Immer auf Draht - das Deutsche Drahtmuseum und die Burg Altena
Meist wird er übersehen, viele kennen ihn vor allem als Maschen- und Blumenbindedraht. Dabei ist der Werkstoff vielseitig und wird seit Jahrhunderten hergestellt: Ohne Draht ginge in vielen Bereichen nichts. Für die Seile einer Hängebrücke ist er genauso notwendig wie für das Heizelement im elektrischen Bügeleisen, für kilometerlange Überseekabel oder die Klammer am Teebeutel. Oft bleibt er für das bloße Auge unsichtbar, zum Beispiel als hauchdünner Metallfaden in der Elektronik, Medizin- oder Drucktechnik. Gute Gründe also, dem Material ein eigenes Museum zu widmen.
Technikgeschichte auf unterhaltsame Art kennenlernen
Altena im Sauerland ist seit Langem ein Zentrum der Drahtfertigung in Deutschland. Das dortige Deutsche Drahtmuseum berichtet über die lange Industriegeschichte, ermöglicht kurzweilige Zeitreisen und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien oder Gruppen. In der Dauerausstellung erwartet die Besucher so manche Überraschung. Unter dem Motto "Vom Kettenhemd zum Supraleiter" wird die Technikgeschichte des Drahtes ebenso nacherzählt wie seine Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. Dabei können die Besucher vielen Fragen auf den Grund gehen: Wie wird Draht hergestellt, unter welchen Bedingungen arbeiteten Drahtzieher? Zu welchen Produkten wird er weiterverarbeitet und was machen Künstler mit dem Werkstoff? Besonders gut nachvollziehen lässt sich der Arbeitsalltag, wenn die Drahtziehmaschinen und die Polterwäsche in Betrieb genommen werden. In dem Erlebnismuseum ermöglichen Experimentierstationen das Ausprobieren und Mitmachen. Versuche erklären auf eine spielerische Art alle wichtigen mechanischen und elektrischen Eigenschaften des Materials.
Draht auf kreative Weise inszeniert
Dass Draht auch Künstler inspiriert, beweisen zahlreiche Sonderausstellungen. Ab 1. März bis zum 6. September 2020 zeigt der Fotokünstler Klaus Storch unter dem Titel "Endlos" seine Arbeiten. Der Fertigungsprozess sowie das fertige Erzeugnis - Draht oder Drahtseil - erscheinen in Großaufnahmen. Dadurch werden Muster und Strukturen sichtbar. Gleichzeitig entlockt Storch der Thematik eine erstaunliche Fülle an Farben und Farbtönen. Für den Besuch der Ausstellung gibt es eine Kombikarte, die auch zum Eintritt in die Burg Altena berechtigt. Nur 500 Meter vom Drahtmuseum entfernt, ermöglicht die Festung spannende Zeitreisen ins Mittelalter.
Ein Tipp: Wer einen ganzen Tag in Altena verbringen möchte, kauft am besten die Karte, in der auch eine Fahrt mit dem Erlebnisaufzug zur Burg enthalten ist. Unter www.deutsches-drahtmuseum.de und www.burg-altena.de gibt es alle weiteren Informationen.
Quelle: Märkische Kulturstiftung Burg Altena c/o djd deutsche journalisten dienste GmbH & Co. KG
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