Neun urbane Erlebnisse im Süden

Craftbier, Street-Art oder eine Nacht im historischen Wasserturm? Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten bieten Baden-Württembergs Städte diesen Sommer jede Menge Möglichkeiten für kreative Entdecker-Touren. Bei einem Städtetrip in den Süden warten urbane Erlebnisse, die manche Stadt von einer unerwarteten Seite zeigen.

Heidelberg: Urban Art im öffentlichen Raum bestaunen

Vom 8. bis 20. Juli 2016 zeigt sich Heidelberg einmal mehr als kreative Stadt, die den Titel „UNESCO Creative City“ zu Recht trägt: METROPOLINK heißt das neue Festival, das sich in seiner zweiten Ausgabe mit großflächigen Wandmalereien ganz der urbanen Kunst widmet. Dabei wird die Stadt zu einem öffentlichen Kunstraum. Zehn Hauswände in Heidelberg sowie zwei Hausfassaden in der Metropolregion werden komplett neu gestaltet. Zwölf international bekannte Künstler drücken der Stadt dabei ihren Farbstempel auf. Begleitet werden die Kunstaktionen von diversen Workshops mit Jugendlichen, einem Symposium sowie Streetdance-Vorführungen. Cubes mit 24 Wänden stehen als mobile Ausstellungsräume bereit. In sechs Stadtteilen werden Vernissagen gefeiert und Hauswände bemalt. Und ganz nebenbei bekommen rund 30 Stromkästen im gesamten Stadtgebiet von Künstlern ein neues Gesicht verpasst. www.metropolink-festival.net

Karlsruhe: Im Wasserturm übernachten

Wo einst die Dampfkessel der Lokomotiven mit Wasser befüllt wurden, lädt heute eines der originellsten und vor allem kleinsten Hotels zum Übernachten ein. Maximal zwei Personen finden im 1877 erbauten Wasserturm auf dem Gelände des früheren Ausbesserungswerks der Bahn Platz. 50 Sandsteinstufen führen in das Dachgeschoss, wo die Gäste vom Bett aus den Karlsruher Sternenhimmel beobachten können. Dass der Turm unter Denkmalschutz steht, wird einem spätestens im vollverglasten Badezimmer klar. Der Blick von der Dusche auf den umgebenden Wasserkessel ist einzigartig. Wer in diesem 2015 sanierten Industriedenkmal übernachtet, muss dabei keineswegs auf Komfort verzichten. Moderne Annehmlichkeiten wie Fernseher oder WLAN sind in der „Tower Suite“ selbstverständlich vorhanden. www.towersuite.de

Stuttgart: Mit der Seilbahn durch die Großstadt gondeln

Stuttgarts berühmte Kessellage beschert der Stadt gleich zwei außergewöhnliche Verkehrsmittel: Die Seilbahn und die Zahnradbahn, auch liebevoll „Zacke“ genannt, ermöglichen eine ungewöhnliche Art der Fortbewegung durch die Großstadt. Die nostalgische Standseilbahn im Stadtteil Heslach, die vom Südheimer Platz zum Waldfriedhof in Degerloch verkehrt, ist ein historisches Technikdenkmal und im Volksmund als „Erbschleicherexpress“ bekannt. Im Eröffnungsjahr 1929 war sie die erste Standseilbahn Deutschlands, sie wird bis heute mit den Originalwagen von damals betrieben. Teakholz und Messing versetzen den Fahrgast in die Zeit der Goldenen Zwanziger Jahre. Die „Zacke“, eine der letzten vier Zahnradbahnen der Republik, befördert die Fahrgäste über 205 Höhenmeter vom Marienplatz auf die Filderebene nach Degerloch. Auf der bis zu 18 Prozent steilen Strecke warten einige der besten Panoramablicke über die Stadt. Unter dem Motto „Seilbahn und Zacke – ein bahnbrechender Ausflug“ bietet Stuttgart-Marketing geführte Touren an. www.stuttgart-tourist.de

Mannheim: In die Musikgeschichte eintauchen

Xavier Naidoo, Die Söhne Mannheims, Laith Al-Deen oder Joris – Mannheimer Künstler sind international bekannt und ihre Songs echte Chartstürmer. Mit der Popakademie besitzt die Stadt eine bedeutende Nachwuchsschmiede und trägt seit 2014 den Titel „UNESCO City of Music“. Jetzt hat in Mannheim mit dem Hotel Staytion direkt am Hauptbahnhof auch ein echtes Musik-Hotel eröffnet. Wer in einem der Zimmer und Appartments absteigt, kann ganz in die Mannheimer Musikgeschichte eintauchen. Gemäß dem Motto „Music meets Industry“ ist jede Etage einer anderen Band oder Musikrichtung gewidmet. Von der Ausstattung bis zur Musik auf den Gängen folgt hier alles konsequent einem Thema. Musikalischer Treffpunkt des Hauses ist die Bar im Erdgeschoss des Hotels. Besonderes Augenmerk liegt hier auf zwei großen Frachtcontainern, die urbanes Design und Industrie-Feeling vereinen. Nicht nur Musikliebhaber kommen hier ganz auf ihre Kosten. www.staytion.de

