Kulturlandschaft im Gleichgewicht: Innovative Bewirtschaftungsmethoden auf Südtiroler Bauernhöfen

Bauer Lukas vom Roter Hahn-Betrieb Valentinhof in Meran/Südtirol bewirtschaftet seine Obstplantagen und Gemüsefelder nach den Prinzipien des biologischen Anbaus. - Kulturlandschaft im Gleichgewicht: Innovative Bewirtschaftungsmethoden auf Südtiroler Bauernhöfen

Neue Beiträge sofort lesen? Folgen Sie dem Tambiente Urlaubsmagazin bei Google News.


Der Klimawandel hat das Wetter weltweit verändert. Trockenheit, Stürme oder Spätfröste schwächen auch in unseren Breiten die Obst- und Gemüsekulturen. Neue Schädlinge und Krankheiten breiten sich aus. Entsprechend steigt der Pflegeaufwand und der Einsatz von Spritzmitteln. Die meisten Südtiroler Bauern, die das Qualitätssiegel „Roter Hahn“ tragen, setzen dagegen auf ihr überliefertes Wissen.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Anbau von Urkorn - Getreide, das auf alten Sorten basiert. Emmer, Dinkel und Co. sind widerstandsfähiger gegen bestimmte Umweltbedingungen und benötigen weniger chemische Unterstützung. Viele „Roter Hahn“-Bauern setzen auch auf die Wiederbelebung alter, teilweise in Vergessenheit geratener Gemüsesorten. Diese sind seit Jahrhunderten an die lokale Umwelt angepasst und stärken nicht nur die Biodiversität, sondern verbessern auch die Geschmacksvielfalt und die ernährungsphysiologische Qualität der Produkte.

Beim Einsatz pilzwiderstandsfähiger „PIWI“-Trauben führt die Kombination traditioneller Verfahren mit modernen Kreuzungen zu innovativen, ertragreichen und naturverträglichen Weinbaumethoden. Durch den gezielten Schutz der Bienen und ihrer Lebensräume trägt „Roter Hahn“ zudem zur Förderung der Artenvielfalt und damit zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts bei.

Heilpflanzen, regionale Superfoods und vergessene Gartenschätze

Obstbäume, die von Hand gepflegt und geerntet werden, gibt es heute kaum noch. Anders auf den Südtiroler „Roter Hahn“-Bauernhöfen: Die Bäuerinnen und Bauern arbeiten im Einklang mit der Natur, beachten jahreszeitliche Zyklen und natürliche Rhythmen und verzichten weitgehend auf den Einsatz von Maschinen. Historische Apfelsorten sind geschmacklich meist vielfältiger und sogar bekömmlicher und auch für Allergiker geeignet. Auf dem Schwarzielhof in Feldthurns/Eisacktal genießen Urlauber schonend verarbeiteten Apfelsaft, der zu 100 Prozent naturrein ist. Die Früchte reifen bei großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und entwickeln so besonders intensive Aromen.

Wer Obst und Gemüse direkt vom Feld probieren möchte, ist im Hofladen des Valentinhofs genau richtig. Jungbauer Lukas baut neben dem löwenzahnähnlichen Schnittsalat Cicoria catalogna auch Zuckerhut, Rote Rüben, Mangold und vieles mehr an. Die sonnige Lage in Meran bietet dafür ideale Bedingungen. Beerensorten, die heute kaum noch zu finden sind, gibt es am Fasslerhof. Am Ortsrand von Niederdorf im Pustertal kümmern sich Alois Burger und sein Sohn Martin um die Früchte, die sie zu feinen Aufstrichen und Sirupen verarbeiten. Durch das ideale Klima und den hohen Gehalt an natürlichen Abwehrstoffen können sie auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gänzlich verzichten. Angebaut werden vor allem Sanddorn, Wildquitten und Apfelbeeren, aber auch Stachelbeeren, Schlehdorn und Berberitzen.

Summ, Summ, Summ – flüssiges Gold aus Südtirol

Der Honig des Roter Hahn-Hieslerhofs ist naturbelassen, rein und vollwertig. Je nach Standort des Bienenvolks veredelt Familie Eschgfäller Blüten-, Wald- und Cremehonig. Geschleudert und abgefüllt wird direkt am Hof. - Summ, Summ, Summ – flüssiges Gold aus Südtirol

Honig der Marke „Roter Hahn“ unterliegt wie alle bäuerlichen Produkte strengen Auflagen: So dürfen die Bienen nur in Südtirol sammeln und der Ertrag darf nicht durch künstliche Zufütterung gesteigert werden. Familie Eschgfäller vom Hieslerhof in Hafling auf 1.353 Metern Höhe legt großen Wert auf eine artgerechte Haltung im Einklang mit der Natur. „Um meinen Bienen möglichst reinen Pollen zur Verfügung zu stellen, wähle ich die Standorte in der Umgebung sehr sorgfältig aus“, erklärt Jungbauer Christian.

