wird dafür behauen und in Form gebracht. Der Campus Galli ist von April bis November für Besucher geöffnet. Regelmäßig finden Aktionswochenenden, Thementage und Führungen statt.

Ritteressen und Turniere: Burg Waldburg und Bachritterburg

Auf einem steilen Hügel bei Ravensburg thront die Waldburg über der Region. Wer hinaufsteigt, findet sich in einer Erlebniswelt wieder, die das Mittelalter spielerisch inszeniert - mit unterhaltsamen Führungen, einer Gespensterrallye, Ritteressen und einem Fluchtabenteuer mit Schatzsuche. Jeden Sonntag können kleine Prinzen und Prinzessinnen außerdem am großen Ritterturnier teilnehmen.

Nach dem Verkleiden stehen Adlerschießen, Schwertkampf und Lanzenstechen auf dem Programm. Bei Bad Buchau erwartet Mittelalterfreunde mit der Bachritterburg der Nachbau einer mittelalterlichen Holzburg. Hier finden regelmäßig Führungen, Familiensonntage und Aktionstage statt. Höhepunkt sind die so genannten Burgbelebungen" durch Living-History-Gruppen, die in historischen Gewändern den Alltag im Mittelalter darstellen. Die nächste findet am 19. und 20. August 2023 mit der Gruppe „Grifenstain“ statt.

Im Museumsdorf Kürnbach können Besucher bei Sonntagsveranstaltungen den Museumshandwerkern über die Schulter schauen und sich auch selbst versuchen – etwa beim Schmieden.

Leben Anno Tuck: Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg und Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach

Burgen und Schlösser sind eine Sache, aber wie lebte die einfache Bevölkerung früher? Dieser Frage gehen das Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschaben Wolfegg und das Oberschwäbische Museumsdorf Kürnbach nach. In den beiden Freilichtmuseen erleben die Besucher hautnah, wie die Menschen im ländlichen Oberschwaben früher gelebt und gearbeitet haben. Originalgebäude mit historisch eingerichteten Stuben, Kammern, Ställen und Werkstätten veranschaulichen den historischen Alltag der bäuerlichen Gesellschaft seit dem Mittelalter in der Region.

„Leben um 1900“ ist der diesjährige Schwerpunkt des Bauernhausmuseums. Jeden Dienstag und Donnerstag bietet es bis zum 7. September 2023 ein Mitmachprogramm für Familien an, bei dem es mit Backtag, Waschtag, Schwabenkindertag und Markttag um den Alltag vor rund 120 Jahren geht. Im Museumsdorf Kürnbach können Besucher bei den Sonntagsveranstaltungen den Museumshandwerkern über die Schulter schauen und sich selbst ausprobieren - beim Springseildrehen, Korbflechten oder Schmieden.

Schlossgeschichten in Oberschwaben-Allgäu

Prachtvolle Schlösser öffnen sich in der Region dem Besucher und erzählen ihre Geschichte. Beeindruckend ist zum Beispiel das Schloss der Hohenzollern in Sigmaringen, das imposant über der hier noch jungen Donau thront. Nicht Glanz und Gloria stehen im Mittelpunkt der Führungen, sondern die Menschen, die hinter den ehrwürdigen Mauern lebten, liebten und träumten. Lebendige Führungen gibt es auch im Schloss Meßkirch und im ehemaligen Deutschordensschloss Achberg.

Für kleine Musikfans sind die Kinderkonzerte im Achberger Rittersaal gedacht: Klatschen, Tanzen und Mitsingen ist ausdrücklich erlaubt. Die Familienführung „Wie der Kreuzritter Benedikt lebte“ lässt die Vergangenheit lebendig werden. Das Schlössle Weingarten zeigt die Ausstellung „Weingarten um 1900“ mit zehn markanten Gebäuden aus dieser Zeit.

Quelle: Oberschwaben Tourismus GmbH c/o PR2 Petra Reinmöller Kommunikation GmbH

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