Freiburg: Craftbier aus der Garage genießen

500 Jahre nach Einführung des deutschen Reinheitsgebots ist Bier heute aktueller und angesagter denn je. Vor allem die Craftbier-Szene macht den Gerstensaft mit ihren handwerklich gebrauten Kreationen zum urbanen In-Getränk. In Freiburg ist die „Decker Garage“ der zentrale Anlaufpunkt für alle Freunde kreativer Braukunst. Hier haben sich drei Freiburger einen ihrer Männerträume erfüllt: Sie machen ihr eigenes Bier. Gemeinsam mit Mikrobrauereien aus der Region stellen sie die Biere in kleinen Auflagen her. Bei regelmäßigen Braukursen kann man dort außerdem vieles über die handwerkliche Bierherstellung lernen. Für Einsteiger und Kenner bietet das Freiburger Craftbier-Festival „Craftival“ am 13. August 2016 Gelegenheit, die regionalen Brauer zu treffen. Rund um die „Decker-Garage“ präsentieren etwa 20 Brauereien ihre Kreationen, die sich nicht nur mit ausgefallenen Namen wie „Chocolate Malt Porter“ oder „Friendly Fire IPA“ vom breiten Massenangebot abheben. www.deckerbier.de; www.craftival.de

Heilbronn: Beim Triathlon durch den Neckar kraulen

Wo gibt’s denn sowas? Eine Horde Sportler krault mitten in der City durch den Neckar. Das passiert am 19. Juni 2016 bei der „Sparkassen Challenge Heilbronn“, einem Triathlon im Herzen der Stadt. Mehr als 2.500 Teilnehmer aus der ganzen Welt sind bei diesem sportlichen Großereignis am Start. In diesem Jahr werden hier erstmals die Deutschen Triathlon-Meisterschaften auf der Mitteldistanz ausgetragen. Geschwommen wird im Fluss, Laufen und Radfahren finden im Umland statt – mit Zieleinlauf auf dem Heilbronner Marktplatz. Wer diesem Wettkampf lieber vom Ufer aus zuschaut, hat auch sonst zahlreiche Möglichkeiten, den Neckar als Lebensader der Stadt zu genießen. Im Sommer wird hier gerudert, Ausflugsschiffe und Tretboote schippern vorbei. Die Trauerweiden am Ufer schaffen lauschige Plätze wie die Strandbar Kaffeebucht. Hier kann man auf dem Liegestuhl mit den Füßen im Sand graben. Wem das zu wenig Abenteuer ist, der kann sich hier auch im Stand-up-Paddling versuchen. www.heilbronn-marketing.de

Pforzheim: Im Gasometer eine Zeitreise erleben

Er ist prominenter Zeuge der Industriegeschichte Pforzheims und weithin sichtbar im Stadtbild der Oststadt: Der Gasometer aus dem Jahr 1912 war fast 100 Jahre lang als Ausgleichsbehälter der Gasversorgung im Einsatz. Heute zählt er zu den letzten erhaltenen Glockengasbehältern und ist ein Denkmal für die Epoche der Industrialisierung. Um dieses eindrucksvolle Beispiel deutscher Ingenieurskunst zu erhalten, wurde innerhalb des alten Stahlgerüsts ein gigantischer Edelstahlzylinder errichtet. Er ist 40 Meter hoch und fasst 60.000 Kubikmeter umbauten Raums. In seinem Innern wartet auf Besucher eine Zeitreise, die von der Industrialisierung zurück ins alte Rom führt. 2014 verwandelte der Künstler Yadegar Asisi den Raum unter dem Titel „Rom 312“ in das weltgrößte 360-Grad-Panorama. Wer die 15 Meter hohe Plattform in der Raummitte besteigt, kann von dort einen atemberaubenden Rundblick auf die antike Millionenstadt in der Zeit des 4. Jahrhunderts genießen. www.gasometer-pforzheim.de

Ulm: Mit dem Ulmer Spatz in See stechen

Ein Ulmer Spatz soll der Sage nach einst beim Bau des berühmten Münsters geholfen haben. Seither ist er sprichwörtlich in aller Munde. Als Ulmer Spatzen können heute auch die örtlichen Fußballer gemeint sein, die Ulmer generell oder die vorwitzigen Sperlinge in den Gassen der Altstadt. Ein ganz besonderer Spatz aber schippert auf der Donau und zeigt den Passagieren bei einer 60-minütigen Rundfahrt die Schokoladenseiten Ulms. Eigentlich war das Schiff aus dem Jahr 1935 schon reif für den Schrottplatz, als sich die Lebenshilfe Donau-Iller seiner annahm. Inzwischen ist es rundum aufpoliert, mit neuester Technik versehen und in einen barrierefreien Zustand versetzt. Denn zum Team an Bord gehören Menschen mit und ohne Handicap. Täglich außer Montag stechen sie von Mai bis Oktober mit dem „Ulmer Spatz“ in See und ermöglichen Gästen und Einheimischen eine Stadtrundfahrt der etwas anderen Art. www.ulmer-schifffahrt.de

Baden-Baden: Chromblitzende Automobile beim Oldtimer-Meeting bewundern

Baden-Württemberg und das Automobil – das ist eine ganz besondere Verbindung. Vor genau 130 Jahren wurden hier die Anfänge einer weltweiten Erfolgsgeschichte gelegt. In Baden-Baden können Oldtimer-Fans vom 8. bis 10. Juli 2016 eine Zeitreise durch die Automobilgeschichte erleben. Bereits zum 40. Mal findet das Internationale Oldtimer-Meeting unter freiem Himmel statt. Die glanzvollen Fassaden der mondänen Kurstadt bilden eine ideale Kulisse für rund 350 Fahrzeugklassiker aus neun Jahrzehnten. Ob historischer Sportwagen oder Luxuslimousine – die Besitzer der wertvollen Schmuckstücke präsentieren ihre Oldtimer persönlich und tragen meist auch das dazu passende Outfit. Wer mit ihnen ins Gespräch kommt, darf sich auf so manche leidenschaftlich erzählte Oldtimer-Geschichte freuen. Den Höhepunkt bildet eine ebenso rauschende wie nostalgische Gartenparty im Kurpark, bei der tausende Lampions den edlen Karossen einen besonderen Glanz verleihen. www.baden-baden.de; www.oldtimer-meeting.de

Quelle: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW)

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