Seit über 400 Jahren Kult ums Kostüm - Karneval in NRW

Entlang des Rheins geht es schon in der Vorweihnachtszeit oft um eins: Wie verkleide ich mich an Karneval? Köln, Bonn und Düsseldorf sind die drei Hochburgen des rheinischen Brauchtums. Zwischen dem Startschuss am 11.11. und Aschermittwoch am 13. Februar 2013 feiern allein in Köln etwa 180 Karnevalsgesellschaften, Heimatvereine, Stadtviertelgemeinschaften in rund 600 Sitzungen, Bällen und Umzügen den "Abschied vom Fleisch". Dass das Wort Karneval vom Lateinischen "carne vale" abstammt, was "Fleisch lebe wohl!" bedeutet, ist eine Erklärung für den Ursprung des Wortes.

Pünktlich zum 11.11. ist wieder der Karnevalsterminkalender mit allen Terminen der Session 2013 erschienen. Auf 104 Seiten informiert der Jeckenkalender über Sitzungen, Bälle, Umzüge und den Straßenkarneval, gibt Tipps und berichtet nette Histörchen wie " Wer war die Schnüsse Tring" oder "Wer ist SchleppSchleppHurra" und zeigt manchen Blick hinter die Kulissen wie "Was macht eigentlich ein Prinzenführer?", "Wer bändigt die Blaue-Funke-Pänz?" Zu kaufen gibt´s den Karnevalsguide für 3,95 Euro bei KölnTourismus, im Buchhandel sowie online im Festkomitee-Shop (www.festkomitee-shop.de).

Bützche aus Bonn
Den Auftakt zu den eigentlichen tollen Tagen bildet Weiberfastnacht am 7. Februar 2012. An diesem Tag haben die Männer in allen Karnevalshochburgen nichts zu lachen - und nichts zu sagen. Sie büßen Macht und Krawatten ein und erhalten dafür im besten Fall ein "Bützje" (Küsschen). Diese Tradition, die mittlerweile in vielen Städten und Gemeinde im Rheinland und in Westfalen gepflegt wird, hat ihren Ursprung in Bonn: 1824 schlossen sich die Beueler Wäscherinnen zusammen, um eine Teilnahme am bislang rein männlichen Karneval zu erreichen. Noch heute ist die Stürmung des Rathauses durch die Wäscheprinzessin nicht nur der Startschuss für den Straßenkarneval, sondern eine der Hauptattraktionen in Bonn (www.festausschuss.de).

Die Wurzeln des organisierten Karnevals reichen vermutlich rund 200 Jahre zurück: Im 19. Jahrhundert war die Bevölkerung im Rheinland nicht mehr bereit, adlige Könige als Herrscher zu akzeptieren und wählte zum Spott ihren Prinz Karneval einfach selbst - eine frühe Form von rheinischer Demokratie. In dieser Zeit entstanden die uniformierten Karnevals-Corps, die sich durch Nachahmung über das preußische Militär und deren "Ordenssucht" lustig machten. Noch heute werden eigene Karnevalsorden verliehen, der bekannteste wird alljährlich in Aachen überreicht: Der "Orden wider den tierischen Ernst" ist der einzige Orden der nicht für etwas, sondern gegen etwas verliehen wird und jedes Jahr zahlreiche Zuschauer vor den Fernseher lockt. Am 26. Januar 2013 erhält Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen den Orden (www.akv.de). Aachen macht auch in der Nachwuchsförderung von sich Reden: Der Kinderkostümzug am Tulpensonntag, 10. Februar 2013, gehört schon seit 1938 zum närrischen Programm (www.oche-alaaf.com).

400 Jahre Karneval in Blankenheim
Außergewöhnlich lange wird im Eifelstädtchen Blankenheim das Karnevalsbrauchtum gepflegt. Im Jahre 1613 hat der Blankenheimer Graf Arnold II. die "Junge Mannschafts-Companie", den heutigen Junggesellenverein, mit der Wahrung des karnevalisitischen Brauchtums beauftragt. Diesem Auftrag kommt der Verein nun seit 400 Jahren nach- dieses Jubiläum wird am 8. und 9. Juni 2013 gefeiert. Einer der Höhepunkte ist traditionell der originale Geisterzug am Karnevalssamstag. Bei bengalischem Feuer- und Fackellicht nehmen die gespenstischen Teilnehmer am Abend des 9. Februar 2013 Besitz vom historischen Burgort. Wer als Geist mit durch die mittelalterlichen Gassen springen möchte, benötigt lediglich die traditionelle Kostümierung: Ein weißes Bettlaken und eine Kordel müssen mitgebracht werden, eine Pechfackel gibt's gegen eine Gebühr am Rathauseingang (www.juh-jah.de; www.blankenheim-ahr.de , Tel. 02449/87222).