„Das garantiert ein unvergleichliches Aroma.“ Familie Hillebrand vom Kammerhof in Lana hält rund 250 Bienenvölker, die Alpenrosen-, Wald-, Wiesen- und Kastanienblütennektar produzieren. Mit der Honigschleuder, einer speziellen Zentrifuge, holt Jungbauer Andreas das „flüssige Gold“ aus den Waben. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, wird er anschließend gekühlt. Die Hofimkerei bietet auch Blütenpollen und andere Honigprodukte an.

 

Urkorn, das Jahrtausende alte Getreide

Emmer, Einkorn, Dinkel und Co. besitzen eine besonders feste Spelzhülle, die das Getreide vor Umwelteinflüssen schützt und widerstandsfähig macht. Die Pflanzen gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden und benötigen kaum Dünger oder chemische Pflanzenschutzmittel. Damit sind die alten Sorten ideal für den ökologischen Landbau geeignet. Das Urkorn hat einen sehr intensiven Geschmack, gilt als leichter verdaulich, ist ballaststoffreicher und damit eine gesunde Alternative zu industriell gefertigten Backwaren.

Die Familie Giovanett vom Römerhof „Roter Hahn“ in Tramin an der Weinstraße baut eine alte Maissorte an, die bis vor 50 Jahren im Südtiroler Unterland unter dem Namen „Tirggplent“ bekannt war. Die orangeroten Körner werden in der hofeigenen Steinmühle in mehreren traditionellen Arbeitsschritten zu drei verschiedenen glutenfreien Maismehlen („Plentnmehl“) vermahlen und gelten unter Polenta-Kennern als köstlicher Geheimtipp.

PIWI: Weniger spritzen im Weinberg

Am Roter Hahn-Hof St. Quirinus in Kaltern an der Weinstraße treffen traditionelle Methoden auf moderne Techniken. Jungbauer Michael experimentiert auch gern mal mit Verschnitten verschiedener Sorten und unterschiedlichen Ausbaumaterialien. - PIWI: Weniger spritzen im Weinberg

„PIWI“ steht für speziell gezüchtete pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die einigen der größten Herausforderungen des modernen Weinbaus gewachsen sind. Rebsorten wie Cabernet Jura, Johanniter, Solaris und Co. können Schädlingen wie dem Echten und Falschen Mehltau so gut wie nichts anhaben. Die Familie Sinn vom Weingut „Roter Hahn“ in St. Quirinus in Oberplanitzing bei Kaltern produziert neben Klassikern wie Chardonnay, Sauvignon, Weißburgunder und Vernatsch auch PIWI-Sorten und verzichtet bei Pflanzenschutz, Unkrautbekämpfung, Düngung und Verarbeitung gänzlich auf chemische oder synthetische Mittel.

In den traditionsreichen Weinbergen oberhalb des Kalterer Sees gedeihen die Trauben auf kalkhaltigen und steinigen Böden sowie auf Porphyrgestein unter optimalen klimatischen Bedingungen. „Unsere Weine, die nach biologischen Richtlinien ausgebaut werden, glänzen durch ihre Fruchtigkeit, Struktur und Eleganz“, so Bauer Robert und Sohn Michael. Auch Wilhelm Gasser vom Santerhof in Mühlbach baut PIWI-Trauben nach den strengen Richtlinien des Qualitätssiegels „Roter Hahn“ an. Wie der Hofname schon verrät, liegt der Obst- und Weinbaubetrieb auf sandigem Boden. Der hohe Silikatgehalt des Brixner Granits verleiht den Produkten ihren besonderen Geschmack.

Mehr Inspiration gesucht? Tipps für alle Top-Reiseziele findest du beim Tambiente Urlaubsmagazin.