"Och dat noch!"... ist dieses Mal das Motto des Düsseldorfer Karnevals. Zwischen "Hoppeditz-Erwachen" am 11.11. - der Düsseldorfer Erzschelm eröffnet traditionell die Session - und seiner Beerdigung am Aschermittwoch finden über 300 Karnevalssitzungen und Kostümbälle statt. Im Stadtteil Niederkassel treten die Jecken beim traditionsreichen Tonnenrennen am Karnevalssamstag mit der Schubkarre an. Fast eine Million Menschen sind in Düsseldorf auf den Beinen, wenn die Karnevalssession mit dem Rosenmontagszug ihren absoluten Höhepunkt erreicht (www.comitee-duesseldorfer-carneval.de , www.duesseldorf-tourismus.de). Etwas weiter rheinabwärts im niederrheinischen Kempen müssen sich Freunde des närrischen Brauchtums in Geduld üben: Dort findet der Rosenmontagszug nur alle drei Jahre statt, am 11. Februar 2013 ist es soweit (www.kempener-karnevals-verein.de).

Zum "doppelten Rosenmontag" ins Münsterland
Das Klischee der "sturen Westfalen" gilt oft als unvereinbar mit dem fröhlichen Karneval. Doch auch die Bewohner dieser Gegend, die im Allgemeinen nicht gerade als überschwängliche Frohnaturen gelten, verstehen sich an den närrischen Tagen außergewöhnlich gut auf das Feiern - und das sogar lange vor den Rheinländern: Wer Rosenmontag zweimal feiern möchte, muss nach Gescher fahren, denn dort findet der jährliche Karnevalsumzug mit rund 100 Fuß- und Wagengruppen zwei Wochen vor Rosenmontag statt, in dieser Session also am 28. Januar. Mit der Vorverlegung des Zuges umgingen die Gescheraner im 19. Jahrhundert den Versuch der Geistlichkeit, mit einem vierzigstündigen Gebet an Rosenmontag und ein Festverbot gegen das "unchristliche Karnevalstreiben" vorzugehen (www.karneval-gescher.de).

Mit mehr als 100 Wagen, Fußgruppen und Spielmannszügen aus Münster, dem Münsterland und aus den Niederlanden ist Münsters Rosenmontagszug einer der größten in Westfalen. Die historische Stadtkulisse mit Schlossplatz, historischem Rathaus und Prinzipalmarkt verleiht dem Zug ein ganz besonderes Flair - und so säumen jährlich tausende von Menschen seinen Weg. Buntes Highlight sind in jedem Jahr die viel-farbigen, fantasievollen Wagen und Fußgruppen aus dem niederländischen Losser (www.bmk-muenster.de)

Mittendrin statt nur dabei: Wer immer schon Teil eines Rosenmontagszuges sein wollte, der hat im Sauerland die Chance dazu: Beim "Rasenmähertreckerumzug" in Eslohe-Reiste kann jeder teilnehmen, der Lust und Laune am närrischen Treiben hat. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Auf ein Motto wird bewusst verzichtet, damit die Phantasie der Wagenbauer keine Grenzen erfährt (http://pulau.reiste.net/rosenmontag) Die Kleine Arnsberger Karnevalsgesellschaft feiert ihren 77. Geburtstag in Kooperation mit der Stadt Arnsberg, die ihr 775-jähriges Jubiläum feiert. Doppelte Freude begleitet somit den Festumzug am Karnevalssonntag, der von der Neustadt in die historische Altstadt zieht (www.arnsberg-info.de).

Bielefeld bietet gar lange nach Aschermittwoch eine bunte Parade mit ausgelassener Stimmung: Beim Carnival der Kulturen ziehen am 1. Juni 2013 rund 70 Gruppen an rund 100.000 Zuschauern vorbei (www.carnival-bielefeld.de).

Quelle: Tourismus NRW e.V.

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