Quelle: Südtiroler Bauernbund Roter Hahn c/o AHM Kommunikation

Impression des electro magnetic-Festivals im Weltkulturerbe Völklinger Hütte (2012 - 2019) / Foto: © Iris Maria Maurer I Weltkulturerbe Völklinger Hütte
10.12.2025

FERRA 2026: Neues dreitägiges Techno-Festival in der Völklinger Hütte

2026 startet das neue, dreitägige FERRA Festival im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Vom 21. bis 23. August 2026 eröffnet sich dort eine Welt aus monumentaler Industriekultur, minimalistischem Sound, Laserinstallationen und kollektiver Energie.
mehr erfahren
Eröffnung Arolser Barock-Festspiele / Foto: © Sabrinity
09.12.2025

Arolser Barock-Festspiele feiern 40. Jubiläum - Zyklen

In der barocken Residenzstadt Bad Arolsen wird im kommenden Jahr ein runder Geburtstag gefeiert: Die Arolser Barock-Festspiele werden 40 Jahre alt. Sie finden vom 13. bis 17. Mai 2026 mit musikalischen Entdeckertouren und einem Abschlussfeuerwerk statt.
mehr erfahren
Der Naumburger Dom aus der Vogelperspektive. / Foto: RealPixelStreet [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
03.12.2025

UNESCO-Welterbestätte Naumburger Dom in den Wintermonaten entdecken

Während draußen winterliche Kälte herrscht und die Domstadt Naumburg eine ruhige Atmosphäre verströmt, ist in der UNESCO-Welterbestätte alles andere als Winterschlaf angesagt.
mehr erfahren
Flugvolieren für Aras und Loris entstehen im Zoo der Zukunft in Leipzig. / Foto: © Zoo Leipzig
03.12.2025

Neue Attraktionen und Preisanpassungen 2026 im Zoo Leipzig

Das Jubiläumsjahr 25 Jahre Masterplan Zoo der Zukunft neigt sich dem Ende zu. Der Aufsichtsrat beschließt den Wirtschaftsplan 2026 mit neuen Attraktionen und Preisanpassungen.
mehr erfahren
Erlebnispfad Wasserkraft im Fränkischen Seenland. / Foto: © TV Fränkisches Seenland / Jens Wegener
01.12.2025

Echt besonders – Jahreshöhepunkte 2026 im Urlaubsland Franken

Franken und seine 16 Ferienlandschaften stecken voller Überraschungen. Sie verwöhnen mit köstlicher Küche, einzigartiger Natur, Fachwerkromantik, urbanem Lifestyle und zahlreichen Gelegenheiten, diese Vielfalt 2026 gebührend zu feiern.
mehr erfahren
LiteraTour Neumarkt 2026 / Foto: © Friederike Ostermeyer
01.12.2025

Neumarkt startet kreativ ins Jahr 2026

Neumarkt in der Oberpfalz startet mit spannenden Premieren, kreativen Auszeichnungen und technischer Innovation ins Kulturjahr 2026.
mehr erfahren
Tunnel im Anflug im Zoo Leipzig für die neue Wasserwelt Feuerland.
28.11.2025

Advent, Advent – zwei Tunnel fliegen ein im Leipziger Zoo

So sehnlich, wie die Kinder das Weihnachtsfest herbeisehnen, freut sich der Zoo Leipzig über das Einsetzen der ersten beiden 12 und 14 Meter langen Tunnelstücke in die gegenwärtig entstehende Wasserwelt Feuerland.
mehr erfahren
Lichterzauber am Baumwipfelpfad Schwarzwald / Foto: © Erlebnis Akademie AG
28.11.2025

Lichterzauber 2025 am Baumwipfelpfad Schwarzwald

Pünktlich zur Winterzeit lädt der Baumwipfelpfad im Schwarzwald zum Staunen ein. Beim Lichterzauber lässt sich der Schwarzwald aus einer neuen, glanzvollen Perspektive erleben – hoch über den Wipfeln.
mehr erfahren
Winningen im Lichterglanz. / Foto: © Klaus Brost
26.11.2025

Adventszauber 2025 an der Untermosel

In der Adventszeit 2025 verwandeln sich die Orte in der Urlaubsregion Sonnige Untermosel in stimmungsvolle Treffpunkte mit einer Vielzahl an weihnachtlichen Veranstaltungen.
mehr erfahren
Nikolospiel Bad Mitterndorf. / Foto: © Martin Huber
25.11.2025

Die stade Zeit 2025 im Ausseerland genießen

Die stade Zeit im Ausseerland: Vorweihnachtszeit 2025 zwischen Brauchtum, Handwerk und regionalem Genuss genießen.
mehr erfahren